Eine große Trainingsgruppe muss nicht bedeuten, dass Kinder minutenlang in einer Schlange stehen. Mit acht klar abgegrenzten Stationen bleiben alle in Bewegung, sammeln viele Ballkontakte und wissen jederzeit, wohin sie als Nächstes wechseln. Dieser Plan ist für Trainerinnen, Trainer und Jugendleitungen gedacht, die etwa 16 bis 24 Kinder auf einem bis zwei Plätzen organisieren. Bei größeren Gruppen braucht jede Station eine zweite, parallel aufgebaute Spur oder eine zusätzliche Aufsichtsperson.
Die Altersangaben sind Orientierung, keine starre Einteilung. Entscheidend sind Ballkontrolle, Bewegungssicherheit und die Fähigkeit, eine Aufgabe selbstständig auszuführen. Verwende möglichst die Ballstufe, mit der Ballwechsel gelingen: Rot im Kleinfeld, Orange im Midcourt und Grün auf dem Großfeld. Langsamere Bälle geben Kindern mehr Zeit für Wahrnehmung, Bewegung und Treffpunkt.
Das brauchst du für den Stationsbetrieb
- 40 bis 60 altersgerechte Bälle, möglichst farblich nach Ballstufen sortiert
- 24 bis 32 Markierungsteller oder Hütchen
- 8 bis 12 Reifen oder flache Zielmarken
- 2 bis 4 Kleinfeldnetze; alternativ Absperrband auf sicher stehenden Pfosten
- Schläger in passenden Kindergrößen
- Stationskarten, Stoppuhr und ein gut hörbares Wechselsignal
- optional Farb- oder Zahlenkarten
Plane pro Station zwei bis drei Kinder. Bei vier Kindern teilst du die Station in zwei identische Spuren. Niemand wartet hinter einer langen Reihe: Ein Kind spielt, ein Kind übernimmt sofort die Partner- oder Zuspielrolle, das dritte sammelt nur in einem markierten Sicherheitsbereich. Nach jeder Aktion rotieren die Rollen.
Die acht Stationen im Überblick
| Station | Schwerpunkt | Organisation | Transfer |
|---|---|---|---|
| 1. Höhenpilot | Schlägerfläche und Dosierung | Eigenbox, jedes Kind mit Ball | Volley und kontrolliertes Zuspiel |
| 2. Zuspiel–Schlag–Fang | Treffpunkt und Richtung | Paarspur, Rollenwechsel nach 5 Bällen | Kooperative Rally |
| 3. Mini-Rally | Ballwechsel und Rückkehrposition | Zwei bis vier Kinder im Mini-Court | Kontrolle vor freiem Punkt |
| 4. Aufschlag-Ziele | Ball selbst ins Spiel bringen | Ein Schlagender, Sammeln nach Serie | Aufschlag plus Return |
| 5. Farbstart | Reaktion und Abbremsen | Paarweise im Farbquadrat | Anpassungsschritte zum Treffpunkt |
| 6. Spiegelkorridor | Seitwärtsbewegung und Richtungswechsel | Getrennte parallele Korridore | Split-Step und Platzabdeckung |
| 7. Richtungsentscheidung | Signal, Ziel und Schlägerfläche | Zuspieler seitlich, Sammler hinten | Freie Fläche erkennen |
| 8. Kurzmatch bis drei | Anwendung unter Punktdruck | Zwei Spieler, Wechsel nach Minispiel | Direkter Matchtransfer |
Aufbau, Laufwege und Wechsel
Lege die Stationen im Uhrzeigersinn an und markiere jede mit einer gut sichtbaren Zahl. Alle Schlagrichtungen zeigen zur Platzmitte beziehungsweise in einen eigenen Fangzaun – niemals in den Laufweg der nächsten Gruppe. Zwischen zwei Stationen bleibt ein freier Wechselkorridor. Bälle werden nur auf Signal gesammelt. Schläger bleiben beim Wechsel in der Hand mit dem Schlägerkopf nach unten.
