Tennistraining · Technik · Stoppball

Stoppball im Tennis: Technik, Timing und taktisch richtig einsetzen

Ein guter Stoppball ist weder ein Verlegenheitsschlag noch der Versuch, den Ball möglichst knapp hinter dem Netz abzulegen.

Er ist eine taktische Antwort auf freien Raum: Du spielst kurz, wenn dein Gegner tief steht, du selbst Kontrolle über den ankommenden Ball hast und eine lange Antwort aus derselben Vorbereitung glaubwürdig wäre.

Technisch braucht der Schlag eine stabile, leicht geöffnete Schlagfläche, einen Treffpunkt vor dem Körper und fein dosiertes Vorwärts- und Abwärtstempo. Taktisch braucht er den richtigen Moment. Fehlt eines von beidem, wird aus dem Stoppball schnell eine Vorlage.

Sven Bendlin demonstriert Stoppball auf dem Tennisplatz
VIDEO-TIPP DER REDAKTION

Der perfekte Stopp-Ball! (Technik + Taktik)

Das Video verbindet den technisch kontrollierten Schlag mit der taktischen Entscheidung für den richtigen Moment.

07:58 Sven Bendlin TECHNIK
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YouTube-Profilbild von Tenniswelt von Sven Bendlin

Sven Bendlin erklärt die offensive Ausgangslage, die Vorbereitung über Tiefe oder Winkel, das Vorrücken auf einen kontrollierbaren Ball, Ballgefühl, die sliceähnliche Bewegung, dosierten Unterschnitt und die Tarnung. Ein live gezeigter Ballwechsel macht zusätzlich sichtbar, wie der Gegner zunächst nach hinten gedrängt und der Stoppball anschließend aus dem Feld gespielt wird.

Das lernst du im Video

  • Die offensive Ausgangslage und die Vorbereitung über Tiefe oder Winkel erkennen.
  • Auf einen kontrollierbaren Ball vorrücken und die sliceähnliche Bewegung dosieren.
  • Unterschnitt, Ballgefühl und Tarnung zu einem kontrollierten Stoppball verbinden.

Für wen geeignet?

Für Spieler, die Technik und taktische Entscheidung beim Stoppball gemeinsam verbessern möchten.

So ergänzt das Video den Artikel

Der Beitrag bleibt fachlich führend, wo das Video vereinfachte Coachingbilder nutzt. Richtung und Anschluss sind nicht als starre Regeln zu übernehmen, sondern nach Gegnerposition, eigener Balance, verfügbarem Winkel und nächstem Ball zu entscheiden. Mehr Tennistraining

Poster: Tenniswelt von Sven Bendlin / YouTube

Was ist ein Stoppball?

Der Stoppball, im Englischen Drop Shot, ist ein bewusst kurz gespielter Ball. Er fliegt mit wenig Vorwärtsgeschwindigkeit über das Netz, springt im vorderen Feld auf und soll danach niedrig bleiben. Häufig wird er mit Unterschnitt gespielt. Die dafür typische, kontrolliert schneidende Bewegung erleichtert die Tempodosierung; die Rückwärtsrotation kann zu einem niedrigeren Absprung beitragen. Beides ersetzt aber weder einen sauberen Treffpunkt noch die richtige Dosierung.

Das Ziel ist nicht ausschließlich der direkte Winner. Ein guter Stoppball kann den Gegner zu einem langen Sprint nach vorn zwingen, seinen Treffpunkt unter Netzhöhe drücken oder ihn so weit ins Feld ziehen, dass hinter ihm Raum für den nächsten Schlag entsteht. Die kurze Definition und die Abgrenzung zum Drop Volley stehen zusätzlich im Tennislexikon zum Drop Shot.

Wann ist ein Stoppball die richtige Entscheidung?

Der freie Raum vor dem Gegner ist nur ein Teil der Entscheidung. Ebenso wichtig sind deine eigene Position, die Qualität des ankommenden Balls und die Frage, wie der Punkt weitergehen kann.

