Spielfeld & Ausrüstung

Spielfeld im Tennis: Offizielle Maße und Spielbereiche leicht erklärt

Tennisplatz-Maße nach ITF-Regeln 2026: Länge, Breite, Netzhöhe und Linien mit Tabelle und Platzskizze. Einzel, Doppel und Aufschlagfelder sicher unterscheiden.

Tennisplatz-Maße im Überblick

Ein Tennisplatz ist 23,77 Meter lang. Im Einzel ist das Spielfeld 8,23 Meter breit, im Doppel 10,97 Meter. Die beiden seitlichen Doppelgassen erweitern also nur die Breite, nicht die Länge. Diese Maße beziehen sich auf das Spielfeld innerhalb der Begrenzungslinien einschließlich der Linien selbst – nicht auf die gesamte Anlage mit Auslauf, Zaun und Wegen.

Standardspielfeld nach ITF-Regel 1, Regelstand 2026
Teil des PlatzesMaßSo ordnest du es ein
Länge23,77 mVon Grundlinie zu Grundlinie; im Einzel und Doppel gleich.
Breite im Einzel8,23 mZwischen den inneren Seitenlinien.
Breite im Doppel10,97 mZwischen den äußeren Seitenlinien.
Doppelgasse je Seite1,37 mStreifen zwischen Einzel- und Doppelseitenlinie.
Netz bis Aufschlaglinie6,40 mAuf beiden Platzhälften gleich.
Aufschlagfeld6,40 m lang; rund 4,12 m breitDie Breite ergibt sich aus der halben Einzelbreite.
Netzhöhe in der Mitte0,914 m91,4 cm; das weiße Mittelband hält das Netz hier unten.
Netzhöhe an Pfosten oder Einzelstützen1,07 mDas Netz ist dort höher als in der Mitte.

Die ITF misst die Platzmaße an den Außenkanten der jeweiligen Linien. Der Platz endet deshalb nicht an der inneren Kante einer weißen Linie. Die vollständigen Vorgaben findest du in den ITF Rules of Tennis 2026, Regel 1.

Linien und Spielfelder erkennen

Die Linien helfen dir, drei Dinge auseinanderzuhalten: Wo ist der Ballwechsel gültig, wohin muss der Aufschlag und von welcher Platzhälfte wird aufgeschlagen? Auf einer Platzhälfte liegen zwei Aufschlagfelder; insgesamt hat der Platz vier. In der Skizze sind die wichtigsten Teile nummeriert. Die Nummern entsprechen den Erklärungen darunter.

Tennisplatz in Draufsicht: Grundlinien begrenzen die Länge von 23,77 Metern, innere Seitenlinien die Einzelbreite von 8,23 Metern und äußere Seitenlinien die Doppelbreite von 10,97 Metern. Aufschlaglinien liegen beidseits 6,40 Meter vom Netz entfernt. Die Aufschlagmittellinie teilt jede Aufschlagzone in zwei Felder; die Doppelgassen liegen außerhalb der Einzelseitenlinien.
Beschriftete Sachskizze des Standardspielfelds. Nummern und Begriffe werden im folgenden Text erklärt; kein Bau- oder Auslaufplan.
  1. Grundlinie: Die beiden hinteren Begrenzungen legen die Länge des Spielfelds fest. Sie bestimmen nicht Beginn und Ende eines Ballwechsels. Vor dem Aufschlag stehst du hinter der Grundlinie.
  2. Einzelseitenlinie: Die innere Seitenlinie ist im Einzel die seitliche Grenze. Der Bereich zwischen ihr und der Grundlinie gehört auch hinter den Aufschlagfeldern zum gültigen Spielfeld.
  3. Doppelseitenlinie: Im Doppel gilt die äußere Seitenlinie. Damit stehen beiden Teams die zusätzlichen seitlichen Streifen zur Verfügung.
  4. Aufschlaglinie oder T-Linie: Sie verläuft parallel zum Netz und begrenzt die Aufschlagfelder nach hinten. Sie reicht nur von einer Einzelseitenlinie zur anderen, nicht durch die Doppelgassen.
  5. Aufschlagmittellinie: Sie läuft zwischen Netz und Aufschlaglinie und teilt die Aufschlagzone in zwei gleich große Felder. An ihrem Treffpunkt mit der Aufschlaglinie entsteht das sichtbare T. Die Mittellinie läuft nicht weiter bis zur Grundlinie.
  6. Doppelgasse: Der 1,37 Meter breite Streifen zwischen innerer und äußerer Seitenlinie wird auch Korridor oder Alley genannt. Im Einzel ist er außerhalb des Spielfelds; im Doppel gehört er während des Ballwechsels dazu.
  7. Mittelzeichen: Der kurze Strich in der Mitte der Grundlinie ist 10 Zentimeter lang. Er hilft, die rechte und linke Aufschlaghälfte zu unterscheiden; er ist keine Verlängerung der Aufschlagmittellinie.
Aufschlaglinie und Aufschlagmittellinie bilden ein T auf einem Sandplatz; dahinter steht das Tennisnetz.
Aufschlaglinie und Aufschlagmittellinie treffen sich im T. KI-generiertes Symbolbild.