Ein praxistauglicher Rhythmus sind sechs Minuten Belastung und 45 Sekunden Wechsel. Acht Stationen dauern damit rund 54 Minuten. Für eine 75-Minuten-Einheit bleiben etwa zehn Minuten zum gemeinsamen Aufwärmen, fünf Minuten für die Erklärung und sechs Minuten für Abschluss und Rückmeldung. Erkläre vor dem Start nur Ziel, Rollen und Sicherheitsregel jeder Station; technische Details gibst du später mit einem kurzen Coaching-Satz.
Station 1: Höhenpilot – Ballgefühl auf dem Schläger

Lernziel: Schlägerfläche stabilisieren, Ballhöhe dosieren und den Treffpunkt wiederholt vor dem Körper finden.
Geeignet für: Stufe Rot bis Grün; Anfänger beginnen ohne Laufweg.
Material: pro Kind ein Schläger und ein passender Ball, drei flache Markierungen.
Platz und Gruppe: etwa 3 × 3 Meter, zwei bis drei Kinder mit eigener Sicherheitsbox.
Aufbau und Ablauf
Markiere für jedes Kind eine kleine Box. Darin tippt es den Ball zunächst zehnmal ungefähr bis Kniehöhe nach oben. Danach folgen zehn Kontakte bis Hüfthöhe. In der dritten Runde wechselt es nach jedem Kontakt zu einer anderen Markierung. Fortgeschrittene wechseln Vorhand- und Rückhandseite der Schlägerfläche.
Jedes Kind arbeitet mit eigenem Ball. Fällt der Ball herunter, wird er ruhig aufgehoben und an derselben Markierung neu gestartet. Ziel sind drei kontrollierte Serien statt eines einzigen Rekordversuchs.
Coaching-Cues: „Schlägerfläche wie ein Tablett.“ – „Der Ball bleibt vor dir.“ – „Leise Hände, kleine Schritte.“
Typische Fehler: Zu große Ausholbewegungen lassen den Ball wegfliegen. Ein starrer Stand erschwert Korrekturschritte. Reduziere dann die gewünschte Höhe und vergrößere die Box erst nach einer sicheren Serie.
Wirkung: Das Kind verknüpft visuelle Ballbeobachtung mit feiner Dosierung aus Handgelenk, Unterarm und Beinen. Die wechselnden Höhen fördern Anpassungsfähigkeit; die Markierungen übertragen die Kontrolle in Bewegung.
Varianten und Erfolgskriterium: Anfänger balancieren den Ball zunächst. Fortgeschrittene drehen sich nach jedem fünften Kontakt um 90 Grad. Die Station ist passend schwer, wenn etwa zwei von drei Serien ohne Verlassen der Box gelingen.
Sicherheit: Mindestens eine Schlägerlänge Abstand. Keine hohen Schläge über Kopfhöhe.
Übergang ins Spiel: Dieselbe ruhige Schlägerfläche hilft später beim kontrollierten Zuspiel, Volley und kurzen Ball.
Station 2: Zuspiel – Schlag – Fang

Lernziel: Einen ankommenden Ball einschätzen, seitlich zum Ball stehen und kontrolliert zu einem Partner zurückspielen.
Geeignet für: Stufe Rot und Orange; für Grün mit größerer Distanz.
Material: ein Schläger, drei Bälle und zwei Hütchen pro Paar.
Platz und Gruppe: eine 3 bis 5 Meter lange Spur, zwei oder drei Kinder.
Aufbau und Ablauf
Kind A wirft einen Ball mit einer Bodenberührung in die Schlagzone von Kind B. B spielt den Ball kontrolliert zurück, sodass A ihn nach einem Aufsprung fangen kann. Nach fünf Zuspielen wechseln Werfer und Spieler. Bei drei Kindern ist C Ballsammler hinter A und rückt nach jeder Serie in die Werferrolle.
