Vier HEAD-Serien stehen regelmäßig auf derselben Shortlist, obwohl sie unterschiedliche Spielideen verfolgen: Gravity, Speed, Extreme und Radical. Für diesen Vergleich betrachten wir jeweils eine konkrete MP-Variante der aktuellen beziehungsweise zuletzt relevanten Generation: HEAD Gravity MP 2025, HEAD Speed MP 2026, HEAD Extreme MP 2026 und HEAD Radical MP 2025. Entscheidend ist nicht, welcher Schläger pauschal „der beste“ ist, sondern welcher Rahmen zu deinem Schwungtempo, deiner Treffqualität und deiner bevorzugten Ballflugkurve passt.
Die Einordnung verbindet technische Herstellerdaten mit redaktioneller Praxiseinschätzung. Sie ist kein eigener SchlaegerClub-Spieltest dieser vier exakten Modelle. Wo wir Spielcharakter, Zielgruppe oder typische Stärken beschreiben, leiten wir das aus Spezifikationen, Serienpositionierung und den bekannten konstruktiven Unterschieden ab. Numerische Scores oder Radarwerte verwenden wir bewusst nicht, solange dafür keine kalibrierte Vergleichsmethodik freigegeben ist.
HEAD Gravity, Speed, Extreme und Radical im direkten Überblick
| Merkmal | HEAD Gravity MP 2025 | HEAD Speed MP 2026 | HEAD Extreme MP 2026 | HEAD Radical MP 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Gewicht unbesaitet | 295 g | 300 g | 300 g | 300 g |
| Balance | 325 mm | 320 mm | 320 mm | 320 mm |
| Schlagfläche | 100 in² / 645 cm² | 100 in² / 645 cm² | 100 in² / 645 cm² | 98 in² / 630 cm² |
| Saitenbild | 16x20 | 16x19 | 16x19 | 16x19 |
| Rahmenprofil | 22 mm | 23 mm | 23/26/21 mm | 20/23/21 mm |
| Merkmal | HEAD Gravity MP 2025 | HEAD Speed MP 2026 | HEAD Extreme MP 2026 | HEAD Radical MP 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Power | Eigenbeschleunigung gefragt | Ausgewogene Beschleunigung | Offensive Power-Ausrichtung | Aktive Eigenbeschleunigung |
| Kontrolle | Kontrollorientierte Ballführung | Vielseitig statt spezialisiert | Auf druckvolle Grundlinie ausgelegt | Kompaktere Präzision |
| Spinpotenzial | Technisch erzeugt, dichteres Saitenbild | Offenes 16x19-Saitenbild | Klare Spin-Ausrichtung | Flexibles 16x19-Saitenbild |
| Komfort | Schlanker Rahmen | Moderates Rahmenprofil | Variables Rahmenprofil | Schlankes variables Profil |
| Manövrierbarkeit | Etwas kopflastiger abgestimmt | All-Court-ausgerichtet | Für hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit | Für technisch stabile Spieler |
| Stabilität | Ruhige Ballführung | Ausgewogene Basis | 300-g-Basis mit 100-in²-Reserve | Direkte, präzise Ausrichtung |
Schon die Kerndaten zeigen die wichtigsten Unterschiede. Gravity, Speed und Extreme arbeiten mit 100 in² Schlagfläche; der Radical MP ist mit 98 in² kompakter. Gravity setzt als einziger Kandidat auf ein 16x20-Saitenbild und den konstant dünnen 22-mm-Rahmen. Speed und Extreme liegen beim Gewicht und bei der Balance eng zusammen, unterscheiden sich aber beim Rahmenprofil und bei der Serienausrichtung. Radical kombiniert 300 Gramm mit dem kleineren Kopf und einem schmalen variablen Profil.
Diese Matrix ist bewusst qualitativ. Sie soll zeigen, in welche Richtung sich die Modelle bewegen, ohne aus Herstellerangaben scheinpräzise Messwerte abzuleiten. Besonders wichtig: Zwei Schläger mit identischem Gewicht können sich deutlich unterschiedlich anfühlen, wenn Kopfgröße, Balance, Rahmenprofil und Saitenbild andere Schwerpunkte setzen.