Aufschlaglinie und Aufschlagmittellinie bilden zusammen das T vor dem Netz. Beim Aufschlag ist das diagonal gegenüberliegende Aufschlagfeld dein Ziel. Auch im Doppel bleibt dieses Feld gleich groß: Die Doppelgassen zählen nicht zur Aufschlagfläche. Im anschließenden Ballwechsel darf der Ball dagegen überall im jeweils gültigen Einzel- oder Doppelfeld aufkommen.

Diese Unterscheidung ist besonders am Anfang hilfreich: Ein Ball hinter der Aufschlaglinie kann im Ballwechsel gut sein, obwohl ein Aufschlag an derselben Stelle ein Fehler wäre. Schau deshalb vor dem ersten Punkt bewusst auf die passenden Seitenlinien und das gegenüberliegende Aufschlagfeld.

Die Aufschlagmittellinie und das Mittelzeichen sind jeweils 5 Zentimeter breit. Die übrigen Linien sind 2,5 bis 5 Zentimeter breit; nur die Grundlinie darf bis zu 10 Zentimeter breit sein. Das ist eine Vorgabe für die Markierung, keine zusätzliche Spielzone.

Ein Ball auf der Linie ist drin

Berührt ein aufspringender Ball eine Linie, zählt diese zum Feld, das sie begrenzt. Bei einem Einzelballwechsel ist also ein Ball auf der Einzelseitenlinie gut. Ein Ball, der vollständig daneben in der Doppelgasse landet, ist aus. Beim Aufschlag muss die berührte Linie dagegen zum richtigen diagonalen Aufschlagfeld gehören. Diese Unterscheidung verhindert viele Missverständnisse: Nicht jede weiße Linie ist in jeder Spielsituation die richtige Grenze.

Netz: Höhe, Pfosten und Netzberührung

Das Netz teilt den Platz in zwei gleich große Hälften. In der Mitte misst es 91,4 Zentimeter, an den Pfosten beziehungsweise Einzelstützen 1,07 Meter. Für Doppel stehen die Mittelpunkte der Pfosten jeweils 91,4 Zentimeter außerhalb der Doppelseitenlinie. Bei einem reinen Einzelnetz gilt derselbe Abstand zur Einzelseitenlinie. Wird ein Doppelnetz für Einzel verwendet, halten Einzelstützen das Netz jeweils 91,4 Zentimeter außerhalb der Einzelseitenlinie auf der vorgeschriebenen Höhe.

Ein Ball darf im laufenden Ballwechsel das Netz berühren und anschließend im richtigen Feld landen. Du spielst dann weiter; die Netzberührung allein beendet den Punkt nicht. Ein Rückschlag darf unter den Bedingungen von ITF-Regel 25 sogar außen um den Netzpfosten herum ins richtige Feld gelangen. Das ist nicht mit einem Schlag durch die Netzmaschen zu verwechseln. Beim Einzel mit Doppelnetz gibt es eine wichtige Grenze: Die Doppelpfosten und der Netzteil außerhalb der Einzelstützen gelten als ständige Einrichtungen. Trifft dein Ball sie vor dem ersten Bodenkontakt, verlierst du den Punkt.

