Wer seine Ausdauer fürs Tennis verbessern will, denkt oft zuerst ans Joggen. Das ist nachvollziehbar, aber zu kurz gedacht. Tennis und Joggen setzen unterschiedliche Reize. Für viele ältere Tennisspieler ist deshalb nicht die Frage entscheidend, welche Form „besser“ ist, sondern welche Ergänzung zum eigenen Tennisalltag passt.
Was Tennis für die Ausdauer leistet
Tennis ist ein Stop-and-Go-Sport. Kurze explosive Aktionen wechseln mit Pausen, Seitenwechseln und unterschiedlich langen Ballwechseln. Dadurch trainiert Tennis unter anderem die Fähigkeit, wiederholt Belastungsspitzen zu verkraften und sich dazwischen zu erholen.
Wer regelmäßig spielt, bekommt deshalb bereits einen relevanten Ausdauerreiz. Allerdings ist die Belastung nicht gleichmäßig und technisch geprägt. Ein lockerer Grundlageneffekt lässt sich auf dem Platz zwar erzeugen, aber nicht immer so gut steuern wie bei einer gleichmäßigen Ausdauereinheit.
Was Joggen ergänzen kann
Lockeres Joggen eignet sich gut, um über längere Zeit eine relativ gleichmäßige Belastung zu erzeugen. Das kann helfen, die aerobe Basis zu verbessern. Gleichzeitig ist Joggen aber nicht zwingend notwendig. Wer Knie, Achillessehne oder andere Strukturen beim Laufen schlecht verträgt, kann dieselbe Grundidee auch mit zügigem Gehen, Radfahren, Crosstrainer oder Schwimmen umsetzen.
Wann Tennis allein reichen kann
Wer zwei- bis dreimal pro Woche ausreichend intensiv Tennis spielt, sich gut erholt und auch längere Matches ohne starken konditionellen Einbruch bewältigt, braucht möglicherweise nur wenig zusätzliches Ausdauertraining. Dann können Kraft, Beweglichkeit oder Erholung größere Hebel sein.
Wann zusätzliches Ausdauertraining sinnvoll wird
Zusätzliche Ausdauerarbeit kann helfen, wenn die Atmung früh stark ansteigt, längere Einheiten deutlich schwerfallen oder die Erholung zwischen Ballwechseln und Sätzen langsam ist. Auch nach längerer Pause ist eine kontrollierbare Ausdauerform außerhalb des Platzes oft leichter zu dosieren als sofort intensives Matchtraining.
Eine sinnvolle Kombination
Eine praxistaugliche Mischung kann so aussehen: Tennis liefert die sportartspezifischen Belastungswechsel, eine lockere Ausdauereinheit schafft die Basis. Wer bereits gut trainiert ist, kann gelegentlich zusätzlich Intervalle einsetzen.
Das Ziel ist nicht, möglichst viele Trainingsformen zu sammeln. Entscheidend ist, dass sich die Einheiten ergänzen und die Erholung nicht gegenseitig blockieren.
Joggen ist kein Pflichtprogramm
Für Tennisspieler ist Joggen ein Werkzeug, kein Muss. Wer Joggen mag und gut verträgt, kann es nutzen. Wer lieber Rad fährt, zügig geht oder schwimmt, kann die Grundlagenausdauer genauso sinnvoll entwickeln.
Welche Ausdauerform zu deinem Tennis passt
Tennis trainiert die wechselnde, sportartspezifische Ausdauer. Joggen kann eine ruhige aerobe Basis ergänzen. Für ältere Tennisspieler ist meist eine Kombination aus regelmäßigem Tennis und einer gut verträglichen moderaten Ausdauerform sinnvoller als die Suche nach der einen perfekten Methode.