Spielsituation Eigene Position Gegner Bewertung
Kürzerer oder langsamerer Ball Ausbalanciert nahe oder innerhalb der Grundlinie Steht tief oder bewegt sich rückwärts Sehr gut: kurze Flugstrecke und klarer freier Raum
Neutraler Ball im Grundlinienduell Stabil an der Grundlinie Mehrere Schritte hinter der Grundlinie Möglich: nur bei sicherer Dosierung und glaubwürdiger tiefer Variante
Nach einem tiefen oder weit öffnenden Ball Im Feld und rechtzeitig gebremst Außerhalb des Feldes oder noch in falscher Richtung Sehr gut: langer Laufweg und später Richtungswechsel
Schneller, tiefer Ball unter Druck Spät, im Rückwärtslauf oder deutlich hinter der Grundlinie Steht zwar tief Schlecht: die eigene fehlende Kontrolle wiegt schwerer als der freie Raum
Gegner startet bereits nach vorn Auch bei guter eigener Position Innerhalb der Grundlinie oder im Vorwärtslauf Schlecht: der Ball verkürzt seinen Laufweg
Stoppball wurde mehrfach ähnlich gespielt Technisch kontrolliert Antizipiert die kurze Variante Riskant: erst wieder Tiefe und Unsicherheit herstellen

Die vier Fragen vor dem Schlag

  1. Ball: Kommt der Ball langsam oder kurz genug, dass ich seine Länge fein kontrollieren kann?
  2. Balance: Kann ich vor dem Treffpunkt abbremsen und stabil schlagen?
  3. Gegner: Steht oder bewegt sich der Gegner so, dass sein Weg nach vorn lang wird?
  4. Anschluss: Bin ich auf eine kurze Antwort, einen Winkel oder einen Lob vorbereitet?

Sind Ball und Balance ungünstig, ist die Gegnerposition allein kein ausreichender Grund für einen Stoppball. Unter Druck ist ein langer, hoher oder kontrolliert neutraler Ball meist die bessere Lösung.

Technik: So spielst du den Stoppball kontrolliert

1. Erst zum Ball, dann dosieren

Erkenne den kürzeren oder langsameren Ball früh und bewege dich entschlossen nach vorn. Bremse mit kleinen Anpassungsschritten, damit du beim Treffpunkt nicht weiter in den Ball fällst. Die Knie bleiben leicht gebeugt, der Oberkörper stabil und der Abstand zum Ball groß genug, dass Arm und Schläger frei arbeiten können.

Ein Stoppball im Lauf kann gelingen. Zuverlässiger wird er, wenn die Vorwärtsbewegung vor dem Kontakt unter Kontrolle ist. Ballgefühl entsteht nicht dadurch, dass die Füße passiv werden, sondern durch eine stabile Plattform für Hand und Schläger.

2. Continental oder eine nahe Zwischenposition als Griff

Für viele Spieler ist der Continental-Griff oder eine Continental-nahe Stellung die beste Ausgangslösung. Damit lässt sich die Schlagfläche ohne extreme Handgelenksposition leicht öffnen und stabil führen. Kleine individuelle Abweichungen sind möglich, solange die Fläche kontrollierbar bleibt.

Auf der Vorhandseite ist der Griffwechsel oft größer, besonders aus einer Semi-Western- oder Western-Vorhand. Nutze die freie Hand am Schlägerherz: Während die Schlaghand den Druck kurz reduziert, dreht die freie Hand den Rahmen in die gewünschte Position. Der ausführliche Griffwechsel ist im Beitrag zum Continental-Griff erklärt.

Wichtig ist nicht, den Griff möglichst spät und hektisch zu wechseln. Er soll rechtzeitig stehen, aber in einer Vorbereitung verborgen bleiben, die zunächst auch zu einem normalen Grundschlag passt.

3. Treffpunkt vor dem Körper

Triff den Ball vor dem Körper und in bequemer seitlicher Entfernung. Ein später Kontakt zwingt häufig dazu, die Schlagfläche im letzten Moment aufzuklappen. Der Ball steigt dann unkontrolliert oder landet im Netz. Bei einem zu körpernahen Treffpunkt fehlt außerdem der Raum, um den Schläger durch die Zielrichtung zu führen.

Eine mittlere bis etwas höhere, bequem erreichbare Ballhöhe erleichtert die Dosierung. Sehr tiefe Bälle sind schwieriger, weil du gleichzeitig genügend Netzhöhe erzeugen und die anschließende Länge begrenzen musst. Das ist möglich, aber kein guter Ausgangspunkt zum Lernen.

4. Vorwärts führen, leicht abwärts schneiden

Der Schlägerkopf beginnt meist oberhalb des Treffpunkts. Von dort bewegt sich der Schläger kompakt vorwärts und moderat abwärts durch den Ball. Die Schlagfläche ist leicht geöffnet, aber nicht wie eine Schaufel nach oben gerichtet. Auch ein kurzer Ball braucht einen Vorwärtsanteil: Reines Hacken produziert häufig einen schwebenden Ball ohne verlässliche Länge.

