Am Wochenende sollte vielerorts Tennis gespielt werden. Stattdessen fehlten zeitweise Spieltermine, Turnierinformationen und Zugänge zu zentralen Verwaltungsfunktionen. Seit dem Abend des 21. August 2026 waren die nu-Systeme und funktionale Bereiche von tennis.de von einem systemweiten Ausfall betroffen. Am späten Sonntagabend ist die Lage besser als während des Totalausfalls, aber noch nicht vollständig normalisiert.
Die wichtigste Einordnung vorweg: Der Deutsche Tennis Bund nennt als Ursache bislang lediglich eine „Störung bei einer zentralen Komponente eines Dienstleisters“. Eine detaillierte technische Ursache wurde nicht veröffentlicht. Ebenso gibt es in den geprüften offiziellen Mitteilungen keinen bestätigten Cyberangriff, keinen gemeldeten Datenabfluss und keinen angekündigten Verlust von Ergebnissen oder LK-Daten. Das schließt einen Sicherheitsvorfall nicht abschließend aus; es bedeutet nur, dass dafür derzeit kein offizieller Beleg vorliegt.
Status am 23. August 2026 um 23:45 Uhr MESZ

Der zeitweise vollständige Ausfall ist teilweise überwunden. Der Tennis-Verband Berlin-Brandenburg meldete bereits am 22. August um 14:45 Uhr, der Zugang sei wieder möglich und die Probleme schienen gelöst. Diese regionale Zustandsmeldung ist jedoch keine bundesweite vollständige Entwarnung. Auf tennis.de blieb am 23. August ein Warnhinweis sichtbar.
| Bereich | Bestätigter Stand | Was daraus folgt |
|---|---|---|
| Redaktionelle Inhalte auf tennis.de | weiterhin nutzbar | News- und Informationsseiten können als offizielle Statusquelle dienen |
| Persönlicher Bereich | laut tennis.de möglicherweise nicht verfügbar | Login- und Kontofunktionen können weiterhin ausfallen |
| Spieler-, Turnier- und Veranstaltungssuche | mögliche Einschränkungen | Termine nicht ausschließlich aus einer einzelnen Onlineansicht ableiten |
| nuLiga und nuTurnier | regional wieder zugänglich; keine bundesweite vollständige Entwarnung | Erreichbarkeit kann je nach Funktion oder Zeitpunkt abweichen |
| Abonnement- und Lizenzkauf | mögliche Einschränkungen oder Verzögerungen | bei nahem Meldeschluss frühzeitig Veranstalter und Verband kontaktieren |
| LK-Berechnung | mögliche Verzögerungen bestätigt | vorübergehend älterer Anzeigestand ist möglich, aber kein Beleg für Datenverlust |
| Spiele und Statistiken im Spielerprofil | mögliche Verzögerungen bei Details | offizielle Ergebnisnachtragung und Profilanzeige können zeitlich auseinanderfallen |
| Technische Ursache | nur zentrale Komponente eines Dienstleisters genannt | keine Schuldzuweisung und keine unbestätigte Root-Cause-Erzählung |
| Sicherheitsvorfall | offiziell nicht gemeldet | weder Cyberangriff behaupten noch endgültig ausschließen |
Dieser Status ist eine Momentaufnahme. Einzelne Funktionen können erreichbar sein, obwohl der Warnhinweis bestehen bleibt. Umgekehrt belegt eine erfolgreiche Anmeldung nicht, dass Suche, Ergebnisverarbeitung oder Lizenzkauf überall störungsfrei laufen.
Was während des Ausfalls praktisch passiert ist
Der TVBB beschrieb die Folgen besonders konkret: nuTurnier und nuLiga waren nicht abrufbar, Ergebnisse sollten manuell notiert und später nachgetragen werden. Spieltermine mussten teilweise telefonisch oder per E-Mail erfragt werden. Damit war der Ausfall nicht nur ein Anzeigeproblem. Er griff in laufende Turniere, Mannschaftsspiele und die Arbeit von Turnierleitungen ein.
