Tennistraining · Technik · Vorhand

Vorhand-Trainingsplan: sechs Wochen für mehr Stabilität

Du triffst im Einspielen ordentlich, doch sobald du laufen oder eine Richtung wählen musst, wird die Vorhand unsicher? Dieser Plan verbindet sechs Schwerpunkte: Treffpunkt, Länge, Flugkurve, Beinarbeit, Entscheidungen und Anwendung im Punkt. Zu jeder Woche gehören konkrete Aufgaben und eine Entscheidungshilfe für den nächsten Schritt.

Vorgesehen sind zwei Einheiten von jeweils 55 Minuten pro Woche mit einem Trainingspartner. Die sechs Wochen sind ein Ordnungsrahmen, keine Frist für eine bestimmte Spielstärke. Brauchst du für einen Schwerpunkt länger, verlängerst du den Plan. Alle Zeitangaben, Versuchszahlen und Zielwerte sind anpassbare Praxisvorschläge dieser Redaktion; sie sind keine wissenschaftlich geprüften Leistungsnormen.

Passt der Plan zu deinem aktuellen Spiel?

Der Plan richtet sich vor allem an erwachsene Freizeit- und Vereinsspieler, die eine Vorhand bereits grundsätzlich ausführen und sich bei ruhigem Zuspiel auf dem Platz zurechtfinden. Als einfacher Einstiegstest könnt ihr versuchen, fünf Bälle miteinander über das Netz zu spielen. Gelingt das auf dem ganzen Feld noch kaum, verkürzt zunächst den Abstand, nutzt langsamere Bälle und bleibt beim ersten Schwerpunkt. Für den vollständigen technischen Neuaufbau ist begleitendes Training sinnvoll.

Du brauchst zwei Schläger, etwa 20 vergleichbare Bälle, flache Markierungen, eine Uhr und ein kurzes Protokoll. Markierungen und Ballkorb bleiben außerhalb der Laufwege. Vor jeder Serie räumt ihr lose Bälle weg. Beide Spieler müssen das Zuspiel kontrollieren können; sonst übernimmt ein Trainer diese Rolle oder ihr vereinfacht die Aufgabe.

Legt zwei großzügige Ziele fest: eine diagonale Zielhälfte für Crossbälle und einen etwa drei Meter breiten Korridor um die Mitte des gegnerischen Einzelfeldes. Für den Längentest zählt jeweils nur der hintere Bereich: ungefähr vier Meter vor der Grundlinie bis etwa einen halben Meter davor. Haltet auch seitlich Abstand zur Linie. Notiert die tatsächlichen Maße, damit ihr beim Abschlusstest dieselben Flächen verwendet.

Der Plan setzt keinen neuen Griff voraus. Falls du den Schläger während des Treffens ständig nachjustierst, kläre zunächst die Griffhaltung für deine Vorhand. Sechs zusätzliche Trainingswochen helfen wenig, wenn ihr bei jeder Einheit widersprüchliche technische Anweisungen ausprobiert.

Dein Starttest: Kontrolle, Länge und Bewegung getrennt messen

Die erste Einheit beginnt mit dem unten beschriebenen Aufwärmen. Danach nutzt ihr die 24 Minuten des Hauptteils für drei Serien mit jeweils zehn verwertbaren Zuspielen pro Spieler. Einer spielt zu und zählt, der andere schlägt. Nach jeder Zehnerserie folgen mindestens 45 Sekunden Pause und ein Rollenwechsel. Macht ihr langsamer Fortschritte durch den Test, verlängert ihn bei einem weiteren Termin; hetzt die Bälle nicht durch.

Der Zuspieler steht auf der anderen Netzseite in der Platzmitte, einige Schritte hinter der Aufschlaglinie. Er spielt jeden Ball einzeln mit dem Schläger ein und wartet, bis der andere bereit ist. Bestimmt beim Aufwärmen eine gut erreichbare Zuspielhöhe und ein ruhiges Tempo. Ein klar misslungenes Zuspiel wird sofort vor dem Schlag angesagt und wiederholt. Ein eigener Fehler bei spielbarem Zuspiel zählt dagegen als Versuch.