Der Unterschied zum langen Slice im Tennis liegt vor allem in der Dosierung. Beim Stoppball sind Vorwärtsgeschwindigkeit und Ausschwung geringer, die Flugstrecke kürzer und der Ball soll deutlich früher absinken. Die Grundidee bleibt gleich: stabile Fläche, sauberer Kontakt und eine kontrollierte Verbindung aus Vorwärts- und Abwärtsbewegung.

5. Weiche Hand, stabiles Handgelenk

„Weich spielen“ bedeutet nicht, das Handgelenk beim Treffpunkt einknicken zu lassen. Reduziere den Griffdruck so weit, dass du das ankommende Tempo aufnehmen und dosieren kannst, ohne die Schlagfläche zu verlieren. Die Hand führt, das Handgelenk bleibt kontrolliert.

Wie stark du den Schläger weiterführst, hängt vom ankommenden Ball ab. Gegen mehr Tempo genügt häufig eine kompaktere Bewegung. Bei einem langsameren Ball musst du selbst etwas mehr Vorwärtsimpuls erzeugen. Dosierung lässt sich deshalb nicht auf die Anweisung „nur locker halten“ verkürzen.

6. Unterschnitt, Flugkurve und Absprung zusammen beurteilen

Unterschnitt ist ein wichtiges Werkzeug, aber nicht das alleinige Qualitätsmerkmal. Ein guter Stoppball braucht:

  • genug Höhe, um das Netz sicher zu überqueren,
  • wenig genug Vorwärtsgeschwindigkeit, um im vorderen Feld zu landen,
  • eine fallende Flugkurve statt eines langen Schwebeflugs,
  • einen niedrigen oder zumindest schwer angreifbaren Absprung.

Mehr Unterschnitt ist nicht automatisch besser. Öffnest du die Schlagfläche zu weit oder schneidest fast nur nach unten, steigt der Ball und bleibt lange in der Luft. Der Gegner erkennt den Schlag früher und erreicht ihn leichter. Bewerte deshalb nicht nur den ersten Aufsprung. Entscheidend ist, wie hoch und wie weit der Ball danach springt und aus welcher Höhe der Gegner ihn spielen kann.

Vorhand- und Rückhand-Stoppball im Vergleich

Die gemeinsame Grundtechnik bleibt gleich. Die Unterschiede entstehen vor allem durch den vorherigen Grundschlaggriff, die Arbeit der freien Hand und die Glaubwürdigkeit der Vorbereitung.

Aspekt Vorhand-Stoppball Rückhand-Stoppball
Griffwechsel Aus modernen Vorhandgriffen häufig deutlich; freie Hand dreht den Rahmen Oft näher am Rückhand-Slice; bei beidhändiger Rückhand löst sich die zweite Hand
Tarnung Kontrast zur erwarteten druckvollen Vorhand kann groß sein Sliceähnliches Anfangsbild kann die kurze Variante lange verbergen
Treffpunkt Vor und seitlich vom Körper; genügend Raum für die geöffnete Fläche Vor und seitlich; Schulterlinie und Abstand stabil halten
Typischer Fehler Griffwechsel oder offene Fläche werden früh sichtbar Zu steiles Hacken, später Treffpunkt oder Verlust des Abstands
Praktische Stärke Großer Überraschungseffekt bei sicherem Griffwechsel Für viele Spieler natürliche Verbindung aus Slice-Gefühl und Kontrolle

Auf der Vorhandseite ist die Tarnung besonders wertvoll, weil der Gegner häufig mit Tempo und Topspin rechnet. Der größere Griffwechsel verlangt allerdings Übung. Die Details vertieft der Beitrag Stoppball mit der Vorhand spielen.

Auf der Rückhandseite ähnelt das Anfangsbild oft einem normalen Rückhand-Slice. Für Spieler mit beidhändiger Rückhand löst sich die nicht dominante Hand vor dem Treffpunkt oder übernimmt nur noch eine vorbereitende Funktion. Entscheidend ist nicht, eine einhändige Profi-Bewegung zu kopieren, sondern den Schläger mit der Schlaghand stabil und mit genügend Abstand zu führen.