Beim Aufschlag gilt eine andere Regel: Berührt der Ball das Netz, Mittelband oder Netzoberband und ist der Aufschlag ansonsten gut, wird dieser Aufschlag nach der normalen Let-Regel wiederholt. Ein Netzaufschlag, der anschließend außerhalb des richtigen Aufschlagfelds landet, ist ein Fehler. Bei ausdrücklich zugelassenen No-Let-Verfahren kann die Wiederholungsregel abweichen; maßgeblich ist dann die Wettbewerbsregel. Die Netzhöhe und diese Unterschiede stehen in ITF-Regeln 1, 22 und 25.

Was die einheitlichen Maße leisten – und was nicht

Ein Standardspielfeld hat im Verein und bei internationalen Turnieren dieselben Grundmaße. Das erleichtert Training, Schiedsrichterentscheidungen und Turnierorganisation: Wer die Linien kennt, kann sich auch auf einem anderen Standardplatz schnell orientieren. Für Einsteiger und Jugendliche bleibt diese räumliche Grundlage beim Wechsel der Anlage vertraut. So lässt sich die Aufmerksamkeit stärker auf Technik, Ballflug und taktische Entscheidungen richten.

Gleiche Maße bedeuten aber nicht identische Spielbedingungen. Belag, Wind, Licht und die verfügbare Fläche außerhalb der Linien können sich unterscheiden. Für einen sicheren Platz braucht es zusätzlich geeignete Auslaufbereiche; aus 23,77 mal 10,97 Metern lässt sich daher nicht die notwendige Größe einer gesamten Tennisanlage ableiten. Dieser Artikel erklärt das Spielfeld, nicht die Planung oder bauliche Abnahme einer Anlage.

Auch Kinder spielen nicht immer auf dem Standardfeld: Für Wettbewerbe der Altersklasse 10 und jünger sieht die ITF alters- und stufengerechte Spielfelder und Bälle vor. Die konkreten Vorgaben stehen in Anhang VIII der Regeln und gegebenenfalls in den Bestimmungen des zuständigen Verbands. Verwechsle eine Kleinfeld- oder Midcourt-Markierung deshalb nicht mit einer falsch angelegten Standardlinie.

Mit den Linien gezielter trainieren

Du musst die Maße nicht auswendig aufsagen können, um besser mit dem Platz umzugehen. Nützlich ist, die gültigen Flächen vor einer Übung bewusst zu erkennen und daraus klare Ziele zu machen. Die Linien geben dir dabei eine gemeinsame Sprache mit Trainingspartner und Trainer.

  • Vor der Übung orientieren: Zeige Grundlinie, Einzelseitenlinie und diagonales Aufschlagfeld. Klärt bei Doppelübungen, ab welchem Schlag die Gassen mitzählen. So übt ihr nicht versehentlich mit unterschiedlichen Regeln.
  • Ecken mit Abstand anspielen: Platziere Übungsziele deutlich innerhalb der gültigen Linien. Spiele abwechselnd lang und diagonal zu diesen Zielen. Du lernst, den Platz auszunutzen und den Gegner zu bewegen, ohne jeden Ball knapp an die Begrenzung setzen zu müssen.
  • Ballflug und Netz gemeinsam beobachten: Achte darauf, ob du genügend Abstand zur Netzkante hältst und dein Ball trotzdem im vorgesehenen Feld aufkommt. Trenne beim Aufschlag die kleine Zielfläche vom größeren Feld des anschließenden Ballwechsels.

Wenn du die Linien sicher zuordnen kannst, musst du im Match weniger über Grundfragen nachdenken. Das schafft Orientierung und hilft, auch in engen Situationen ruhig zu entscheiden. Die Kenntnis des Platzes ersetzt keine Schlagtechnik, unterstützt aber präzises Training, taktische Planung und ein faires gemeinsames Spiel.

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