Coaching-Cues: „Dreh dich früh.“ – „Treffpunkt vor der Hüfte.“ – „Spiele zum Partner, nicht an ihm vorbei.“
Typische Fehler: Zu harte Würfe verhindern eine saubere Vorbereitung. Ein Treffpunkt neben oder hinter dem Körper öffnet die Richtung. Der Werfer soll deshalb konstant in eine markierte Schlagzone spielen.
Wirkung: Das Zuspiel schafft eine berechenbare Flugbahn, ohne den Entscheidungsmoment ganz zu entfernen. Das Kind lernt, Ballflug, Bodenabsprung und Abstand zum Treffpunkt zeitlich zu verbinden. Das Fangziel belohnt Kontrolle stärker als Schlaghärte.
Varianten und Erfolgskriterium: Erst Vorhand, dann Rückhand; später entscheidet der Werfer über die Seite. Fünf von acht Bällen sollen fangbar zum Partner zurückkommen.
Sicherheit: Ballsammler steht hinter dem Werfer, nie hinter dem Schlagenden. Nachbarspuren schlagen in dieselbe Richtung.
Übergang ins Spiel: Aus dem gefangenen Rückspiel wird schrittweise ein zweiter Schlag und schließlich ein kooperativer Ballwechsel.
Station 3: Mini-Rally mit Teamziel

Lernziel: Einen Ballwechsel gemeinsam eröffnen, Länge dosieren und nach jedem Schlag wieder spielbereit werden.
Geeignet für: Stufe Rot bis Grün auf angepasster Feldgröße.
Material: Kleinfeldnetz oder Band, zwei Bälle, Feldmarkierungen.
Platz und Gruppe: ein Mini-Court, zwei bis vier Kinder; bei vier Kindern zwei parallele halbe Spuren.
Aufbau und Ablauf
Ein Kind bringt den Ball per Unterhandschlag oder einfachem Aufschlag ins Spiel. Das Paar zählt jeden kontrollierten Netzübertritt. Nach einem Fehler beginnt dasselbe Kind noch einmal; nach zwei Versuchen wechselt das Aufschlagrecht. Ziel sind zunächst drei, dann fünf gemeinsame Treffer.
Bei vier Kindern spielen zwei Paare parallel längs durch den Mini-Court. Jede Spur ist mit einer Mittellinie getrennt.
Coaching-Cues: „Hoch genug über das Netz.“ – „Nach dem Schlag zurück zur Mitte.“ – „Gebt euch einen spielbaren Ball.“
Typische Fehler: Kinder versuchen früh, den Punkt zu gewinnen. Stelle die Teamaufgabe in den Vordergrund und vergrößere die Zielfläche. Bei hektischem Laufen verkleinere das Feld.
Wirkung: Das gemeinsame Zählen verschiebt den Fokus von Schlagstärke zu Ballkontrolle. Wiederholte Rückkehr in eine neutrale Position verbindet Schlag und Bewegung – eine Grundlage für spätere Platzabdeckung.
Varianten und Erfolgskriterium: Nur cross, abwechselnd Vorhand und Rückhand oder nach dem dritten Ball frei spielen. Drei Serien mit mindestens fünf Kontakten zeigen, dass Feld und Ballstufe passen.
Sicherheit: Zwischen parallelen Spuren bleibt eine markierte Trennzone. Keine Bälle während einer laufenden Rally überqueren.
Übergang ins Spiel: Nach erfolgreicher Kooperation wird der sechste Ball frei ausgespielt. So entsteht aus Kontrolle eine einfache taktische Entscheidung.
Station 4: Aufschlag in große Zielfelder

Lernziel: Den Ball selbstständig ins Spiel bringen und Richtung vor Tempo stellen.
Geeignet für: Stufe Rot bis Grün; Distanz und Netz anpassen.
Material: fünf bis acht Bälle, zwei große Zielzonen, Schläger.