Den Stoppball aus dem Grundlinienspiel vorbereiten

Ein Stoppball darf aus der Nähe der Grundlinie gespielt werden. Er wird dort aber nicht dadurch gut, dass der Gegner weit entfernt ist. Du brauchst auch Zeit, Balance und einen Ball, dessen Tempo du kontrollieren kannst. Je weiter du selbst hinter der Grundlinie stehst, desto länger muss der Ball fliegen. Damit wachsen Netzhöhe, Dosierungsaufwand und gegnerische Reaktionszeit.

Gegen einen Gegner weit hinter der Grundlinie

Steht der Gegner mehrere Schritte hinter der Grundlinie, ist das vordere Feld offen. Besonders günstig wird die Situation, wenn du ihn zuvor mit Länge, Höhe oder Tempo nach hinten gebunden hast. Der Schlag vor dem Stoppball schafft dann den Raum; der Stoppball nutzt ihn.

Der häufigste Denkfehler lautet: „Er steht weit hinten, also muss ich stoppen.“ Prüfe zusätzlich, ob du selbst in Balance bist. Musst du den Ball spät, tief oder im Rückwärtslauf treffen, kann ein weiterer langer Ball die bessere Entscheidung sein.

Nach einem seitlich öffnenden Ball

Hast du den Gegner weit aus dem Feld gedrängt, kann ein Stoppball in den freien kurzen Raum seinen Laufweg verlängern. Dabei zählt nicht nur die Distanz. Der Gegner sollte den Richtungswechsel spät erkennen und seinen ersten Schritt zunächst noch nach außen oder zurück setzen.

Auf einen kürzeren oder langsameren Ball

Ein Ball, der vor oder nahe der Grundlinie bequem getroffen werden kann, ist die klassische Gelegenheit. Du bist näher am Netz, kannst die Flugstrecke verkürzen und hast mehr Möglichkeiten für den Anschluss. Ein hoher, druckloser Ball ist häufig leichter zu dosieren als ein tiefer, schneller Ball.

Als Tempowechsel – aber nicht ohne Vorbereitung

Der Stoppball kann einen gleichmäßigen Grundlinienrhythmus brechen. Überraschung entsteht jedoch nur, wenn die tiefe Variante weiterhin droht. Wer nach jedem langsameren Ball stoppt, macht die Entscheidung für den Gegner leicht. Gute Variation bedeutet, aus einem ähnlichen Anfangsbild unterschiedliche Tiefen zu spielen.

Richtung wählen: longline, cross oder kurz durch die Mitte?

Es gibt keine Richtung, die in jeder Situation richtig ist.

  • Longline ist der kürzere Weg über das Netz. Das kann die Flugzeit reduzieren und die Tarnung erleichtern. Gleichzeitig ist der Zielkorridor schmaler.
  • Cross bietet mehr Feldlänge und kann den Gegner weit aus dem Feld ziehen. Der Ball ist jedoch länger unterwegs und öffnet bei erreichter Antwort einen größeren Winkel.
  • Durch die Mitte nimmt dem Gegner Winkel. Diese Variante ist sinnvoll, wenn die Kürze und der niedrige Kontakt bereits genügend Druck erzeugen.

Ziele nicht automatisch auf die Seitenlinie oder direkt hinter das Netzband. Ein etwas größerer Zielraum ist meist besser als ein spektakulärer Versuch mit minimaler Reserve. Der Stoppball ist gelungen, wenn der Gegner spät, tief und unter Bewegung an den Ball kommt – nicht erst, wenn er unerreichbar ist.

Der Punkt ist nach dem Stoppball nicht vorbei

Nach dem Kontakt gehst du nicht blind bis ans Netz. Bewege dich kontrolliert ins Feld, führe einen Split Step zum gegnerischen Treffpunkt aus und lies die Antwort. Deine Position richtet sich nach Richtung und Qualität des Stoppballs sowie nach der Laufbahn des Gegners.

Erreicht der Gegner den Ball sehr tief, sind drei Antworten besonders wahrscheinlich:

  • ein kurzer Gegenstopp,
  • ein angehobener Ball oder Lob,
  • ein Passierball durch den geöffneten Winkel.

Bleibt seine Antwort kurz, kannst du den nächsten Ball in den freien Raum spielen. Rückt er sehr dicht ans Netz, wird der Lob zur Option. Erwartet er den Lob und bleibt etwas zurück, öffnet sich häufig der flache Passierball. Der erste Stoppball soll diese Entscheidung vorbereiten; er muss den Punkt nicht allein beenden.

