Spielbetrieb

Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB): Orientierung für Eltern und Spieler

Der Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB) organisiert weit mehr als Tabellen, Meisterschaften und Turniere. Für Eltern ist vor allem wichtig zu verstehen, an welcher Stelle der Verband überhaupt ins Spiel kommt: Das regelmäßige Training findet normalerweise im Verein statt, regionale Strukturen ergänzen die Förderung, und der TNB übernimmt übergeordnete Aufgaben im Spielbetrieb, in der Nachwuchsentwicklung und in der Trainerbildung.

Dieses Porträt zeigt, wie diese Ebenen zusammenarbeiten, welche Wege ambitionierten Kindern offenstehen und welche Beiträge oder Gebühren tatsächlich vom Verband stammen. Dabei gilt: Eine Sichtung ist kein Aufnahmeversprechen, eine Kaderzugehörigkeit keine Karrieregarantie und ein Verbandsbeitrag nicht automatisch der Preis, den Eltern für die Vereinsmitgliedschaft ihres Kindes zahlen.

Inhalt

  • Das Wichtigste in Kürze
  • Was der TNB ist – und was nicht
  • So arbeiten Verein, Region, TNB und DTB zusammen
  • Wie Nachwuchsförderung und Kaderweg aufgebaut sind
  • Was die TennisBase Hannover leistet
  • Wie der TNB Trainer aus- und fortbildet
  • Welche Beiträge und Gebühren anfallen
  • Wo die öffentliche Datenlage Grenzen hat
  • Was Eltern konkret tun können
  • Häufige Fragen zum TNB

Das Wichtigste in Kürze

Der Tennisverband Niedersachsen-Bremen e.V. ist der Landesverband für Tennisvereine und Tennisabteilungen in Niedersachsen und Bremen. Nach den DTB-Bestandserhebungen 2026 waren ihm 1.078 Vereine mit zusammen 147.748 Mitgliedern zugeordnet. Diese Zahlen sind ein datierter statistischer Stand, kein täglich aktualisierter Zähler und kein Qualitätsurteil.

Der TNB gliedert sein Gebiet in elf Regionen. Sie sind nach der Satzung keine eigenständigen Verbände, sondern unselbstständige Organisationseinheiten des TNB. In der Nachwuchsförderung bilden Verein und Heimtrainer die Basis. Regionen, dezentrale und zentrale Landestrainer sowie die TennisBase Hannover können darauf aufbauen. Auf der nächsten Ebene kommt der Deutsche Tennis Bund (DTB) hinzu.

Für Eltern sind drei Grenzen besonders wichtig:

  • Eine gute Leistung führt nicht automatisch in einen Kader. Sichtung, Trainerurteile, Entwicklung, Turnierergebnisse und weitere Kriterien werden gemeinsam betrachtet.
  • Die öffentlich ausgewiesenen TNB-Mitgliedsbeiträge 2026 werden von Mitgliedsvereinen gezahlt. Sie sind keine direkte Preisliste für Familien.
  • Einheitliche aktuelle Kosten für jedes regionale Fördertraining sind öffentlich nicht ausgewiesen. Regionale Modelle dürfen deshalb nicht auf das gesamte Verbandsgebiet übertragen werden.

Was der TNB ist – und was nicht

Nach der Satzung vom 3. November 2024 ist der TNB eine Vereinigung von Tennisvereinen und Tennisabteilungen in Niedersachsen und Bremen. Er gehört dem DTB an und ist für die jeweiligen Landesbereiche außerdem Mitglied der Landessportbünde Niedersachsen und Bremen.

Zu seinen satzungsgemäßen Aufgaben zählen die Förderung des Breiten- und Leistungssports, die Betreuung der Mitgliedsvereine, die Regelung und Durchführung des Wettspielbetriebs sowie die Interessenvertretung des Tennissports. In der Praxis kommen Angebote für Vereinsberatung, Nachwuchsförderung, Trainerbildung und den Leistungssport hinzu.

Das bedeutet zugleich: Ein Kind oder ein Elternteil wird in der Regel nicht persönlich Mitglied im TNB. Mitglied ist der Tennisverein oder die Tennisabteilung. Die Familie schließt ihre Mitgliedschaft mit dem Verein ab und bezahlt dessen Beitrag. Der Verein meldet seine Mitglieder und trägt die daraus entstehenden Verbandsabgaben.

Wer sich grundsätzlich über Vereine, Mannschaftswesen und Verbandsstrukturen informieren möchte, findet weitere Orientierung im Bereich Verein & Spielbetrieb. Für die Auswahl eines passenden Vereins ist dagegen entscheidend, was vor Ort tatsächlich angeboten wird. Der Ratgeber zum passenden Tennisverein für ein U10-Kind hilft dabei, Trainingsgruppen, Trainerteam, Ballstufen und Wettkampfangebote zu prüfen.