HEAD Gravity MP 2025: Kontrolle, Sweetspot und ruhige Ballführung
Der Gravity MP 2025 fällt in diesem Vergleich schon technisch aus dem Raster. Mit 295 Gramm ist er geringfügig leichter als die drei 300-Gramm-Kandidaten, gleichzeitig liegt seine Balance mit 325 Millimetern etwas weiter Richtung Kopf. Die 100-in²-Fläche bleibt ausreichend großzügig, während das 16x20-Saitenbild dichter ist als bei Speed, Extreme und Radical.
Für die Praxis bedeutet das: Der Gravity MP passt besonders zu Spielern, die nicht primär über rohe Rahmenpower spielen möchten. Das etwas dichtere Saitenbild unterstützt eine kontrollierte, berechenbare Ballabgabe und kann Spielern entgegenkommen, die gern mit Richtung, Höhe und Tiefe arbeiten. Der 22-mm-Rahmen ist vergleichsweise schlank und passt zu dieser kontrollorientierten Ausrichtung.
Interessant ist der Gravity MP für fortgeschrittene Spieler mit sauberem, eigenem Schwung, die trotzdem nicht auf die Reserve einer 100-in²-Schlagfläche verzichten wollen. Wer viele Bälle früh nimmt, Winkel erzeugt oder aus neutralen Situationen präzise aufbaut, findet hier eine nachvollziehbare Kombination aus Treffflächenreserve und Kontrolle. Wer dagegen maximale freie Power aus kurzen Bewegungen sucht, wird eher bei Extreme oder leichteren Varianten anderer Serien fündig.
Auch bei der Spinfrage lohnt Differenzierung: Das 16x20-Muster verhindert Topspin nicht. Es setzt nur weniger stark auf ein sehr offenes Saitenbett als die drei 16x19-Kandidaten. Spieler, die Spin durch Schlägerkopfgeschwindigkeit und Technik erzeugen, können den Gravity MP sehr wohl mit hoher Flugkurve spielen. Er fordert dafür eher aktiven Input als eine explizite Spin-Hilfe durch die Konstruktion.
Produkte der HEAD Gravity 2025 Serie
HEAD Speed MP 2026: der ausgewogene All-Court-Mittelweg
Der Speed MP 2026 ist mit 300 Gramm, 320 Millimetern Balance, 100 in² und 16x19 der klassische Mittelweg dieses Vergleichs. Sein 23-mm-Rahmen ist weder so variabel und kräftig ausgelegt wie beim Extreme noch so kompakt wie beim Radical. Das macht ihn nicht automatisch neutral in jeder Spielsituation, aber seine Daten erklären, warum er häufig als All-Court-Option eingeordnet wird.
Für Spieler, die keinen extremen Schwerpunkt suchen, ist genau das seine Stärke. Der Speed MP lässt sich sinnvoll zwischen Grundlinie, Übergangsspiel und Netz einsetzen. Die 100-in²-Fläche bietet mehr Reserve als der 98-in²-Kopf des Radical, während das 16x19-Saitenbild freier auf Spin und Beschleunigung reagiert als das 16x20 des Gravity. Gleichzeitig bleibt der Rahmen mit 23 Millimetern moderater als der mittlere 26-mm-Bereich des Extreme.
Der Speed MP ist deshalb vor allem für Spieler interessant, die ihr Spiel nicht auf einen einzigen Schlagtyp reduzieren möchten. Flache Beschleunigung, Topspin, Return, Volley und Aufschlag sollen in einer gemeinsamen Abstimmung funktionieren. Wer technisch solide ist, aber keinen besonders kleinen Kopf und keine sehr spezialisierte Spin-Geometrie möchte, findet hier die ausgewogenste Ausgangslage der vier Modelle.
Das bedeutet nicht, dass der Speed MP in jeder Einzeldisziplin vor den anderen liegt. Ein spinorientierter Grundlinienspieler kann im Extreme eine passendere Konstruktion finden, ein kontrollorientierter Spieler im Gravity, ein sehr präzise treffender All-Court-Spieler im Radical. Der Vorteil des Speed liegt eher darin, wenige extreme Anforderungen an die Spielidee zu stellen.