TestserieAufgabeWas ihr getrennt zählt
10 ruhige CrossbälleVorhand aus gleicher Ausgangsposition in die diagonale Zielhälfte; keine zusätzliche Längenvorgabe.Bälle im gegnerischen Einzelfeld und davon Bälle in der Zielhälfte.
10 Bälle mit LängenzielRuhiges Zuspiel; Vorhand in den tiefen mittleren Korridor.Bälle im Feld und davon Bälle im markierten tiefen Ziel.
10 Bälle mit BewegungAbwechselnd fünf Bälle nahe der Ausgangsposition und fünf etwa einen Meter weiter zur Vorhandseite; danach zurück in Bereitschaft.Bälle im Feld; zusätzlich Versuche mit sichtbarer erneuter Bereitschaft vor dem nächsten Zuspiel.

Eine Zahl wie „8 im Feld, davon 4 tief“ bedeutet nicht zwölf Treffer. Die Zieltreffer sind eine Teilmenge der acht Feldtreffer. Notiert außerdem die Fehlerarten Netz, zu lang und seitlich sowie deine empfundene Anstrengung von 1 bis 10. Der Bereitschaftscheck ist eine Beobachtungshilfe, keine biomechanische Messung.

Im anschließenden 16-Minuten-Spielteil spielt ihr bis zu zwölf Punkte: sechs mit ruhigem Zuspiel auf deine Vorhand, dann sechs mit vertauschten Rollen. Ab dem ersten Rückschlag ist der Punkt frei. Zählt pro Spieler, bei wie vielen seiner sechs Vorhandstarts der erste Ball im Feld landet. Gewonnene Punkte könnt ihr daneben notieren. Endet die Zeit vorher, haltet die tatsächliche Versuchszahl fest und verwendet beim Vergleich dieselbe Zahl.

Bewahre auch die Rahmenbedingungen auf: Ballart und Zustand, Belag, Partner, Positionen, Zielgrößen und auffälliger Wind. Nach sechs Wochen gibt es keinen fairen Zahlenvergleich, wenn die Ziele inzwischen doppelt so groß sind oder der Partner deutlich leichter zuspielt.

So läuft jede 55-Minuten-Einheit ab

8 Minuten aufwärmen: Zwei Minuten locker gehen und anlaufen, zwei Minuten mit kleinen seitlichen Schritten und ruhigen Richtungswechseln bewegen, danach vier Minuten in kurzer Distanz miteinander einspielen. Steigert die Entfernung allmählich. Das Aufwärmen soll auf die bevorstehende Aufgabe vorbereiten und dich nicht schon ermüden.

24 Minuten Hauptteil: Vier Zeitfenster von je sechs Minuten, Rollenfolge A–B–A–B. Der aktive Spieler erhält pro Fenster zweimal zehn einzelne Zuspiele mit mindestens 45 Sekunden Pause zwischen den Serien. Der Partner zählt den vereinbarten Messwert. Ballholen, Rückmeldung und Rollenwechsel gehören in diese Zeit. So sind bis zu 40 eigene Vorhände pro Spieler vorgesehen. Reicht ein Fenster nicht, reduziert die Versuchszahl und schreibt den tatsächlichen Nenner auf.

16 Minuten Anwendung: Zwei Spielphasen von je sieben Minuten, dazwischen zwei Minuten Pause. Die passende Spielform steht beim jeweiligen Wochenschwerpunkt. Bei Ablauf der sieben Minuten beendet ihr den laufenden Ballwechsel, beginnt aber keinen neuen. Im Start- und Abschlusstest gilt stattdessen die oben beschriebene Folge mit bis zu zwölf Punkten.

7 Minuten Abschluss: Drei Minuten locker ausspielen oder gehen, vier Minuten für Trinken und Protokoll. Jeder nennt eine gelungene Veränderung und eine Aufgabe für das nächste Mal. Eine knappe Beobachtung wie „bei breiten Bällen zu nah am Ball“ ist hilfreicher als fünf neue technische Stichworte.

Die Zeitstruktur gilt für alle folgenden Wochenübungen. Sie beschreibt einen Termin für beide Spieler, nicht 55 Minuten ununterbrochene Schlagbelastung pro Person. Zusätzliche Mannschaftseinheiten und Matches zählen zu deiner Wochenbelastung dazu.

