Die Schulter wird beim Aufschlag, Schmetterball und bei schnellen Grundschlägen stark gefordert. Sinnvolle Vorbereitung bedeutet deshalb nicht, den Arm nur ein paarmal kreisen zu lassen. Besser ist eine Kombination aus allgemeinem Aufwärmen, kontrollierter Beweglichkeit, Aktivierung des Schultergürtels und einer schrittweisen Steigerung der Schlaggeschwindigkeit.
Erst den ganzen Körper vorbereiten
Schulterarbeit im Tennis ist Teil einer Bewegungskette. Beine, Hüfte und Rumpf übertragen Kraft nach oben. Deshalb sollte die Schultervorbereitung nicht isoliert beginnen. Ein paar Minuten allgemeine Bewegung und Rumpfrotation schaffen eine bessere Ausgangslage.
Schultergürtel aktivieren
Sinnvoll sind leichte, kontrollierte Bewegungen für Schulterblätter und Außenrotation. Mit einem leichten Widerstandsband können kleine Zug- und Rotationsbewegungen durchgeführt werden. Entscheidend ist eine saubere, schmerzfreie Ausführung und kein Krafttest vor dem Match.
Beweglichkeit dynamisch nutzen
Arme nach vorn und oben führen, kontrollierte Brustwirbelsäulenrotationen und lockere Überkopfbewegungen können die Bewegungsbereitschaft verbessern. Große Bewegungsradien sollten erst dann genutzt werden, wenn sie sich frei anfühlen.
Aufschlag schrittweise steigern
Die ersten Aufschläge sollten deutlich unter maximalem Tempo gespielt werden. Zunächst Rhythmus und Treffpunkt, dann Bewegungsumfang und zuletzt Geschwindigkeit steigern. Mehrere harte erste Aufschläge direkt nach dem Betreten des Platzes erzeugen unnötige Belastungsspitzen.
Technik vor Kraft
Wenn der Ballwurf unruhig ist oder der Treffpunkt zu spät wird, kompensiert die Schulter häufig mit zusätzlichen Bewegungen. Deshalb ist technische Kontrolle ebenfalls Prävention. Bei Müdigkeit sollte die Schlaggeschwindigkeit nicht auf Kosten der Bewegungskontrolle erzwungen werden.
Was bei Beschwerden gilt
Ein Ziehen oder eine ungewohnte Bewegungseinschränkung ist kein Signal, mit mehr Intensität „hineinzukommen“. Bei stechendem Schmerz, deutlichem Kraftverlust, Schwellung oder wiederkehrenden Beschwerden sollte die Belastung beendet und fachlich abgeklärt werden.
Kurze Schulter-Routine vor dem Tennis
- Allgemein erwärmen.
- Brustwirbelsäule rotieren.
- Schulterblätter kontrolliert bewegen.
- Leichte Außenrotation mit kleinem Widerstand.
- Dynamische Armführung.
- Lockere Schläge.
- Aufschlagtempo stufenweise erhöhen.
Was für eine belastbare Schulter wichtig ist
Die Schulter sollte nicht isoliert, sondern als Teil der gesamten Schlagkette vorbereitet werden. Mobilität, Aktivierung und eine schrittweise Steigerung der Aufschlagintensität sind sinnvoller als wenige aggressive Dehn- oder Kraftübungen unmittelbar vor dem Spiel.