Turnier & Wettbewerb · Tennislexikon

Grand Slam im Tennis

Was bedeutet Grand Slam im Tennis?

Grand Slam bezeichnet im Tennis streng genommen den Gewinn aller vier Major-Titel in derselben Disziplin innerhalb eines Kalenderjahres. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Ausdruck zugleich für die vier Grand-Slam-Turniere verwendet: Australian Open, Roland-Garros, Wimbledon und US Open.

Wer etwa alle vier Einzelkonkurrenzen in einem Jahr gewinnt, erreicht den Kalender-Grand-Slam im Einzel. Titel aus unterschiedlichen Disziplinen – beispielsweise Einzel und Doppel – werden dafür nicht miteinander kombiniert. Auch die vier Turniere selbst sind nicht mit ATP- oder WTA-Events gleichzusetzen; sie bilden eine eigene, besonders bedeutende Turnierkategorie. Ihre Stellung im Profisystem erläutert der Überblick zur Turnierstruktur im Profitennis.

Die doppelte Verwendung des Begriffs erklärt Formulierungen wie „ein Grand-Slam-Turnier spielen“ und „den Grand Slam gewinnen“. Im ersten Fall ist eines der vier Majors gemeint, im zweiten die vollständige Viererserie in einem Kalenderjahr. Preisgelder, Ranglistenpunkte und Wettbewerbsformate können je nach Turnier, Disziplin und Saison variieren, ohne die Bedeutung des Begriffs zu verändern.

Welche vier Grand-Slam-Turniere gibt es?

Die vier Majors folgen im Jahresverlauf aufeinander und werden auf drei unterschiedlichen Belägen gespielt. Die Zeiträume in der Tabelle sind eine saisonale Orientierung, keine festen Termine für jedes Jahr.

TurnierAustragungsortBelagÜblicher ZeitraumEinordnung
Australian OpenMelbourne, AustralienHartplatzJanuar bis Anfang FebruarErstes Major der Saison, im australischen Sommer
Roland Garros / French OpenParis, FrankreichSandEnde Mai bis Anfang JuniEinziges Major auf Sand
Wimbledon / The ChampionshipsLondon, GroßbritannienRasenEnde Juni bis JuliÄltestes Tennisturnier und einziges Rasen-Major
US OpenNew York, USAHartplatzEnde August bis SeptemberLetztes Major im Saisonkalender

Zwischen diesen Höhepunkten liegen Vorbereitungsturniere und Belagswechsel. Wer alle vier Majors gewinnen will, muss auf Hartplatz, Sand und Rasen erfolgreich sein. Die konkreten Termine und weitere Veranstaltungen findest du im Tennis-Turnierkalender 2026. Austragungsorte, Geschichte und Beläge stellt auch die ITF-Übersicht der vier Grand-Slam-Turniere vor.

Major, Calendar Grand Slam und Career Grand Slam

Major ist im Tennis eine andere Bezeichnung für eines der vier Grand-Slam-Turniere. Ein Major-Titel und ein Grand-Slam-Titel meinen deshalb denselben einzelnen Turniersieg. Der Calendar Grand Slam, auf Deutsch Kalender-Grand-Slam, verlangt dagegen alle vier Titel im selben Kalenderjahr.

Von dieser Kalenderleistung ist der Career Grand Slam zu unterscheiden. Er liegt vor, wenn ein Spieler die vier Majors im Verlauf seiner Karriere gewinnt, also nicht zwingend im selben Jahr. Ein Non-Calendar-Year Grand Slam umfasst dagegen vier aufeinanderfolgende Major-Titel über zwei Kalenderjahre hinweg.

Der Unterschied lässt sich an einer gedachten Serie zeigen: Wimbledon und US Open in einem Jahr, anschließend Australian Open und Roland Garros im nächsten Jahr ergeben vier Titel in Folge. Es ist ein Non-Calendar-Year Grand Slam, aber kein Kalender-Grand-Slam. Gewinnt eine Spielerin die vier Turniere mit mehrjährigen Abständen, ist es ein Career Grand Slam.