Die sechs Wochen im Überblick

A und B bezeichnen hier die beiden Wochentermine. Die Buchstaben im Rollenwechsel oben stehen dagegen für die beiden Spieler. Bei den normalen Übungsterminen bleibt der 55-Minuten-Ablauf gleich; in Woche 1 und 6 ersetzt der Test den Hauptteil.

Woche und ZielTermin ATermin BMesswertAnpassung
1: Treffpunkt und AbstandStarttest einschließlich Punktstarts.Übung 1: ruhiges Zuspiel, passender Abstand.Feldtreffer je 10; erkennbarer Platz für den Schwung.Langsamer zuspielen, Abstand verkürzen.
2: LängeÜbung 2: tief durch die Mitte.Gleiche Übung: tiefe Crosszone.Feldtreffer und darin tiefe Treffer.Tiefenzone vergrößern; erst danach Tempo erhöhen.
3: FlugkurveÜbung 3: höhere und direktere Bälle in getrennten Serien.Vor jeder Serie die Variante wechseln.Feldtreffer je Variante; erkennbare unterschiedliche Flugkurve.Bei einer kontrollierbaren Variante bleiben.
4: BewegungÜbung 4: vereinbarte Folge normal–breit–kurz.Gleiche drei Positionen in freier Reihenfolge.Feldtreffer; erneute Bereitschaft.Nur normal–breit; kürzere Laufwege.
5: EntscheidungÜbung 5: tiefer oder kurzer Ball, zunächst angekündigt.Gleiche Wahl ohne Ansage; Ball erkennen.Passende Entscheidung getrennt vom Treffer.Zwei klare Zuspielarten statt Grenzfälle.
6: Punktspiel und VergleichÜbung 6: Vorhandstarts und freie Punkte.Starttest unter gleichen Bedingungen wiederholen.Testreihen und Vorhandstarts vergleichen.Den schwächsten Bereich zum nächsten Schwerpunkt machen.

Woche 1: Platz für den Treffpunkt schaffen

Übung 1 – Ziel und Aufbau: Du sollst beim Schlagen weder vom Ball wegrücken müssen noch nach ihm greifen. Ausgangsposition ist die Vorhandseite nahe der Grundlinie; gespielt wird in die große diagonale Zielhälfte. Der Partner spielt einzelne ruhige Bälle möglichst gleich zu. Material, Aufwärmen, vier Hauptteilfenster und Abschluss entsprechen dem gemeinsamen Ablauf.

Ausführung: Beobachte den ankommenden Ball, bereite den Schlag rechtzeitig vor und passe den Abstand mit kleinen Schritten an. Nach der Vorhand gehst du wieder in Bereitschaft. Der Partner schaut zunächst nur auf den Abstand und nennt seine Beobachtung nach der Zehnerserie. Erzwinge weder eine bestimmte Fußstellung noch ein abruptes Ende des Ausschwungs.

Als technische Orientierung beschreibt die LTA die Vorhand über Vorbereitung, Treffpunkt und Rückkehr in Bereitschaft. Das hilft, die Bewegung als zusammenhängende Aufgabe zu betrachten. Die genaue Ausführung muss zur ankommenden Ballhöhe und zur verfügbaren Zeit passen.

Anwendung und Erfolg: Spielt in beiden Sieben-Minuten-Phasen ruhige Crossballwechsel. Nach jedem Fehler beginnt ein neuer Ballwechsel ohne Punktwertung. Zählt deine ersten zehn Vorhände je Phase und die Feldtreffer. Für den nächsten Schwerpunkt sollten in zwei aufeinanderfolgenden Zehnerserien des Hauptteils mindestens sieben Bälle im Feld landen, ohne erkennbares ständiges Ausweichen oder Greifen. Das ist eure praktische Fortschrittsmarke, kein allgemeiner Leistungsstandard. Falls es noch nicht klappt, verkürzt die Distanz und wiederholt diesen Termin.

Woche 2: Länge gewinnen, ohne einfach härter zu schlagen

Übung 2 – Ziel und Aufbau: Nutzt den tiefen mittleren Korridor aus dem Test. Der Partner spielt wie in Woche 1 zu. In Termin A bleibt das Ziel mittig; in Termin B verschiebt ihr dieselbe tiefe Zielgröße in die diagonale Hälfte. Beide Termine folgen vollständig dem 55-Minuten-Ablauf.

