Routinen helfen im Tennis nicht, weil sie magisch Sicherheit erzeugen, sondern weil sie Entscheidungen vereinfachen. Zwischen zwei Punkten ist wenig Zeit. Wer jedes Mal neu überlegen muss, was jetzt zu tun ist, verliert unnötig Aufmerksamkeit. Eine gute Routine führt deshalb in wenigen Schritten vom vergangenen Punkt zum nächsten.
Eine einfache Vier-Schritt-Routine
- Loslassen: Den vergangenen Punkt kurz abhaken, ohne ihn sofort ausführlich zu analysieren.
- Atmen: Ein ruhiger Atemzug schafft eine klare Unterbrechung.
- Entscheiden: Ein einfacher Plan für Aufschlag, Return oder ersten Ball.
- Vorbereiten: Position einnehmen, Blick ordnen und zum nächsten Punkt wechseln.
Nach Fehlern nicht länger hängen bleiben
Nach einem Doppelfehler oder leichten Fehler ist der Impuls groß, die Ursache sofort zu zerlegen. Im Match reicht meist eine knappe Information: zu spät, zu passiv oder falsches Ziel. Danach muss der Fokus wieder auf die nächste Aufgabe.
Routine vor dem Aufschlag
Vor dem Aufschlag sollte der Ablauf immer ähnlich sein: Ziel wählen, Ball und Griff kontrollieren, Atmung beruhigen und mit klarer Absicht starten. Entscheidend ist nicht die Zahl der Ballkontakte auf dem Boden, sondern die Wiederholbarkeit.
Routine beim Return
Beim Return ist weniger Zeit. Hier hilft eine verkürzte Routine: Position kontrollieren, Gegner beobachten, Split-Step vorbereiten und eine einfache Returnabsicht festlegen.
Seitenwechsel nutzen
Seitenwechsel eignen sich für eine etwas längere Prüfung: Was funktioniert? Wo verliere ich Punkte? Welche eine Anpassung ist jetzt sinnvoll? Mehrere technische Baustellen gleichzeitig sind selten hilfreich.
Routinen im Training automatisieren
Routinen sollten schon im Training genutzt werden. Wer sie nur im Turnier ausprobiert, muss unter Druck zusätzlich über den Ablauf nachdenken. Sinnvoll sind Trainingsmatches mit bewusst eingehaltenen Punktpausen.