Eine Challenge ist im Tennis die rechtzeitige Bitte eines Spielers, einen Linienruf elektronisch überprüfen zu lassen – allerdings nur in Wettbewerben, die ein entsprechendes Review-System einsetzen. Der Begriff beschreibt deshalb keine Regel, die 2026 bei jedem Profimatch gleich funktioniert.
Beim klassischen Review ELC trifft zunächst ein Linienrichter oder Schiedsrichter die Entscheidung. Ein Spieler kann einen strittigen Ruf anschließend prüfen lassen. Wird Review ELC nach dem ITF-Verfahren eingesetzt, stehen pro Satz drei erfolglose Anträge zur Verfügung; im Tie-Break kommt ein weiterer hinzu. Eine erfolgreiche Überprüfung reduziert dieses Kontingent nicht. Das konkrete Turnierreglement bleibt dennoch maßgeblich.
Live ELC arbeitet anders: Das System bewertet die Linien fortlaufend und ruft Bälle automatisch aus. Auf der ATP Tour ist diese Technik seit 2025 verpflichtend. Für gewöhnliche Linienentscheidungen gibt es dort daher keine klassische Spieler-Challenge mehr. Das frühere Bild, Profis könnten grundsätzlich eine begrenzte Zahl von Hawk-Eye-Prüfungen verlangen, ist nicht mehr allgemein gültig. Zudem ist Hawk-Eye ein Anbietername und kein Oberbegriff für jede elektronische Linienkontrolle.
Vom Linienreview zu trennen ist das Video Review für bestimmte andere Tatsachen- oder Bewertungsfragen. Ob eine Challenge, Live ELC oder ein weiterer Prüfprozess verfügbar ist, hängt somit vom verwendeten System und den Regeln des jeweiligen Wettbewerbs ab.