Regeln & Zählweise · Tennislexikon

Carry im Tennis

Ein Carry liegt im Tennis vor, wenn ein Spieler den Ball absichtlich auf dem Schläger trägt oder fängt, statt ihn mit einer regelgerechten Schlagbewegung zu treffen. Nach den Tennisregeln verliert er dadurch den Punkt. Entscheidend ist nicht, ob der Kontakt ungewöhnlich aussieht oder etwas länger wirkt, sondern ob der Ball bewusst geführt beziehungsweise festgehalten wird.

Ein normaler Schlag besteht ebenfalls nicht aus einem physikalisch punktförmigen Kontakt. Ball und Saiten berühren sich für einen sehr kurzen Moment, während sich das Saitenbett verformt. Daraus allein entsteht noch kein Carry. Auch ein unsauber getroffener Ball ist nicht automatisch regelwidrig.

Wichtig ist die Abgrenzung zum Double Hit: Berührt der Ball den Schläger unbeabsichtigt zweimal innerhalb einer einzigen kontinuierlichen Schlagbewegung, darf der Ballwechsel weiterlaufen. Führt der Spieler dagegen bewusst eine zweite Schlaghandlung aus oder hält und trägt den Ball auf den Saiten, verliert er den Punkt. Beide Fälle stehen im selben Regelumfeld, beruhen aber nicht auf derselben Art des Kontakts.

In einer strittigen Szene sollte daher nicht allein eine auffällige Flugbahn bewertet werden. Maßgeblich sind Absicht und Bewegungsablauf. Weitere Fälle, in denen ein Spieler einen laufenden Ballwechsel verliert, erklärt der Überblick zum Punktverlust im Tennis.

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