Anti-Spin bezeichnet im Tennis eine nicht standardisierte Trainingsidee, bei der ankommender Drall kontrolliert verarbeitet werden soll. Es handelt sich weder um einen offiziellen Schlagnamen noch um eine Technik, die Rotation physikalisch einfach „löscht“. Beim Ballkontakt entsteht aus ankommendem Spin, Schlägerbewegung und Treffwinkel eine neue Flugbahn und Rotation.
Topspin, Backspin und Sidespin verändern Flug und Absprung auf unterschiedliche Weise. Um darauf zu reagieren, passt der Spieler vor allem Treffpunkt, Stellung der Schlagfläche und Schlägerweg an. Gegen hoch abspringenden Topspin kann eine kompakte Bewegung mit stabilem Schlägerblatt helfen; bei niedrigem Slice braucht der Treffpunkt genügend Raum unter dem Ball. Timing und Beinarbeit bleiben dabei ebenso wichtig wie die Handstellung.
Welche Anpassung passt, hängt zusätzlich von Tempo, Ballhöhe und eigener Position ab. Es gibt deshalb keine einzelne Anti-Spin-Bewegung, die gegen jede Rotationsart und Spielsituation gleichermaßen funktioniert.
„Drall neutralisieren“ sollte deshalb als praktische Kurzform für Stabilisieren und Kontrollieren verstanden werden. Ziel ist ein berechenbarer eigener Ball, nicht der Nachweis einer vollständig rotationsfreien Antwort. Die Wirkung von Rückwärtsrotation erklärt der Eintrag zu Backspin. Wie eigener Vorwärtsdrall erzeugt wird, gehört dagegen zur Technik des Topspins und nicht zur Definition von Anti-Spin.