Ausführung: Spiele die erste Zehnerserie mit deinem kontrollierbaren Tempo. Sind fast alle Bälle zu kurz, probiere in der nächsten Serie etwas mehr Flughöhe über dem Netz. Verändere zunächst nur diese Größe. Werden die Bälle zu lang, suche wieder die vorige Flugkurve, statt zusätzlich Griff, Schwung und Tempo umzubauen. Der Partner zählt Feldtreffer und tiefe Treffer getrennt.

Anwendung und Erfolg: Spielt sieben Minuten durch die Mitte, dann nach der Pause sieben Minuten cross. Ziel ist ein gemeinsamer Ballwechsel, kein Winner. Ein tiefer Ball zählt als Zusatzbeobachtung, nicht als automatischer Punktgewinn. Als Arbeitsziel gelten zweimal mindestens sieben Feldtreffer und davon mindestens vier im tiefen Ziel pro Zehnerserie. Erfüllt ihr es nicht, vergrößert zunächst die Tiefenzone nach vorn. Notiert die Änderung; diese Zahlen sind dann nicht unmittelbar mit der kleineren Zone vergleichbar.

Woche 3: Höhere und direktere Bälle unterscheiden

Übung 3 – Ziel und Aufbau: Du lernst, dieselbe große Crosshälfte mit unterschiedlichen Flugkurven anzuspielen. Termin A beginnt mit einer Zehnerserie höherer, bogenförmiger Bälle, danach folgen zehn direktere Bälle. Im zweiten eigenen Hauptteilfenster bleibt diese Reihenfolge bestehen. Termin B dreht die Reihenfolge um. Aufwärmen, Pausen und Abschluss bleiben unverändert.

Ausführung: Beim höheren Ball suchst du deutlich mehr Abstand zur Netzkante. Beim direkteren Ball fliegt der Ball sichtbar flacher, aber weiterhin mit Sicherheitsabstand. Direkter bedeutet nicht maximal schnell oder ohne Rotation. Die Aufgabe ist eine unterscheidbare Flugkurve bei kontrolliertem Schlägerweg; der Partner misst keine Spinzahl. Wenn eine Variante misslingt, bleib zunächst bei der anderen und lasse die technische Ursache im Training prüfen.

Anwendung und Erfolg: In der ersten Spielphase versucht ihr kooperativ vier eigene Vorhände mit höherer Flugkurve, danach vier direktere. Nach einem Fehler startet ihr neu und setzt die Zählung der eigenen Schläge fort. In der zweiten Phase sagt der Partner vor jedem neuen Ballwechsel eine der beiden Varianten an. Weitergehen könnt ihr, wenn in jeder Variante mindestens sieben von zehn Bällen im Feld landen und der Unterschied erkennbar bleibt. Über eine niedrige Netzkante zu zielen, nur um „flach“ zu erfüllen, zählt nicht als Fortschritt.

Abwechslung hat dabei einen Zweck: Du sollst den Schlag an eine Aufgabe anpassen. Eine Untersuchung von Douvis zum variablen Vorhandtraining fand Vorteile wechselnder Übungsbedingungen in einem anschließenden Übertragungstest. Untersucht wurden 80 männliche Teilnehmer in zwei jungen Altersgruppen, nicht dieser Plan und nicht Freizeitspieler aller Altersstufen. Daraus folgt keine Erfolgszusage für beliebige Variationen oder sechs Trainingswochen.

Woche 4: Den Ball erreichen und wieder bereit sein

Übung 4 – Ziel und Aufbau: Der Partner spielt aus seiner bisherigen Position auf drei erreichbare Stellen: nahe an deine Ausgangsposition, etwa einen Meter breiter und ungefähr zwei Meter kürzer. Passt diese Abstände vor Beginn an dein Bewegungstempo an. Ziel bleibt die große Crosshälfte; die Laufwege bleiben frei.

Ausführung: Termin A wiederholt die Folge normal–breit–kurz bis zum zehnten Zuspiel. Termin B mischt dieselben Stellen ohne feste Reihenfolge. Du bewegst dich zum Ball, schlägst kontrolliert und suchst anschließend eine sinnvolle Bereitschaftsposition. Das muss nach einem Winkelball nicht exakt die geometrische Platzmitte sein. Der nächste Ball kommt erst, wenn du bereit bist; hier trainiert ihr zunächst die Organisation der Bewegung, keinen Erschöpfungstest.