Ein aktuelles Beispiel für die Karriereleistung ist Carlos Alcaraz: Mit seinem ersten Australian-Open-Titel 2026 vervollständigte er seine Sammlung im Einzel. Mit 22 Jahren wurde er der jüngste Mann, dem dies gelang. Das dokumentiert der offizielle Bericht zum Australian-Open-Finale 2026.

Was ist ein Golden Slam?

Ein Golden Slam verbindet alle vier Major-Titel mit einer olympischen Goldmedaille in derselben Disziplin. Beim Kalender-Golden-Slam müssen alle fünf Erfolge in dasselbe Jahr fallen. Steffi Graf schaffte diese Kombination 1988 im Dameneinzel.

Der Career Golden Slam verteilt diese Erfolge über die gesamte Laufbahn. Novak Djokovic vervollständigte ihn im Herreneinzel mit Olympiagold in Paris 2024. Der ITF-Bericht zu seinem Olympiasieg ordnet diese Leistung ausdrücklich als Karriere-Golden-Slam ein. Olympiasieg und vier Major-Titel aus verschiedenen Disziplinen werden auch hier nicht zusammengerechnet.

Punkte, Matchformat und Weg ins Hauptfeld

Stand 2026: Ein Titel im Damen- oder Herreneinzel bringt jeweils 2.000 Weltranglistenpunkte. Zum Vergleich: Ein ATP-Masters-1000-Sieg bringt 1.000, ein ATP-500-Sieg 500 und ein ATP-250-Sieg 250 Punkte. Grand Slams gehören trotzdem nicht zur ATP Tour. Die offiziellen ATP-Ranglistenfragen und die WTA-Punktetabelle unterscheiden zudem die Punkte für frühere Runden; die ATP- und WTA-Staffeln sind nicht durchgehend gleich.

Im Einzel-Hauptfeld starten regulär jeweils 128 Spielerinnen beziehungsweise Spieler. Bis zum Titel führt der Turnierbaum über sieben Runden. Im Herreneinzel-Hauptfeld braucht man drei Gewinnsätze, im Dameneinzel zwei. Diese Angaben lassen sich nicht pauschal auf Doppel, Mixed, Junioren oder Rollstuhlkonkurrenzen übertragen.

Wer ein Grand-Slam-Turnier spielen möchte, braucht einen sportlichen Zugang: vor allem die direkte Annahme über die Weltrangliste, eine erfolgreiche Qualifikation oder eine Wildcard des Veranstalters. Bei frei werdenden Plätzen können Nachrückregeln greifen. Es gibt keine dauerhaft garantierende Weltranglistenposition, weil Meldungen, Rückzüge und Sonderregelungen die Annahmeliste beeinflussen. Maßgeblich sind das Grand-Slam-Regelbuch 2026 und die Ausschreibung des jeweiligen Turniers.

Die eigene deutsche Leistungsklasse ist keine internationale Startberechtigung. Den Weg über ITF-Turniere, Challenger und ATP-Tour sowie die Berechnung der Rangliste erklärt die Übersicht zum Profi-Turniersystem.

Grand-Slam-Sieger 2026 im Einzel

Die Saisonübersicht umfasst Damen- und Herreneinzel. Sie ist auf dem Stand vom 24. September 2026; Titel in anderen Konkurrenzen sind hier nicht mitgezählt.

Turnier 2026HerreneinzelDameneinzel
Australian OpenCarlos AlcarazElena Rybakina
Roland GarrosAlexander ZverevMirra Andreeva
WimbledonJannik SinnerLinda Noskova
US OpenAlexander ZverevElena Rybakina

Die Namen sind durch die offiziellen Berichte zu den Australian Open, den Roland-Garros-Finals der Herren und Damen, den Wimbledon-Siegen von Sinner und Noskova sowie den US-Open-Titeln von Zverev und Rybakina belegt.

Welche Rekorde helfen bei der Einordnung?