Platz und Gruppe: eine Aufschlagspur, zwei bis drei Kinder.
Aufbau und Ablauf
Markiere zwei große Zielfelder diagonal hinter dem Netz. Kind A schlägt von verkürzter Distanz vier Bälle. Kind B sammelt ausschließlich hinter der Ziellinie, Kind C wartet seitlich in einer markierten Box. Danach rotieren alle Rollen. Anfänger dürfen den Ball aus der Hand über Kopf oder zunächst von unten ins Spiel bringen.
Coaching-Cues: „Zeig zuerst ins Ziel.“ – „Wirf so hoch, dass du gestreckt treffen kannst.“ – „Schwinge in das Feld hinein.“
Typische Fehler: Ein unkontrollierter Ballwurf zwingt zum Nachlaufen. Markiere den optimalen Auftreffbereich des verworfenen Balls vor dem vorderen Fuß. Bei zu viel Kraft verkürze die Distanz und zähle nur Treffer.
Wirkung: Große Ziele und kurze Distanz reduzieren die Anforderungen an Kraft und Präzision. Das Kind erlebt den Aufschlag als Start eines Ballwechsels, nicht als isolierte Wurfbewegung.
Varianten und Erfolgskriterium: Erst ein Zielfeld, dann links oder rechts auf Farbsignal. Drei von acht Bällen sollen im richtigen Feld landen, bevor Distanz oder Zielschwierigkeit steigen.
Sicherheit: Es schlägt nur ein Kind. Gesammelt wird nach der Serie und auf Signal. Wartende stehen hinter der Schlaglinie.
Übergang ins Spiel: Ein Partner fängt den Aufschlag zunächst, später returniert er kontrolliert. Danach beginnt ein kurzer Punkt.
Station 5: Farbstart und Ballfang

Lernziel: Auf ein Signal reagieren, schnell starten, abbremsen und den Ball in stabiler Position fangen.
Geeignet für: Stufe Blau bis Orange; ohne Schläger.
Material: vier verschiedenfarbige Hütchen und zwei weiche Bälle.
Platz und Gruppe: Quadrat von etwa 4 × 4 Metern, zwei bis vier Kinder.
Aufbau und Ablauf
Ein Kind steht in der Mitte. Der Partner ruft eine Farbe und rollt oder wirft den Ball so, dass er nahe dem entsprechenden Hütchen gefangen werden kann. Nach dem Fang bringt das Kind den Ball zurück und nimmt wieder die Mitte ein. Nach sechs Aktionen wechseln die Rollen. Bei vier Kindern arbeiten zwei Paare in gegenüberliegenden Hälften.
Coaching-Cues: „Erst sehen, dann starten.“ – „Viele kleine Bremsschritte.“ – „Fang vor dem Körper.“
Typische Fehler: Ein zu früher Start wird zum Raten. Der Partner zeigt und ruft die Farbe erst unmittelbar vor dem Zuspiel. Bei Zusammenstößen die Laufwege halbieren und nur zwei Farben verwenden.
Wirkung: Farbe, Ballflug und Raum müssen in kurzer Zeit verarbeitet werden. Beschleunigen und kontrolliertes Abbremsen bereiten die Anpassungsschritte vor dem Tennistreffpunkt vor.
Varianten und Erfolgskriterium: Ball rollen, einmal aufspringen lassen oder mit der schwächeren Hand fangen. Acht von zehn Bällen sollen innerhalb der markierten Fläche kontrolliert gefangen werden.
Sicherheit: Pro Paar eine eigene Hälfte; Würfe maximal bis Brusthöhe.
Übergang ins Spiel: In der nächsten Stufe ersetzt ein kontrollierter Schlägerkontakt den Fang.
Station 6: Spiegeln im Bewegungskorridor

Lernziel: Seitwärtsbewegung, Abstandskontrolle und schnelle Richtungswechsel ohne Kreuzung der Füße üben.