Anwendung und Erfolg: Im ersten Sieben-Minuten-Spiel beginnt jeder Ballwechsel mit einem etwas breiteren Vorhandzuspiel und wird danach frei ausgespielt. Im zweiten beginnt er mit einem kürzeren Zuspiel. Wechselt nach jedem Punkt den Spieler, der den Startball erhält. Beobachtet, ob nach dem ersten Schlag wieder eine spielbereite Position erreicht wird. Das Arbeitsziel im Hauptteil sind sieben Feldtreffer und achtmal erneute Bereitschaft je zehn Versuche in zwei Serien. Bei Problemen lasst ihr den kurzen Ball weg oder halbiert den seitlichen Weg; erhöht nicht gleichzeitig Tempo und Reichweite.

Woche 5: Cross stabilisieren und Angriffe bewusst wählen

Übung 5 – Ziel und Aufbau: Der Partner bietet zwei deutlich unterscheidbare Bälle an: einen tiefen Ball, den du etwa an der Grundlinie spielst, und einen kürzeren Ball, den du in guter Balance innerhalb des Feldes erreichen kannst. Als Ziele dienen die große Crosshälfte und der tiefe mittlere Korridor. Nutzt für beide Termine das gemeinsame Zeit- und Serienschema.

Ausführung: Auf den tiefen Ball spielst du eine kontrollierte Crossvorhand. Auf den kurzen Ball darfst du nach vorn gehen und tief durch die Mitte angreifen. Kommst du zu spät oder aus dem Gleichgewicht, wählst du auch dort die sichere Crosslösung. Termin A enthält vor dem Zuspiel die Ansage „tief“ oder „kurz“. In Termin B fällt sie weg. Der Partner notiert zunächst die nachvollziehbare Wahl und daneben den Feldtreffer: Ein vernünftiger Entschluss kann technisch misslingen.

Anwendung und Erfolg: Spielt in beiden Phasen Punkte mit wechselnden tiefen und kurzen Vorhandstarts. Der erste Schlag folgt der Auswahlregel, danach ist das Feld frei. Die Zielgröße für den Hauptteil sind acht nachvollziehbare Entscheidungen und mindestens sieben Feldtreffer je zehn Versuche in zwei Serien. Ist die Entscheidung noch unklar, macht die Zuspielarten wieder deutlicher. Sind die Entscheidungen gut und nur die Treffer schwach, vereinfacht das Schlagziel.

Ein Longline-Angriff oder eine Inside-out-Vorhand kann später als zusätzliche Option dazukommen. Für diesen Grundplan ist beides keine Pflicht. Insbesondere das Umlaufen der Rückhand braucht ausreichend Zeit und darf nicht automatisch eine große offene Platzseite hinterlassen. Vereinbare eine solche Erweiterung mit deinem Trainer, statt drei neue Angriffswege gleichzeitig einzubauen.

Woche 6: Was bleibt im Punkt übrig?

Übung 6 – Termin A: Nach dem normalen Aufwärmen nutzt ihr die vier Hauptteilfenster für Punkte mit ruhigem Vorhandstart. Im ersten und dritten Fenster erhält Spieler A den Startball, im zweiten und vierten Spieler B. Pro Fenster sind zwei Gruppen von bis zu fünf Punkten mit mindestens 45 Sekunden Pause vorgesehen. Danach gehört der Rest der Zeit zum Ballholen und Rollenwechsel. Der erste Rückschlag soll in die große Crosshälfte, anschließend wird frei gespielt.

Messwert und Anpassung: Zählt pro aktivem Spieler die Vorhandstarts im Feld, die davon cross gelingen, und die gewonnenen Punkte getrennt. Zehn gute Startbälle sind nicht zehn gewonnene Punkte. Fällt die Kontrolle deutlich gegenüber Woche 5 ab, vereinbart für das nächste Fenster zunächst zwei kooperative Schläge vor der Freigabe des Punktes. Kennzeichnet dieses leichtere Format im Protokoll.

