Ein Clay Court ist ein Tennisplatz mit einer ungebundenen, feinkörnigen mineralischen Deckschicht. Im Deutschen wird dafür meist „Sandplatz“ gesagt. Der verbreitete rote Ziegelmehlplatz ist eine typische Ausführung, aber nicht die einzige: Zusammensetzung, Farbe und Aufbau können je nach Region und Platzsystem variieren.
Auch das Spielverhalten ist nicht bei jedem Clay Court identisch. Viele klassische Anlagen zählen zu den langsamen Belägen. Der Ball verliert beim Aufsprung vergleichsweise viel Geschwindigkeit, springt häufig höher ab und längere Ballwechsel werden begünstigt. Feuchtigkeit, Körnung, Verdichtung und Unterbau verändern diese Eigenschaften jedoch spürbar. „Clay ist immer langsam und hoch abspringend“ wäre deshalb zu pauschal.
Die lose Deckschicht ermöglicht kontrolliertes Rutschen und hinterlässt sichtbare Ballabdrücke. Im offiziellen Verfahren darf eine Ballmarkenkontrolle nur auf Clay vorgenommen werden. Für Spieler bedeutet der Belag vor allem, dass Bewegung, Abstand zum Ball und Punktaufbau an die konkrete Anlage angepasst werden müssen.
Artificial Clay und Hybrid Clay werden von der ITF als eigene Oberflächentypen geführt. Ein künstliches System, das optisch wie Sand wirkt, ist daher nicht automatisch ein Clay Court im technischen Sinn. Einen breiteren Vergleich von Aufbau, Tempo und Nutzung bietet der Überblick zu Tennisplatzbelägen.