Geeignet für: alle Stufen; Intensität dem Alter anpassen.
Material: acht Hütchen, optional ein Ball pro Paar.
Platz und Gruppe: zwei parallele Korridore von je 4 × 1,5 Metern, zwei bis vier Kinder.
Aufbau und Ablauf
Zwei Kinder stehen sich in getrennten Korridoren gegenüber. A bewegt sich für 20 Sekunden seitlich, vor und zurück; B spiegelt die Bewegung. Danach wechseln die Rollen. In Runde zwei balanciert B einen Ball auf dem Schläger oder fängt einen von A nach dem Stoppsignal zugeworfenen Ball.
Coaching-Cues: „Tief und leise bewegen.“ – „Brust zeigt zum Partner.“ – „Stoppe stabil, bevor du die Richtung wechselst.“
Typische Fehler: Überkreuzte Füße führen bei kurzen Richtungswechseln zum Stolpern. Verlangsame das Tempo und verkürze den Korridor. Große Sprünge werden durch kleine, rhythmische Schritte ersetzt.
Wirkung: Das Kind koppelt Wahrnehmung und Beinarbeit. Weil das Signal vom Partner kommt, muss es laufend anpassen statt eine auswendig gelernte Folge abzuspulen.
Varianten und Erfolgskriterium: Nur seitwärts, später vor-zurück oder mit Stoppsignal. Das Paar schafft drei 20-Sekunden-Runden ohne Kollision mit den Begrenzungen.
Sicherheit: Korridore dürfen sich nicht schneiden. Keine abrupten Rückwärtsläufe bei wenig Platz.
Übergang ins Spiel: Der Trainer verknüpft die Bewegung später mit Split-Step, Anlaufen des Balls und Rückkehr zur Ausgangsposition.
Station 7: Richtungsentscheidung auf Signal

Lernziel: Vor dem Schlag ein Ziel wahrnehmen und die Schlägerfläche bewusst auf eine Richtung ausrichten.
Geeignet für: Stufe Rot bis Grün.
Material: Schläger, fünf Bälle, zwei farbige Zielfelder, ein Zuspielhütchen.
Platz und Gruppe: Schlagspur von 5 bis 8 Metern, zwei bis drei Kinder.
Aufbau und Ablauf
Kind A spielt oder wirft einen gut erreichbaren Ball zu. Sobald der Ball aufspringt, zeigt A eine Farbkarte. Kind B spielt in das entsprechende linke oder rechte Zielfeld. Nach fünf Schlägen wechseln die Rollen. Das dritte Kind sammelt hinter den Zielen.
Coaching-Cues: „Schau früh zum Signal.“ – „Stell dich mit kleinen Schritten zum Ball.“ – „Großes Ziel, ruhiger Schlag.“
Typische Fehler: Wird das Signal zu spät gegeben, rät das Kind oder schlägt hektisch. Das Signal muss vor der Vorwärtsbewegung des Schlägers sichtbar sein. Bei zu hoher Fehlerquote nur eine Richtung ankündigen und später wählen lassen.
Wirkung: Wahrnehmen, entscheiden und ausführen werden in einer Aktion verbunden. Das ist spielnäher als reine Zielschläge, weil die Richtung nicht vorher feststeht.
Varianten und Erfolgskriterium: Signal vor oder nach dem Absprung; mit Vorhand und Rückhand; später ein Punkt gegen einen Fänger. Mindestens sechs von zehn Entscheidungen sollen richtig und kontrolliert ausgeführt werden.
Sicherheit: Der Signalgeber steht seitlich außerhalb der Schlagbahn. Der Sammler bleibt hinter den Zielzonen.
Übergang ins Spiel: Im Ballwechsel ersetzt die freie Fläche oder die Gegnerposition das Farbsignal.
Station 8: Kurzmatch bis drei

Lernziel: Aufschlag, Ballwechsel, Zählen und einfache taktische Entscheidungen in einem kleinen Spiel verbinden.