So arbeiten Verein, Region, TNB und DTB zusammen

Der Förder- und Spielbetrieb lässt sich am besten als System mehrerer Ebenen verstehen. Keine Ebene ersetzt die andere.

Verein und Heimtrainer

Der Verein ist der tägliche Ausgangspunkt. Dort trainiert das Kind, sammelt erste Matcherfahrung und wird über längere Zeit beobachtet. Heimtrainer können die technische, taktische und persönliche Entwicklung am zuverlässigsten im Alltag einschätzen. Sie sind deshalb wichtige Ansprechpartner, wenn Eltern wissen möchten, ob eine Sichtung, ein Regionslehrgang oder ein leistungsorientierterer Trainingsweg sinnvoll sein könnte.

Ob eine Trainingsgruppe wirklich kindgerecht arbeitet, lässt sich nicht allein an Lizenzen oder Verbandsnähe erkennen. Entscheidend bleiben unter anderem aktive Lernzeit, passende Bälle und Spielfeldgrößen, verständliche Rückmeldungen und ein sicherer Umgang mit Kindern. Dafür bietet der Beitrag Gutes Kindertennis erkennen eine praktische Prüfhilfe.

Die elf TNB-Regionen

Zum TNB gehören die Regionen Harz-Heide, Südniedersachsen, Hannover, Süderelbe, Bremen, Südheide, Lüneburger Heide, Jade-Weser-Hunte, Osnabrück, Dollart-Ems-Vechte und Oldenburger Münsterland. Nach der TNB-Satzung unterstützen sie Breiten- und Leistungssport, Nachwuchsförderung, Wettkämpfe sowie die Beratung der angeschlossenen Vereine. Sie arbeiten nach den Richtlinien des TNB, dürfen innerhalb des vorgegebenen Rahmens aber auch eigene Beiträge und Fördermodelle beschließen.

Für Eltern ist deshalb die eigene Region wichtiger als eine allgemeine Landesbeschreibung. Sie entscheidet mit darüber, welche Sichtungstermine, Lehrgänge, Trainerkontakte, Förderstufen und Eigenanteile vor Ort angeboten werden.

TNB und TennisBase

Der Landesverband bündelt überregionale Aufgaben. Dazu gehören landesweite Kaderstrukturen, zentrale und dezentrale Landestrainer, Lehrgänge, Trainerbildung und die TennisBase Hannover. Die aktuelle Standortseite unterscheidet dabei unter anderem zentrales Landestraining, dezentrales Landestraining, Athletiktraining und die Schnittstelle zum DTB-Bundesstützpunkt.

Der DTB als nächste Förderstufe

Der DTB verantwortet die nationale Ebene. Für entsprechend entwickelte Spielerinnen und Spieler können Bundeskader, zentrale Lehrgänge, internationale Turnierprogramme oder die Betreuung durch Bundestrainer relevant werden. Daraus folgt aber kein automatischer Aufstieg vom Verein über Region und Landeskader bis zum Bundeskader. Jede Stufe arbeitet mit eigenen Auswahl- und Leistungsentscheidungen.

Wie Nachwuchsförderung und Kaderweg aufgebaut sind

Der öffentlich dokumentierte TNB-Förderweg beginnt nicht erst mit einer Ranglistenposition. Beim Verbandskader 1 für U10 und jüngere Kinder nennt das Kriterien-PDF 2025 unter anderem Leistungen bei Landesjüngstenmeisterschaften, Beobachtungen bei U10-Turnieren und Red-, Orange- oder Green-Cups, Empfehlungen aus Regionen und Vereinen sowie eine Talentprognose durch das Sichtungsteam.

Für die Altersstufen U11 und U12 beschreibt das Dokument einen Landeskader-Einstieg. Zusätzlich zu Wettkampfbeobachtungen und Trainerempfehlungen werden beispielsweise Lehrgänge, der Talent-Cup, Elterngespräche und ab U12 ein Konditionstest genannt. Diese Punkte sind Nominierungskriterien eines Leistungssportwegs – keine allgemeine Turnierliste, die jedes Kind erfüllen muss.

