Regeln & Zählweise · Tennislexikon

Overrule im Tennis

Ein Overrule ist im Tennis die Korrektur einer zuvor getroffenen Entscheidung durch den dafür zuständigen Offiziellen. Im klassischen System mit Linienrichtern kann der Chair Umpire beispielsweise eine Linienentscheidung berichtigen, wenn er sicher ist, dass ein klarer Fehler vorliegt. Die Korrektur muss nach den einschlägigen Officiating-Regeln unverzüglich erfolgen.

Welche Folge ein Overrule hat, hängt von der konkreten Situation ab. Eine irrtümliche Aus-Ansage kann den Ballwechsel beendet oder einen Spieler beeinflusst haben; deshalb kann die korrigierte Entscheidung entweder unmittelbar zur Punktwertung oder zur Wiederholung des Punktes führen. Eine pauschale Folge für jedes Overrule gibt es nicht.

Der Umpire entscheidet dabei im Rahmen seiner Zuständigkeit. Ein Overrule ist nicht dasselbe wie eine Challenge. Bei einer Challenge stößt ein Spieler ein vorgesehenes Überprüfungsverfahren an. Ein Overrule bezeichnet dagegen die eigene Korrekturentscheidung eines Offiziellen und darf nicht allein deshalb erfolgen, weil ein Spieler gegen eine Ansage protestiert.

In Wettbewerben mit elektronischer Linienentscheidung kann der Ablauf anders aussehen oder ein klassisches Overrule von Linienrichteransagen entfallen. Der Kern des Begriffs bleibt gleich: Eine bereits erfolgte Entscheidung wird durch eine befugte Instanz nach den geltenden Regeln korrigiert. Overrule bezeichnet somit einen Vorgang der Spielleitung und weder einen Schlag noch eine besondere Form der Punktewertung.

LK-Rechner LK-Rechner nach DTB-Regelwerk Berechne einzelne Matches oder plane Turniere mit mehreren Spielen – übersichtlich, schnell und tennisnah. LK-Planung starten