Ein Forced Error ist ein Fehler, der wesentlich durch die Qualität oder den Druck des gegnerischen Schlags hervorgerufen wird. Der Spieler bringt den Ball nicht regelgerecht zurück, weil ihn beispielsweise Tempo, Platzierung, Spin, Winkel oder knappe Reaktionszeit in eine schwierige Situation versetzen.
Ein typischer Fall ist ein weit nach außen gespielter Ball, den der Gegner nur noch im Lauf erreicht und anschließend ins Aus setzt. Der Fehler beendet den Punkt, ohne dass der vorherige Schlag als direkter Winner gewertet wird. Daraus folgt allerdings nicht, dass der Rückschläger technisch schlecht gespielt oder überhaupt keine Chance auf einen gültigen Ball gehabt haben muss.
Die Abgrenzung zum Unforced Error beruht auf der Frage, wie stark der gegnerische Druck den Fehler geprägt hat. Beim Unforced Error gelten die Bedingungen als vergleichsweise kontrollierbar. Ein Winner beendet den Punkt dagegen durch einen erfolgreichen Schlag, den der Gegner nicht mehr regelgerecht erreicht.
Forced Error ist eine statistische Bewertung, keine vollständig objektive Messgröße. Beobachter, Datenanbieter oder Erfassungssysteme können dieselbe Szene unterschiedlich einordnen. Die Kennzahl hilft, aktiv erzeugten Druck sichtbar zu machen, beweist für sich allein aber weder Dominanz noch eine bestimmte Spielqualität. Eine umfassende Matchanalyse muss deshalb weitere Daten und den konkreten Ballwechsel berücksichtigen.