Im weiteren Verlauf nennt das Kriterien-PDF 2025 folgende Stufen:

  • Verbandskader 1: U10 und jünger
  • Landeskader-Einsteiger: U11 und U12
  • Landeskader-Fortgeschrittene: U13 bis U16
  • Landeskader-Übergang: U17 und U18
  • Verbandskader 2: bis U23

Wichtig ist die Quellenlage bei U17: Die aktuell abrufbare Kaderseite führt U17 unter „Landeskader-Fortgeschrittene“, während das dort weiterhin verlinkte Kriterien-PDF 2025 U17 gemeinsam mit U18 dem Übergangskader zuordnet. Diese beiden Darstellungen werden hier nicht still vereinheitlicht. Für eine konkrete Nominierung zählt deshalb die aktuelle Auskunft des TNB und nicht die Annahme, eine Altersüberschrift allein entscheide über den Status.

Sichtung bedeutet Auswahl, nicht Anspruch

Die veröffentlichten Kriterien verbinden Ergebnisse und Ranglisten mit Trainerempfehlungen, Screeningdaten, Entwicklungs- und Perspektivprognosen sowie der Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Damit wird deutlich: Mehr Turniere oder ein einzelner Sieg begründen keinen Aufnahmeanspruch. Ebenso wenig lässt sich aus einer Nichtnominierung sicher ableiten, dass ein Kind kein Entwicklungspotenzial besitzt.

Das zeigt auch das regionale Beispiel Dollart-Ems-Vechte. Die Region beschreibt seit Mai 2026 ein eigenes Modell mit vier Förderstufen und betont ausdrücklich, dass kein Anspruch auf Aufnahme besteht. Für U8 bis U10 nennt sie Sichtungen und Lehrgänge sowie die Zusammenarbeit von Eltern, Heimtrainer und Region. Dieses Modell erklärt anschaulich, wie regionale Förderung aussehen kann; es ist aber kein automatisch gültiger Standard für alle elf TNB-Regionen.

Welche Rolle Eltern spielen

Eltern organisieren Termine, Fahrten und Kommunikation, sollten aber nicht versuchen, das Trainerteam zu ersetzen. Hilfreich ist eine klare Rollenverteilung:

  • Der Heimtrainer beschreibt den aktuellen Entwicklungsstand und koordiniert die Trainingsziele.
  • Die Region informiert über Sichtungen, Lehrgänge und regionale Voraussetzungen.
  • Der TNB entscheidet über seine Kader- und Fördermaßnahmen.
  • Der DTB verantwortet weiterführende nationale Maßnahmen.
  • Eltern klären Belastung, Schule, Kosten und die Frage, ob das Kind diesen Weg selbst gehen möchte.

Beim Wettkampf sollte nicht die bloße Anzahl der Turniere den Ausschlag geben. Mannschaftsspiele und Einzelturniere erfüllen unterschiedliche Lernziele. Der Vergleich Mannschaftsspiele oder Turniere für U10 hilft, die Formate passend zur Entwicklung des Kindes einzuordnen.

Was die TennisBase Hannover leistet

Die TennisBase Hannover ist Landesleistungszentrum des TNB und zugleich DTB-Bundesstützpunkt. Die aktuelle Standortseite beschreibt eine Infrastruktur mit Hallen- und Außenplätzen, Athletikbereich, Kraftraum, physiotherapeutischen Möglichkeiten und Videoanalyse. Dort finden Training, Lehrgänge, Sichtungen und leistungsdiagnostische Maßnahmen statt.

Die Trainerstruktur verdeutlicht die Schnittstellen: Am Standort arbeiten nach der aktuellen Seite DTB-Bundestrainer, zentrale und dezentrale Landestrainer, Athletiktrainer sowie Verantwortliche für TennisBase und Internat. Für ausgewählte Nachwuchs- und Perspektivkader können zudem DTB-Lehrgänge, sportmedizinische Untersuchungen, Leistungsdiagnostik, Laufbahnberatung und abgestimmte Turnierprogramme relevant werden. Welche Leistung tatsächlich angeboten oder finanziert wird, hängt vom Kaderstatus und der konkreten Maßnahme ab.

Schule und Leistungssport

Ein Schwerpunkt der TennisBase ist die Verbindung von Schule und Leistungssport. Die Standortseite nennt schulische Kooperationen und ein angeschlossenes Internat. Die Eltern-FAQ mit Stand Februar 2023 beschreibt die TennisBase als Landesleistungszentrum, DTB-Trainingsstandort und Akademie mit separatem Internatsangebot.

Der ältere FAQ-Stand ist für die grundsätzliche Struktur hilfreich, aber kein verlässlicher Beleg für heutige Öffnungszeiten, Zuständigkeiten oder Aufnahmebedingungen. Eltern sollten Schule, Stundenplan, Trainingsumfang, Betreuung und Kosten deshalb immer anhand des aktuellen individuellen Angebots prüfen.