Produkte der HEAD Speed 2026 Serie
HEAD Extreme MP 2026: für spinorientiertes Grundlinienspiel mit 100-in²-Reserve
Der HEAD Extreme MP 2026 kombiniert 300 Gramm unbesaitet mit einer 100-in²-Schlagfläche und einem offenen 16x19-Saitenbild. Damit bleibt er innerhalb dieses Vierer-Vergleichs die naheliegende Option für Spieler, die ihr Grundlinienspiel stark über Topspin, Höhe und offensive Flugkurven aufbauen, ohne auf die Reserve einer 100-in²-Fläche zu verzichten. HEAD gibt 320 Millimeter Balance und ein Rahmenprofil von 23/26/21 Millimetern an.
Im direkten Vergleich ist die Einordnung klarer als ein pauschales „mehr Spin“: Gegenüber dem Radical MP mit 98 in² bietet der Extreme MP mehr Schlagflächenreserve; gegenüber dem Gravity MP liegt sein Schwerpunkt weniger auf maximaler kontrollierter Ballführung und stärker auf einer spinorientierten, druckvollen Grundlinienausrichtung. Der Speed MP bleibt die ausgewogenere All-Court-Option für Spieler, die Tempo, Manövrierbarkeit und Vielseitigkeit kombinieren wollen. Diese Einordnung ist eine Praxiseinschätzung aus Spezifikationen und Serienpositionierung, kein eigener SchlaegerClub-Spieltest.
Das variable Rahmenprofil ist ein wichtiger Unterschied. Während Gravity und Speed deutlich gleichmäßiger und schlanker aufgebaut sind, wird der Extreme im mittleren Bereich breiter. Das passt konstruktiv zu einer offensiveren Power-/Spin-Ausrichtung. Wer den Ball mit hoher Schlägerkopfgeschwindigkeit und viel vertikalem Anteil beschleunigt, erhält eine plausible Plattform für hohe, schwere Grundschläge und Winkel.
Wer technisch sauber beschleunigt und Topspin als Grundmuster nutzt, findet im Extreme MP 2026 eine plausible Wahl. Wer dagegen ein kompakteres 98-in²-Setup oder stärker kontrollorientiertes Feedback sucht, sollte Radical beziehungsweise die anspruchsvolleren Varianten anderer Serien gegenprüfen. Für überwiegend flaches Konterspiel oder ein sehr klassisches, geradliniges All-Court-Muster ist der Extreme nicht automatisch die logischste erste Wahl.
Produkte der HEAD Extreme 2026 Serie
HEAD Radical MP 2025: kompaktere Präzision für aktive All-Court-Spieler
Der Radical MP 2025 ist mit 300 Gramm zwar genauso schwer wie Speed und Extreme, setzt aber auf eine kleinere 98-in²-Schlagfläche. Dazu kommen 320 Millimeter Balance, 16x19 und ein variables Rahmenprofil von 20/23/21 Millimetern. Damit ist er in diesem Vergleich die Option für Spieler, die einen kompakteren Treffbereich bewusst in Kauf nehmen, um direkter und präziser zu arbeiten.
Die 98 in² machen den Radical nicht automatisch „besser kontrollierbar“ für jeden Spieler. Ein kleinerer Kopf kann nur dann einen Vorteil bieten, wenn Treffpunkt und Schwung ausreichend konstant sind. Wer häufig außermittig trifft oder aus schwierigen Situationen zusätzliche Reserve braucht, profitiert meist eher von einer 100-in²-Fläche. Für technisch stabile Spieler kann der kompaktere Kopf dagegen sehr attraktiv sein.
Das offene 16x19-Muster hält den Radical trotzdem flexibel. Er ist kein reiner Flachschlagrahmen und kein klassischer Kontrollschläger mit extrem dichtem Saitenbild. Seine Position liegt eher zwischen Präzision, Spin und aktiver Beschleunigung. Deshalb passt er besonders zu Spielern, die selbst Tempo erzeugen, gern früh an den Ball gehen und zwischen druckvollen Grundschlägen, Richtungswechseln und Netzangriffen variieren.