Wann ein Stoppball eine schlechte Entscheidung ist

Verzichte eher auf den Schlag, wenn:

  • du deutlich hinter der Grundlinie stehst und eine lange Flugstrecke überwinden musst,
  • du den Ball spät, tief oder im Rückwärtslauf triffst,
  • der Gegner bereits innerhalb der Grundlinie steht oder nach vorn startet,
  • der ankommende Ball so schnell ist, dass du die Schlagfläche nicht kontrollieren kannst,
  • du denselben Spielzug mehrfach gezeigt hast und keine lange Variante mehr glaubwürdig ist,
  • du nach dem Schlag nicht bereit bist, ins Feld zu rücken und die Antwort zu lesen.

Auch der Spielstand macht aus einer ungeeigneten Situation keine gute. Unter Druck ist nicht automatisch der mutigste Schlag richtig, sondern der Schlag, den Ball, Position und Gegner tatsächlich erlauben.

Fortgeschrittene Variationen und Tarnung

Tarnung beginnt nicht im letzten Zentimeter vor dem Treffpunkt. Sie entsteht durch den Punktaufbau und ein gemeinsames Anfangsbild für tiefe und kurze Bälle. Schulterdrehung, Schlägerhöhe, Blick und Bewegung zum Ball sollen zunächst keine eindeutige Information liefern.

Den ausführlichen Aufbau zeigt der Beitrag Stoppball vorbereiten und verbergen. Für Fortgeschrittene kommen weitere Variationen hinzu:

  • Späte Temporeduktion: Der Schläger startet grundschlagähnlich; erst nach sicherem Abstand zum Ball wird die Bewegung kompakter.
  • Unterschiedliche Richtung aus gleicher Vorbereitung: Longline und cross bleiben bis spät möglich. Die Zielwahl entsteht nicht durch ein sichtbares frühes Drehen des Oberkörpers.
  • Seitlicher Schnitt: Eine kleine Sidespin-Komponente kann den Absprung seitlich versetzen. Sie ist eine Ergänzung, kein Ersatz für sauberen Kontakt.
  • Tiefe-Kürze-Kombinationen: Ein tiefer Ball, ein weiterer glaubwürdiger tiefer Ansatz und dann der Stoppball halten den Gegner zwischen Rückwärts- und Vorwärtsbewegung.
  • Stoppball als Eröffner: Gegen einen erreichbaren Gegner wird bewusst mit der Antwort gerechnet. Der eigentliche Plan ist der folgende Lob, Passierball oder Ball ins offene Feld.

Die Tarnung darf die technische Kontrolle nicht zerstören. Ein hektischer Griffwechsel oder eine späte Handgelenksaktion macht den Schlag eher unzuverlässig als überraschend.

Typische Fehler – und die passende Korrektur

Fehler Folge Korrektur
Ball landet im Netz Zu wenig Netzhöhe oder ein später, instabiler Treffpunkt Früher zum Ball kommen, sichtbare Netzreserve wählen und vor dem Körper treffen
Ball schwebt hoch und lang Schlagfläche zu weit offen oder Schlägerweg fast nur abwärts Fläche moderater öffnen und wieder mehr kontrollierten Vorwärtsanteil geben
Ball springt bequem hoch Flugkurve und Kontakt bremsen den Ball nicht ausreichend Treffpunkt stabilisieren, Vorwärtsgeschwindigkeit reduzieren und Unterschnitt dosieren
Rahmen- oder unsauberer Treffer Abstand fehlt oder der Körper bewegt sich durch den Kontakt Mit Anpassungsschritten bremsen und seitlichen Raum zum Ball schaffen
Absicht ist früh erkennbar Füße werden langsam, Griffwechsel oder Schlägerfläche sind zu früh sichtbar Anfangsbild des normalen Grundschlags erhalten und erst nach gesichertem Abstand dosieren
Stoppball aus der Defensive Der Ball fliegt lange; der Gegner hat Zeit und greift an Neutral oder lang spielen und auf eine bessere eigene Position warten
Nach dem Schlag stehen bleiben Kurzer Gegenball, Winkel oder Lob sind offen Ins Feld rücken, zum gegnerischen Treffpunkt splitten und die Antwort lesen
Zu häufig dieselbe Variante Der Gegner startet früh und nimmt den Ball höher Tiefe, Richtung und Zeitpunkt variieren; die lange Lösung wieder glaubwürdig machen

Stoppball trainieren: erst Gefühl, dann Entscheidung

Stufe 1: Länge aus ruhigem Zuspiel kontrollieren

Spiele aus kurzer Distanz auf ein großes Ziel im vorderen Aufschlagfeld. Variiere das Zuspiel noch nicht. Beobachte Netzhöhe, ersten Aufsprung und zweiten Absprung. Korrigiere pro Serie nur einen Faktor: Schlagfläche, Vorwärtsanteil oder Griffdruck.