Anwendung: In den beiden Sieben-Minuten-Phasen beginnt ihr die Punkte mit einem regulären Aufschlag und wechselt den Aufschläger nach jeweils zwei Punkten. Beide haben die üblichen zwei Aufschlagversuche. Zählt neben dem Punktstand, wie häufig deine erste tatsächlich gespielte Vorhand im Feld landet. Punkte ohne eigene Vorhand gehören nicht in diesen Nenner. Abschluss wie gewohnt: ruhig ausspielen und die Beobachtungen notieren.

Termin B – Abschlusstest: Wiederholt die drei Testserien und dieselben Punktstarts aus Woche 1. Vergleicht jede Reihe einzeln. Mehr tiefe Treffer bei gleicher Feldquote sprechen für eine andere Entwicklung als mehr Feldtreffer durch ausschließlich kurze Bälle. Eine bessere Übungsquote bei unveränderten Punktstarts zeigt zunächst, dass die Übertragung ins Spiel noch Arbeit braucht. Zwei oder drei zusätzliche Treffer in einem einzelnen kleinen Test sind noch kein belastbarer Beleg für dauerhaft bessere Wettkampfleistung.

Ein ausgefülltes Wochenprotokoll

Dieses frei erfundene Beispiel zeigt Woche 2 eines Spielers. Er zählt jeweils die beiden letzten Zehnerserien seines Hauptteils zusammen. Die Zielgrößen stehen im persönlichen Aufbauprotokoll. Cross- und Mittelergebnisse werden wegen der unterschiedlichen Aufgaben nicht als direkte Verbesserung gegeneinander verrechnet.

Termin und AufgabeErgebnisBeobachtungNächster Schritt
A: tief durch die Mitte16/20 im Feld, davon 9 tief; Anstrengung 5/10.Vier Fehler: dreimal Netz, einmal lang. Höhere Flugkurve gelang gegen Ende besser.Tempo halten; B wie geplant mit Crossziel.
B: tief cross14/20 im Feld, davon 5 tief; Anstrengung 6/10.Viele gültige Bälle zu kurz. In keiner der letzten Serien vier tiefe Treffer.Schwerpunkt Länge wiederholen; tiefe Zone nach vorn vergrößern und neue Maße notieren.
Entscheidung für die FolgewocheKein Wechsel nur wegen des Kalenders.Feldkontrolle brauchbar, tiefe Crossbälle noch wechselhaft.Erneut zwei Termine für Länge; dann Kriterien auf der ursprünglichen Zielgröße prüfen.

Weniger Zeit, kein Partner oder eine ausgefallene Woche

Nur ein Termin pro Woche: Arbeite A und B nacheinander ab und plane zunächst zwölf Kalenderwochen. Du brauchst keinen Doppelumfang an einem Tag. Bei nur 35 Minuten bleiben acht Minuten Aufwärmen, zwölf Minuten Hauptteil mit einem Sechs-Minuten-Fenster pro Spieler, acht Minuten Anwendung und sieben Minuten Abschluss. Fasse die beiden siebenminütigen Spielphasen dafür zu einer achtminütigen Phase zusammen; bei unterschiedlichen Aufgaben wechselst du nach vier Minuten. Testserien verteilst du auf zwei Termine und wiederholst am Ende dieselbe Aufteilung.

Training allein – Selbstanspiel als begrenzter Ersatz: Auf einem freien Platz stellst du dich in einer bequem spielbaren Entfernung zum Netz auf. Lass den Ball neben dir fallen und spiele ihn nach einem Aufsprung per Vorhand in die große Crosshälfte. Es handelt sich um Selbstanspiel, nicht um einen Aufschlag. Nutze den 35-Minuten-Ablauf: acht Minuten mit lockerer Bewegung und einfachen Selbstanspielen aufwärmen; zwölf Minuten Hauptteil mit vier Zehnerserien und mindestens 45 Sekunden Pause dazwischen; acht Minuten abwechselnd eine Zehnerserie zur Mitte und eine cross, jeweils mit Ballholen und Pause; sieben Minuten Abschluss. Reicht die Zeit nicht, notiere die niedrigere Versuchszahl.

Zähle Feld- und Zieltreffer wie bei den Partnerübungen. Beginne näher am Netz, wenn du mehr als die Hälfte verfehlst; wähle erst bei zweimal sieben Feldtreffern aus zehn eine größere Distanz oder ein kleineres Ziel. Die Maße bleiben im Protokoll. Selbstanspiel kann das Anspielen von Zielen unterstützen, ersetzt aber weder das Lesen eines gegnerischen Balles noch unvorhersehbare Laufwege oder echte Punkte. Vergleiche diese Ergebnisse deshalb nur mit späterem Selbstanspiel. Die Partnertermine der Wochen 4 bis 6 holst du nach.

