Tennis verlangt Ausdauer, aber nicht auf dieselbe Weise wie ein gleichmäßiger Dauerlauf. Ein Match besteht aus vielen kurzen Belastungen, kurzen Pausen, längeren Ballwechseln, Richtungswechseln und immer wieder Phasen, in denen Puls und Atmung herunterkommen sollen. Gerade im höheren Alter lohnt es sich deshalb, Ausdauer nicht als möglichst langes oder möglichst hartes Training zu verstehen. Entscheidend ist, über die gesamte Spielzeit beweglich, konzentriert und technisch stabil zu bleiben.
Was Ausdauer im Tennis wirklich bedeutet
Eine gute Tennisausdauer zeigt sich nicht nur daran, ob jemand lange laufen kann. Wichtiger ist, ob die Qualität des Spiels auch nach längerer Belastung erhalten bleibt. Typische Zeichen einer passenden Ausdauerbasis sind:
- die Beinarbeit bleibt auch später im Match kontrolliert,
- zwischen den Punkten beruhigt sich die Atmung wieder,
- die Vorbereitung auf den Schlag wird nicht hektisch,
- Entscheidungen bleiben klar,
- längere Ballwechsel führen nicht sofort zu deutlichem Leistungsabfall.
Damit verbindet Tennis eine aerobe Basis mit wiederholten kurzen, intensiveren Belastungen. Genau deshalb ist eine Kombination verschiedener Trainingsformen meist sinnvoller als nur eine einzige Methode.
Die Basis: regelmäßige, moderate Bewegung
Für viele ältere Tennisspieler ist eine solide Grundlagenausdauer der wichtigste Ausgangspunkt. Sie lässt sich durch zügiges Gehen, Radfahren, lockeres Joggen, Schwimmen oder ruhige längere Tennisformen entwickeln. Die Belastung sollte so gewählt sein, dass sie kontrollierbar bleibt und sich gut erholen lässt.
Wer nach längerer Pause wieder beginnt, sollte nicht versuchen, versäumte Fitness in wenigen Einheiten nachzuholen. Besser ist ein Aufbau über mehrere Wochen. Regelmäßigkeit schlägt einzelne sehr harte Einheiten.
Tennisspezifische Ausdauer auf dem Platz
Neben der Basis braucht es Belastungen, die näher am Spiel liegen. Dafür eignen sich beispielsweise kontrollierte Ballwechsel mit klarer Aufgabenstellung, Punktformen mit begrenztem Feld, Serien aus kurzen Laufwegen und Schlaganschluss oder längere Übungen mit bewusst eingeplanten Pausen.
Wichtig ist: Die technische Qualität sollte nicht vollständig zerfallen. Wenn nur noch irgendwie zum Ball gelaufen wird, trainiert man zwar Ermüdung, aber nicht unbedingt gutes Tennis unter Ermüdung.
Belastung über die Woche verteilen
Tennis selbst zählt bereits als körperliche Belastung. Wer zwei- oder dreimal pro Woche spielt, braucht deshalb nicht automatisch zusätzlich mehrere harte Konditionseinheiten. Sinnvoller ist es, die gesamte Woche zu betrachten: Tennis, Krafttraining, Alltag, Schlaf, andere Sportarten und Erholung gehören zusammen.
Eine zusätzliche lockere Ausdauereinheit kann eine gute Basis schaffen. Eine intensivere Intervallform kann ergänzen, wenn bereits eine ausreichende Belastungsverträglichkeit vorhanden ist. Beides muss nicht an jedem Trainingstag stattfinden.
Woran man merkt, dass die Belastung zu hoch war
Ein einzelner müder Tag ist noch kein Problem. Wenn jedoch Erschöpfung ungewöhnlich lange anhält, die Bewegungsqualität von Einheit zu Einheit schlechter wird oder Beschwerden zunehmen, sollte die Belastung reduziert und die Ursache geklärt werden. Bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ungeklärter Atemnot, Schwindel, Brustschmerz oder anderen auffälligen Symptomen gehört die individuelle Belastungsfreigabe in ärztliche Hände.
Praxisbeispiel für eine ausgewogene Woche
Eine mögliche Woche kann aus zwei Tenniseinheiten, einer lockeren Ausdauereinheit und einer kurzen Kraft- oder Stabilitätseinheit bestehen. Wer mehr Tennis spielt, benötigt entsprechend weniger zusätzliches Ausdauertraining. Wer erst wieder einsteigt, beginnt möglicherweise mit einer Tenniseinheit und ein bis zwei moderaten Bewegungseinheiten.
Das ist kein allgemeingültiger Plan, sondern ein Prinzip: Belastung so kombinieren, dass die nächste Einheit wieder mit guter Bewegungs- und Schlagqualität möglich ist.
Was für tennisgerechte Ausdauer zählt
Ausdauertraining für ältere Tennisspieler sollte vor allem eines leisten: das Tennisspiel über längere Zeit stabil halten. Eine gute Grundlagenausdauer, ergänzt durch dosierte tennisspezifische Belastungen, ist dafür meist sinnvoller als ausschließlich lange Läufe oder sehr harte Intervalle. Entscheidend sind Regelmäßigkeit, passende Erholung und ein Trainingsumfang, der zum tatsächlichen Tennisalltag passt.