Die regionale Ersatzlösung zeigt zugleich, wie der Nachholbetrieb aussehen kann. Zunächst werden Termine und Ergebnisse außerhalb des Systems gesichert, anschließend werden sie in die offiziellen Anwendungen übertragen. Das kann zu Verzögerungen führen. Es ist aber kein Beleg dafür, dass Ergebnisse ungültig sind oder dauerhaft verloren gingen.
Was Spieler und Eltern jetzt tun sollten
Wer am Montag oder in den kommenden Tagen ein Turnier- oder Mannschaftsspiel hat, sollte sich nicht allein auf die aktuell sichtbare Profilansicht verlassen. Maßgeblich sind die direkte Auskunft des Veranstalters, der Turnierleitung oder des Vereins und die jeweils offiziellen Verbandsinformationen.
| Zielgruppe | Jetzt sinnvoll | Was vermieden werden sollte |
|---|---|---|
| Spieler und Eltern | Spieltermin, Anlage und Gegner bei Unklarheit direkt bestätigen lassen; Screenshots oder E-Mails zum Meldestatus aufbewahren | aus einer leeren Suche auf Absage oder fehlende Meldung schließen |
| Turnierspieler ohne Lizenz | Lizenzstatus sofort prüfen und bei technischem Problem vor Meldeschluss Turnierleitung sowie zuständigen Verband kontaktieren | darauf vertrauen, nach Meldeschluss lasse sich die Lizenzfrage automatisch korrigieren |
| Bereits lizenzierte Spieler | Ergebnis- und Profilanzeige zeitversetzt kontrollieren; Abweichungen mit konkretem Match und Datum melden | aus verzögerter LK-Anzeige einen dauerhaften Fehler ableiten |
| Turnierleitungen | Termine über belastbare Ersatzkanäle kommunizieren; Ergebnisse und Änderungen revisionssicher manuell dokumentieren; später kontrolliert nachtragen | unbestätigte Daten aus Erinnerung oder mehreren widersprüchlichen Listen übernehmen |
| Mannschaftsführer und Vereine | Spielberichte, Aufstellungen und Kontakte lokal sichern; Kommunikationsweg für Beteiligte festlegen | voraussetzen, dass alle Beteiligten dieselbe Systemansicht sehen |
| Sportwarte und Verbände | Supportfälle nach Dringlichkeit bündeln; Frist- und Nachtragungsfragen nachvollziehbar dokumentieren | ohne Verbandsgrundlage pauschale Zusagen zu Fristen oder Wertungen geben |
Für die generelle Umstellung von mybigpoint auf tennis.de, Accounts, Spielerprofile, Turniere und Lizenz ist der SchlägerClub-Ratgeber Verein & Spielbetrieb: mybigpoint und tennis.de der passendere Hintergrund. Dieser Störungsartikel konzentriert sich auf den aktuellen Ausnahmezustand.
LK und Ergebnisse: Verzögerung ist nicht Verlust
tennis.de warnt ausdrücklich vor Verzögerungen bei der LK-Berechnung und bei Details in Spielerprofilen. Daraus folgt zunächst nur, dass Eingabe, Verarbeitung und Anzeige zeitlich auseinanderfallen können. Ein plausibler Ablauf lautet: Ein Ergebnis wird während der Störung manuell festgehalten, später nachgetragen und erst danach verarbeitet. Bis dieser Ablauf abgeschlossen ist, kann im Profil ein älterer Stand erscheinen.
Es gibt keine offizielle Mitteilung, wonach Ergebnisse durch den Ausfall generell ungültig würden. Ebenso wenig ist bestätigt, dass LK-Daten verloren oder dauerhaft falsch seien. Wer eine Abweichung bemerkt, sollte Datum, Wettbewerb, Gegner, Ergebnis und zuständige Turnier- oder Mannschaftsleitung notieren und zunächst die offizielle Nachtragung abwarten.
Wie die Leistungsklasse grundsätzlich berechnet wird, erklärt unser Hintergrundbeitrag zur LK-Berechnung 2025/2026. Der SchlägerClub-LK-Rechner ist eine Prognosehilfe und keine offizielle DTB-Berechnung. Während einer Systemstörung kann er deshalb weder den amtlichen Datenstand noch ausstehende Nachtragungen ersetzen.