Eine Woche ausgefallen: Steige mit dem letzten beherrschten Schwerpunkt und der leichteren Variante ein. Wiederhole zunächst eine Zehnerserie und beurteile Kontrolle und Belastung. Verdopple nicht die nächste Woche, um den Kalender einzuholen. Nach längerer Pause oder Krankheit muss der Wiedereinstieg zum aktuellen Zustand passen.

Zu schwer oder Beschwerden: Vereinfache zuerst eine Anforderung: ruhigeres Zuspiel, größere Fläche, kürzerer Weg oder wieder vorhersehbare Reihenfolge. Bei wiederkehrenden Schmerzen, Taubheitsgefühl oder einer Bewegung, die du nur durch Ausweichen schaffst, beende die betreffende Übung und lasse die Ursache fachlich abklären. Die USTA erläutert mit Sportmedizinerin Morgan Busko die Bedeutung eines allmählichen Belastungsaufbaus, besonders nach längeren Pausen. Daraus lässt sich keine für jeden passende feste Erholungsdauer ableiten.

So bestimmst du den nächsten Trainingsschwerpunkt

Wähle nach dem Abschlusstest den Engpass, der auch im Spiel sichtbar ist. Landen ruhige Bälle zuverlässig im Feld, aber Bewegung stört den Treffpunkt, beginne den nächsten Block bei Woche 4. Sind die Entscheidungen passend und die Angriffe zu kurz, arbeite wieder an der Länge. Gelingt die Aufgabe nur beim Zuspiel, braucht der nächste Block mehr dosiertes Punktspiel und nicht automatisch noch mehr identische Ballserien.

Lege mit deinem Trainer möglichst eine gemeinsame technische Richtung fest. Ein Trainer kann besonders dort helfen, wo Zuspiel, Bewegungsbeobachtung oder Fehlerursache für den Partner schwer einzuschätzen sind. Das Ziel bleibt eine Vorhand, die du bei unterschiedlichen Bällen sinnvoll einsetzen kannst – nicht ein möglichst langer Übungszettel.

Häufige Fragen zum Vorhand-Trainingsplan

Wie oft sollte ich die Vorhand gezielt trainieren?

Hier sind zwei Termine pro Woche vorgesehen. Das ist eine praktikable Planung, keine allgemeine Mindestdosis. Wenn bereits Mannschaftstraining und Matches stattfinden, baue den Schwerpunkt dort ein oder reduziere den Zusatzumfang. Mit einem Termin arbeitest du die Reihenfolge langsamer ab.

Kann ich den ganzen Plan ohne Trainingspartner absolvieren?

Selbstanspiel ermöglicht Teile der Ziel- und Längenarbeit. Für das Reagieren auf unterschiedliche Bälle und die Anwendung im Punkt brauchst du einen Partner oder Trainer. Ein gutes Ergebnis beim Selbstanspiel belegt diese Fähigkeiten noch nicht.

Muss ich nach einer ausgelassenen Woche von vorn beginnen?

In der Regel kannst du beim letzten beherrschten Schwerpunkt ansetzen und zunächst dessen leichtere Variante prüfen. Warst du krank, verletzt oder länger nicht auf dem Platz, bestimmt dein aktueller Zustand den Wiedereinstieg. Die ausgefallenen Schläge werden nicht durch eine besonders große Einheit nachgeholt.

Wann darf ich zur nächsten Woche wechseln?

Nutze die Kriterien des jeweiligen Schwerpunkts und die Beobachtung aus dem Spielteil. Ein einmaliger guter Durchgang reicht nicht. Wenn die Aufgabe in mehreren Serien kontrolliert gelingt und unter der leichteren Spielform erkennbar bleibt, kannst du die nächste Anforderung ausprobieren. Andernfalls wiederholst oder vereinfachst du den Schwerpunkt.

LK-Rechner LK-Rechner nach DTB-Regelwerk Berechne einzelne Matches oder plane Turniere mit mehreren Spielen – übersichtlich, schnell und tennisnah. LK-Planung starten