Stufe 2: Tief und kurz aus derselben Vorbereitung

Spiele abwechselnd einen langen Slice oder Grundschlag und einen Stoppball. Der Partner nennt, wann er die kurze Variante erkennt. Das Ergebnis zählt erst dann als gut, wenn Vorbereitung und Ballqualität zusammenpassen.

Stufe 3: Den passenden Ball auswählen

Der Partner variiert Länge, Höhe und Tempo. Einen Stoppball darfst du nur auf einen kontrollierbaren Ball und bei stabiler Position spielen. Für jeden Versuch musst du vor dem gegnerischen Treffpunkt ins Feld nachrücken. So trainierst du Entscheidung und Anschluss statt einer isolierten Handbewegung.

Stufe 4: Den Punkt ausspielen

Beginne mit einer tiefen Grundlinienrallye. Sobald ein Spieler den Gegner hinter die Grundlinie drückt und selbst einen geeigneten Ball erhält, ist der Stoppball erlaubt. Danach wird frei weitergespielt. Bewerte nicht nur, wer den Punkt gewinnt, sondern ob die kurze Lösung zur Situation passte.

Kurzcheck für das Match

Vor dem Stoppball reichen vier kurze Signale:

  • kontrollierbarer Ball,
  • stabile eigene Position,
  • tiefer oder falsch bewegter Gegner,
  • klarer Plan für die Antwort.

Fehlen zwei dieser Signale, spiele den Ball eher lang. Sind alle vier vorhanden, muss der Stoppball nicht perfekt sein: Er soll den Gegner spät und tief nach vorn zwingen und dir die bessere nächste Entscheidung geben.

Häufige Fragen zum Stoppball

Muss ein Stoppball immer starken Unterschnitt haben?

Nein. Unterschnitt hilft bei Tempo- und Absprungkontrolle, doch die benötigte Menge hängt vom ankommenden Ball, Treffpunkt und Ziel ab. Ein sauber dosierter Ball mit moderatem Unterschnitt ist besser als ein stark geschnittener Ball, der hoch schwebt.

Wie kurz sollte der Stoppball landen?

Das vordere Aufschlagfeld ist ein sinnvoller Zielraum, aber es gibt keine feste Zentimetergrenze. Wichtiger sind eine fallende Flugkurve und ein niedriger zweiter Absprung. Ein etwas längerer, gut getarnter Ball kann wirksamer sein als ein extrem kurzer Ball, der früh erkennbar ist.

Ist longline oder cross sicherer?

Longline hat den kürzeren Flugweg, aber weniger seitliche Feldreserve. Cross bietet mehr Feldlänge, öffnet jedoch Winkel und verlängert die Flugzeit. Entscheide nach eigener Balance, Gegnerposition und dem Raum, den du für die Antwort decken kannst.

Funktioniert der Stoppball besonders gut auf Sand?

Auf Sand stehen Spieler häufig tiefer und Richtungswechsel können anspruchsvoller sein. Gleichzeitig gibt der langsamere Belag mehr Laufzeit. Auf Hartplatz oder Rasen kann ein niedriger Absprung sehr wirksam sein. Kein Belag ersetzt deshalb Timing, Tarnung und eine passende Gegnerposition.

Ist der Stoppball nur etwas für fortgeschrittene Spieler?

Nein. Anfänger können Griff, stabile Schlagfläche und Längenkontrolle mit ruhigen Zuspielen lernen. Matchnah sollte der Schlag erst eingesetzt werden, wenn der Spieler zwischen einem kontrollierbaren und einem ungeeigneten Ball unterscheiden kann.

Was ist der Unterschied zwischen Stoppball, Slice und Drop Volley?

Der Stoppball springt vor dem Gegner auf und soll kurz bleiben. Ein Slice nutzt ebenfalls Unterschnitt, wird aber meist länger und mit mehr Vorwärtsgeschwindigkeit gespielt. Ein Drop Volley wird vor dem eigenen Aufsprung direkt aus der Luft am Netz gespielt.

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