Anmeldung und Lizenz: Meldeschluss bleibt ein kritischer Punkt
Seit dem 1. April 2025 ist für Ranglisten- und LK-Turniere eine entsprechende Lizenz erforderlich. Sie ist ausschließlich über tennis.de erhältlich und muss vor der Online-Anmeldung oder einer manuellen Aufnahme vorhanden sein. Der Lizenzstatus wird in beiden Fällen geprüft.
Genau hier kann eine Störung beim Abonnement- oder Lizenzkauf praktische Folgen haben. Wer noch keine gültige Lizenz besitzt und kurz vor dem Meldeschluss steht, sollte das Problem sofort dokumentieren und Turnierleitung sowie zuständigen Verband kontaktieren. Ob und wie eine Frist im Einzelfall behandelt wird, entscheidet nicht dieser Artikel. Eine technische Störung ist keine automatische Zusage für eine nachträgliche Zulassung.
Bereits lizenzierte Spieler sollten den angezeigten Status prüfen, aber bei einem vorübergehend fehlenden Profil nicht vorschnell eine neue Lizenz kaufen. Erst Konto, überführte Zugangsdaten und offizielle Auskunft klären.
Warum eine zentrale Störung so viele Bereiche erreicht
nuLiga, nuTurnier, nuVerband und nuPortalRS bilden eine vernetzte Produktfamilie. nuTurnier unterstützt unter anderem Anmeldung, Teilnehmerprüfung, Wettbewerbe, Court-Koordination und Ergebnisse. nuPortalRS stellt lesenden Zugriff über REST und OAuth bereit. Diese Architektur erklärt, warum datengetriebene Funktionen miteinander verbunden sein können.
Sie belegt jedoch nicht die Ursache dieses Ausfalls. Der DTB hat den betroffenen Dienstleister nicht benannt. Deshalb wäre es falsch, die nu Datenautomaten GmbH verantwortlich zu machen oder ohne Beleg von einem Datenbank-, Server- oder API-Ausfall zu sprechen. Dass redaktionelle Seiten erreichbar sind, während personalisierte und datenabhängige Funktionen Probleme zeigen, ist technisch mit mehreren Fehlerbildern vereinbar. Mehr lässt sich seriös derzeit nicht sagen.
Die größere Abhängigkeit von tennis.de fällt gerade deshalb auf, weil bekannte mybigpoint-Dienste nach der Abschaltung nur noch über tennis.de erreichbar sind. Bestehende Accounts wurden in die neue Plattform überführt. Ein vollwertiger Rückweg zum alten Portal steht damit nicht zur Verfügung.
Sind Daten verloren gegangen oder gab es einen Cyberangriff?
Dafür gibt es nach dem geprüften offiziellen Stand keinen bestätigten Hinweis. DTB und Landesverbände sprechen von einer technischen Störung einer zentralen Dienstleisterkomponente. Sie melden weder einen Cyberangriff noch kompromittierte Konten oder einen Datenabfluss.
Diese Formulierung ist bewusst eng. Aus dem Schweigen der offiziellen Mitteilungen folgt nicht, dass ein Sicherheitsvorfall technisch ausgeschlossen ist. Ebenso darf aus einer verzögerten Anzeige nicht auf Datenverlust geschlossen werden. Belastbar wären solche Aussagen erst mit einer offiziellen Sicherheits- oder Ursachenmeldung.
Was jetzt zählt
Der Totalausfall scheint in Teilen beendet, die Störung ist aber noch nicht vollständig ausgestanden. Für den Spielbetrieb zählt deshalb eine nüchterne Doppelstrategie: aktuelle Onlinefunktionen nutzen, wo sie verlässlich arbeiten, und für Termine, Meldungen sowie Ergebnisse einen direkten menschlichen Kontakt und eine dokumentierte Ersatzspur bereithalten.
Spieler brauchen vor allem Gewissheit über ihren Termin und ihren Meldestatus. Turnierleitungen brauchen belastbare manuelle Aufzeichnungen. Vereine und Verbände müssen Nachträge und Supportfälle geordnet abarbeiten. Solange tennis.de selbst vor Einschränkungen warnt, ist eine vollständige Entwarnung verfrüht.