Im Vergleich zum Gravity wirkt die technische Basis kompakter und offensiver. Gegenüber Speed ist die Treffflächenreserve geringer, dafür ist die Konstruktion klarer auf präzises aktives Spiel zugeschnitten. Gegenüber Extreme bietet Radical weniger offensichtliche Power-/Spin-Unterstützung, kann aber für Spieler mit sauberem Treffpunkt die kontrolliertere Wahl sein.
Produkte der HEAD Radical 2025 Serie
Gravity vs. Speed: Kontrolle oder Vielseitigkeit?
Zwischen Gravity MP und Speed MP entscheidet weniger das Gewicht als die Spielidee. Gravity arbeitet mit 16x20, 22 Millimetern Rahmen und 325 Millimetern Balance. Speed setzt auf 16x19, 23 Millimeter und 320 Millimeter Balance. Wer seinen Ball gern kontrolliert aufbaut, Flugkurven bewusst variiert und den eigenen Schwung als Hauptquelle für Tempo nutzt, findet im Gravity eine schlüssige Plattform. Wer dagegen häufiger zwischen offensiver Grundlinie, Aufschlag, Return und Netz wechselt, bekommt mit dem Speed die breitere All-Court-Ausrichtung.
Speed vs. Extreme: All-Court oder klare Spin-Ausrichtung?
Speed und Extreme sind auf dem Papier zunächst ähnlich: 300 Gramm, 320 Millimeter, 100 in² und 16x19. Der Unterschied steckt stärker im Rahmenprofil und in der Positionierung. Speed bleibt bei 23 Millimetern und zielt auf Vielseitigkeit. Extreme arbeitet mit 23/26/21 Millimetern und verfolgt eine deutlichere Power-/Spin-Idee. Wenn du aus mehreren Spielsituationen ähnlich sicher agieren möchtest, ist Speed der logischere Ausgangspunkt. Wenn dein Punktaufbau stark von Topspin, Höhe, Kick und druckvollen Grundschlägen lebt, ist Extreme spezifischer.
Extreme vs. Radical: mehr Reserve oder kompaktere Präzision?
Hier ist der Kontrast besonders deutlich. Extreme bietet 100 in² und ein kräftigeres variables Profil; Radical 98 in² und einen schlankeren Rahmen. Der Extreme hilft eher dabei, Spin und offensive Flugkurve mit zusätzlicher Schlagflächenreserve zu kombinieren. Der Radical verlangt den saubereren Treffpunkt, belohnt dafür aber eine direktere, präzisere Spielidee. Für viele ambitionierte Grundlinienspieler ist Extreme einfacher einzuordnen; technisch gefestigte All-Court-Spieler können Radical bevorzugen.
Welcher HEAD-Schläger passt zu deinem Spiel?
- Gravity MP 2025: wenn du Kontrolle, Ballführung und einen 100-in²-Kopf mit dichterem 16x20-Muster suchst.
- Speed MP 2026: wenn du möglichst ausgewogen zwischen Grundlinie, Aufschlag, Return und Netz spielen möchtest.
- Extreme MP 2026: wenn Topspin, hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit und druckvolle Grundlinienbälle dein Grundmuster bestimmen.
- Radical MP 2025: wenn du einen kompakteren 98-in²-Kopf bewusst spielen kannst und Präzision mit aktivem All-Court-Tennis verbinden möchtest.
Wenn du noch unsicher bist, lohnt es sich, nicht nur auf Gewicht und Kopfgröße zu schauen. Entscheidend sind auch dein Treffpunkt, deine Schwunglänge und die Frage, wie viel Unterstützung du vom Rahmen erwartest. Im Tennisschläger-Vergleich kannst du diese Kriterien systematisch gegenüberstellen. Für die grundsätzliche Auswahl eines passenden Rahmens hilft außerdem der Bereich Tennisschläger mit weiteren Einordnungen zu Gewicht, Kopfgröße und Spielniveau.