Bei den Erwachsenen-Einzeltiteln führen zum genannten Stand Novak Djokovic bei den Herren und Margaret Court bei den Damen mit jeweils 24 Majors. Courts Bilanz umfasst Titel vor und nach Beginn der Open Era 1968. Betrachtet man bei den Damen ausschließlich diese offene Ära, liegt Serena Williams mit 23 Einzeltiteln vorn; Steffi Graf gewann 22.

Eine andere Rekordfrage ist die nach dem Kalender-Grand-Slam: Im Erwachsenen-Einzel gelang er Don Budge 1938, Rod Laver 1962 und 1969, Maureen Connolly 1953, Margaret Court 1970 und Steffi Graf 1988. Die ITF trennt ihre Rekordlisten nach Disziplinen. Doppel-, Junioren- und Rollstuhlrekorde sollten deshalb nicht mit diesen Einzelzahlen vermischt werden.

Deutsche Grand-Slam-Siegerinnen und -Sieger

Die folgende Auswahl ordnet deutsche Erfolge im Erwachsenen-Einzel ein. Historische Titel werden unter den heute gebräuchlichen Turniernamen geführt.

NameGrand-Slam-Erfolge im Einzel
Steffi Graf22 Titel bei allen vier Majors; Kalender-Golden-Slam 1988
Boris BeckerSechs Titel: drei in Wimbledon, zwei bei den Australian Open und einer bei den US Open
Angelique KerberAustralian Open und US Open 2016, Wimbledon 2018
Michael StichWimbledon 1991
Alexander ZverevRoland Garros und US Open 2026
Cilly AussemRoland Garros und Wimbledon 1931
Gottfried von CrammRoland Garros 1934 und 1936
Henner HenkelRoland Garros 1937

Historisch gehört außerdem die in Essen geborene Hilde Krahwinkel-Sperling in diese Einordnung: Sie gewann Roland Garros 1935, 1936 und 1937 und hatte nach ihrer Heirat 1933 die dänische Staatsbürgerschaft angenommen. Ihr Profil in der International Tennis Hall of Fame erläutert diesen Hintergrund.

Die DTB-Geschichte beschreibt unter anderem die Erfolge von Graf, Becker, Stich und Kerber; für Zverev ist der datierte Saisonstand 2026 entscheidend. Grand-Slam-Siege gibt es auch außerhalb des Einzels: Laura Siegemund gewann beispielsweise das US-Open-Damendoppel 2020 sowie die Mixedtitel bei den US Open 2016 und in Roland Garros 2024. Diese Erfolge dokumentiert der DTB-Bericht zu Siegemunds Titel in Paris.

Fragen zum Thema

Weitere Fragen zum Grand Slam

Sind vier Titel beim selben Major ein Career Grand Slam?

Nein. Vier Wimbledon-Titel sind vier Grand-Slam-Turniersiege, aber kein Career Grand Slam. Dafür muss die Titelsammlung in derselben Disziplin mindestens einen Sieg bei jedem der vier verschiedenen Majors enthalten.

Muss man einen Grand Slam im Doppel mit demselben Partner gewinnen?

Nicht für die persönliche Leistung. Die ITF führt auch Spielerinnen und Spieler als Grand-Slam-Gewinner im Doppel, die innerhalb der Viererserie mit unterschiedlichen Partnern siegten. Eine vollständige Serie als festes Team ist davon zu unterscheiden.

Ist Olympia ein fünftes Grand-Slam-Turnier?

Nein. Das olympische Tennisturnier gehört nicht zu den vier Majors. Olympisches Gold kommt für einen Golden Slam zusätzlich hinzu; es ersetzt keinen der vier Major-Titel.

Ist ein Grand-Slam-Sieger automatisch die Nummer eins der Welt?

Nein. Ein Titel ist ein einzelnes Ergebnis; die Weltrangliste berücksichtigt mehrere Turniere im jeweiligen Wertungszeitraum. Ob der Sieg für Platz eins reicht, hängt von den eigenen übrigen Ergebnissen und denen der Konkurrenz ab.

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