Overgrips für einen sicheren Griff
Ein gleichmäßiger Griff statt möglichst viel Spannung
Ein Overgrip ist schnell gewechselt, aber kleine Fehler bei Start, Spannung und Überlappung können den Griff ungleichmäßig machen. Ziel ist nicht, das Band möglichst straff zu ziehen, sondern eine gleichmäßige, faltenfreie Oberfläche zu erzeugen, die die Griffkanten noch gut erkennen lässt und den Umfang nicht unnötig vergrößert. Das dünne Übergriffband kommt über das vorhandene Basisgriffband; beim normalen Wechsel entfernst du nur das alte Overgrip.
Vor dem Wickeln: Basisgriff und Griffstärke prüfen

Ein neues Overgrip kann ein verbrauchtes Basisgriffband nicht vollständig kompensieren. Ist die Unterlage verhärtet, beschädigt oder ungleichmäßig, sollte zunächst das Basisgriffband geprüft werden. Dann hilft die Anleitung zum Wechsel des Basisgriffbands. Außerdem lohnt ein Blick auf die Griffstärke: Mehrere übereinander gewickelte Overgrips vergrößern den Umfang spürbar. Wer dauerhaft zwei oder mehr Lagen benötigt, sollte besser klären, ob die Griffgröße grundsätzlich passt.
Lege das neue Overgrip, sein Abschlussklebeband und eine Schere bereit. Löse das Abschlussband des alten Overgrips oben am Griff und wickle die alte Lage ab. Halte das Basisgriffband darunter fest, falls es sich mit anheben möchte. Auf einer feuchten Unterlage solltest du nicht sofort weiterwickeln: Wische sie mit einem trockenen Tuch ab und lasse sie trocknen.
Rolle das neue Band aus und entferne eine vorhandene Schutzfolie. Hat es eine kleine Klebestelle am schmalen Ende, ziehst du dort auch das Abdeckpapier ab. Diese Klebestelle zeigt zum Griff; die Nutzseite liegt außen. Nicht jedes Overgrip besitzt eine Klebestelle oder ein vorgeschrägtes Ende. Prüfe bei einer anderen Ausführung die Hinweise auf der Verpackung, statt eine vermeintlich fehlende Folie vom Material abzuziehen.
So beginnt die Wicklung sauber
Hat dein Overgrip ein schmal zulaufendes Ende, beginnst du damit unten an der Griffkappe. Bei einem ungeschnittenen Band folgst du für den Anfang der jeweiligen Produktanleitung. Die erste Runde entscheidet über den Sitz: Sie sollte das Griffende vollständig umschließen, ohne dass das Band nach unten übersteht. Drücke den Anfang mit dem Daumen fest, bis die erste Wicklung ihn hält. Danach führst du das Overgrip mit gleichmäßiger, leichter Spannung schräg in Richtung Schlägerhals. Bei einem Band ohne Klebestelle hältst du den Anfang ebenfalls fest, bis die nächste Lage ihn sichert.
Achte schon an der breiteren Griffkappe darauf, dass das Band flach anliegt. Entsteht eine Falte, wickle bis zu dieser Stelle zurück und setze mit einem etwas gleichmäßigeren Winkel neu an. Eine Falte unter weiteren Lagen zu verstecken macht den Griff nicht gleichmäßiger.
Wie viel Spannung ist richtig?
Zu wenig Spannung führt zu Falten und einem schwammigen Gefühl, zu viel Spannung kann das Material unnötig dehnen und die Oberfläche verändern. Entscheidend ist eine konstante Spannung über die gesamte Länge. Ziehe nur so weit, dass das Band sauber anliegt; dehne es nicht bis zur sichtbaren Verformung. Gerade bei sehr dünnen Overgrips zeigt sich eine ungleichmäßige Wicklung sofort.
Überlappung und Griffkanten
Jede neue Bahn soll die Kante der vorherigen Bahn leicht bedecken. Halte diese Überlappung möglichst gleich breit: Es sollen weder Lücken noch deutlich dickere und dünnere Zonen entstehen. Eine allgemeingültige Millimeterzahl ist dafür nicht nötig; auch Bandbreite, Material und gewünschte Griffstärke spielen mit hinein.
Wer die Griffkanten deutlich spüren möchte, hält die Überlappung eher gering. Eine etwas größere Überlappung trägt mehr Material auf und kann sich weicher anfühlen, vergrößert aber auch den Griff. Wichtig ist, dass das Muster gleichmäßig bleibt. Ein sauber gewickeltes Overgrip darf keine ausgeprägten Stufen bilden, die beim Griffwechsel stören. Wenn es vor allem um die passende Oberfläche oder Materialdicke geht, hilft die Übersicht zu Basisgriffbändern und Overgrips.
Abschluss am Griffhals und kurze Kontrolle
Oben wird das Band so beendet, dass es an der gewünschten Stelle sauber ausläuft. Halte die letzte Wicklung fest, schneide das überschüssige Ende schräg zu und sichere es mit dem Abschlussband. Schneide dabei nur das freie Bandende, nicht in die Wicklung auf dem Griff. Wichtig ist weniger die perfekte Optik als ein fester Abschluss, der sich im Match nicht löst.
Prüfe den Griff vor dem Spielen in deinen gewohnten Griffhaltungen: Liegt das Band überall an? Steht eine Kante ab, drückt eine Falte oder lässt sich eine Lage verschieben? Sind Griffkanten und Griffkappe noch gut spürbar? Korrigiere eine lose oder ungleichmäßige Stelle jetzt, statt sie durch besonders festes Zugreifen auszugleichen.
Wann ein Overgrip gewechselt werden sollte
Ein Wechsel ist sinnvoll, sobald die Oberfläche rutschig, stark verschmutzt oder sichtbar abgenutzt ist und keinen verlässlichen Halt mehr bietet. Auch ein durchfeuchtetes Band, das im Spiel rutschig bleibt, gehört gewechselt. Nicht jede leichte Feuchtigkeit bedeutet automatisch Verschleiß; entscheidend ist, ob du den Schläger noch sicher halten kannst.
Eine starre Stundenangabe ist wenig hilfreich, weil Schweißmenge, Temperatur und Material den Verschleiß stark verändern. Vielspieler wechseln daher meist häufiger als Gelegenheitsspieler. Entscheidend ist der Funktionsverlust, nicht der Kalender. Ein Overgrip mit trockenem Griffgefühl muss sich dabei nicht klebrig anfühlen, um brauchbar zu sein.
Typische Fehler erkennen und beheben
Zu lockeres Wickeln, wechselnde Überlappung, mehrere alte Lagen übereinander und ein Start, der nicht sauber am Griffende sitzt, können den Sitz verschlechtern. Wer nach dem Wechsel plötzlich eine deutlich dickere oder ungleichmäßige Griffkontur spürt, sollte neu wickeln statt sich daran zu gewöhnen. Bleibt die Unebenheit nach dem Abwickeln sichtbar oder fühlbar, liegt sie möglicherweise im Basisgriffband und sollte dort behoben werden.