Geeignet für: Stufe Rot bis Grün auf passendem Feld.
Material: Netz oder Band, zwei Bälle, Spielfeldmarkierungen.
Platz und Gruppe: ein kleines Feld, zwei bis vier Kinder.
Aufbau und Ablauf
Zwei Kinder spielen bis drei Punkte. Der Ball wird von unten oder mit einem vereinfachten Aufschlag ins Spiel gebracht. Nach jedem Minispiel wechseln Spieler und Schiedsrichter beziehungsweise Ballhalter. Bei vier Kindern dauert ein Spiel höchstens zwei Minuten; danach rotiert das nächste Paar unabhängig vom Spielstand.
Eine Zusatzregel setzt den Schwerpunkt: Der Punkt zählt doppelt, wenn vor dem Abschluss drei kontrollierte Netzübertritte gelingen, oder wenn der Ball in eine markierte freie Zone gespielt wird. Nutze immer nur eine Zusatzregel.
Coaching-Cues: „Bring den ersten Ball sicher ins Feld.“ – „Bewege dich nach jedem Schlag.“ – „Sieh zuerst die freie Fläche.“
Typische Fehler: Diskussionen über den Spielstand kosten Zeit. Der wartende Spieler zählt laut. Wird nur hart geschlagen, vergrößere den Bonus für kontrollierte Ballwechsel.
Wirkung: Das Kurzformat erzeugt viele neue Starts und klare Entscheidungsmomente. Die Zusatzregel lenkt Aufmerksamkeit auf ein Lernziel, ohne den Spielcharakter zu verlieren.
Varianten und Erfolgskriterium: Kooperativer Start, Aufschlag von oben oder Doppel auf verbreitertem Feld. Erfolg bedeutet nicht nur Sieg: Beobachte, ob Aufschlag, Rückkehrposition und Zielentscheidung im Punktspiel auftauchen.
Sicherheit: Bälle der Nachbarstation dürfen nicht im Feld liegen. Wechsel erst nach beendetem Punkt.
Übergang ins Spiel: Diese Station ist bereits der Transfer. Notiere, welcher Technik- oder Taktikbaustein unter Punktdruck stabil bleibt und plane daraus die nächste Einheit.
So coachst du acht Stationen mit wenig Personal
Mit nur einer Trainerperson müssen mindestens fünf Stationen selbsterklärend und risikoarm laufen. Stelle dich zwischen Station 2, 4 und 7, weil dort Zuspiel, Schlagrichtung und Sicherheit am meisten Betreuung brauchen. Verwende Stationskarten mit höchstens drei Schritten und einem Bild. Ein älteres, verlässliches Kind darf zählen oder Rollenwechsel ansagen, übernimmt aber keine technische Korrektur.
Gib pro Runde nur einen Coaching-Cue. Beobachte zuerst, ob die Aufgabe das gewünschte Verhalten überhaupt hervorruft. Wenn nicht, ändere Ball, Distanz, Zielgröße oder Tempo – nicht sofort die Schlagtechnik. Eine gute Station produziert viele passende Versuche; sie zwingt nicht alle Kinder in dieselbe Bewegung.
Wenn Gruppe, Platz oder Niveau nicht aufgehen
Mehr als 24 Kinder: Verdopple einfache Stationen, kürze nicht die Aktivitätszeit und organisiere eine zweite Aufsicht.
Nur ein Platz: Nutze vier Stationen pro Platzhälfte und sichere Schlagrichtungen mit Netzen oder Fangzonen.
Große Leistungsunterschiede: Behalte dieselbe Aufgabe, variiere aber Ballstufe, Distanz und Zielgröße.
Sehr junge Kinder: Verkürze auf vier bis fünf Minuten und wechsle Schlag- und Bewegungsstationen ab.
Regen oder Halle: Nutze nur flache Markierungen, langsame Bälle und Aufgaben ohne unkontrollierte Weitwürfe.