Internat und Akademie sind eigene Angebote

Die Begriffe TennisBase, Akademie und Internat sind nicht austauschbar. Die TennisBase bezeichnet den Trainings- und Stützpunktstandort. Das Internat ist eine Wohn- und Betreuungsoption. Ob Training, Unterkunft, Verpflegung und weitere Leistungen kombiniert werden, ergibt sich aus dem jeweiligen Angebot.

Die öffentlich verlinkte Preisliste trägt den Stand Mai 2025 und unterscheidet nach Kaderstatus, Herkunft sowie Trainings- und Internatsumfang. Sie ist kein bestätigter Einheitstarif für 2026. Wer aktuell über einen Wechsel oder eine Probewoche nachdenkt, sollte sich deshalb ein schriftliches, vollständig zugeordnetes Angebot geben lassen.

Wie der TNB Trainer aus- und fortbildet

Der TNB bietet Aus- und Fortbildungen für Trainer an. Die aktuelle Seite zur C-Lizenz beschreibt die erste DOSB-Lizenzstufe mit den Profilen Breiten- und Leistungssport. Inhaltlich geht es unter anderem um Anfängerausbildung, Gruppentraining, Trainingsplanung, Koordination, Kondition sowie Talentsichtung und -förderung.

Für die vollständige C-Trainer-Ausbildung nennt die am 6. September 2026 abrufbare Seite 161 Lerneinheiten und ein Teilnahmeentgelt von insgesamt 840 Euro, aufgeteilt in 350 Euro für das Eingangsmodul, 350 Euro für das Aufbaumodul und 140 Euro für das Prüfungsmodul. Mögliche Übernachtungskosten kommen hinzu. Maßgeblich für eine Buchung bleiben der konkrete Lehrgang und der Seminarkalender.

Eine Trainerlizenz zeigt eine geregelte Ausbildung, garantiert aber nicht automatisch die Qualität jeder einzelnen Trainingsgruppe. Gruppengröße, pädagogisches Verhalten, Trainingsplanung und tatsächliche Lernzeit müssen Eltern weiterhin vor Ort beurteilen.

Welche Beiträge und Gebühren anfallen

Bei Kosten entstehen die meisten Missverständnisse, weil verschiedene Zahler und Zwecke vermischt werden. Das TNB-Beitragsblatt 2026 richtet sich an Mitgliedsvereine. Es bestimmt nicht den Vereinsbeitrag, den eine Familie bezahlt. Ebenso sind Mannschaftsmeldung, Fördertraining, Internat und Trainerausbildung eigenständige Kostenarten.

KostenartWer zahlt?Betrag / StandPflicht oder AnlassEinordnung
VereinsgrundbeitragMitgliedsverein50–900 € pro Jahr, 2026PflichtbeitragSieben Größenstufen nach Mitgliederzahl
TNB-Anteil je MitgliedMitgliedsverein7,00 € je gemeldetem Mitglied, 2026PflichtbeitragKeine direkte Rechnung an Eltern
RegionsanteilMitgliedsverein1,50–4,00 € je Mitglied, 2026Pflichtbeitrag, regionsabhängigHöhe hängt von der Region ab
DTB-AnteilMitgliedsverein über TNBJugend 1,10 €; Erwachsene 2,05 €, 2026PflichtbeitragGesondert ausgewiesene Weiterleitung
MannschaftsmeldungMeldender VereinErwachsene 60 €; Jugend 40 €; Kleinfeld/Midcourt 25 €, 2026Nur bei MeldungRegionsklasse bis Oberliga
Regions-/KadertrainingJe nach regionalem AngebotKein landesweit einheitlicher 2026-Tarif öffentlich belegtNur bei konkreter MaßnahmeNicht schätzen; eigene Region fragen
TennisBase/InternatTeilnehmende bzw. Familie nach AngebotPreisliste nur Stand Mai 2025Optional/auswahlabhängigKein bestätigter Einheitstarif 2026
C-Trainer-AusbildungTeilnehmende840 € zzgl. möglicher Übernachtung; Abruf 06.09.2026Optional350 € + 350 € + 140 €

Der Vereinsgrundbeitrag des TNB richtet sich 2026 nach sieben Größenstufen: 50 Euro bei bis zu 50 Mitgliedern, 100 Euro bei 51 bis 100, 225 Euro bei 101 bis 200, 350 Euro bei 201 bis 300, 500 Euro bei 301 bis 400, 650 Euro bei 401 bis 500 und 900 Euro bei mehr als 500 Mitgliedern.

Zusätzlich fallen je gemeldetem Vereinsmitglied 7 Euro TNB-Anteil, der jeweilige Regionsanteil zwischen 1,50 und 4 Euro sowie der DTB-Anteil von 1,10 Euro für Jugendliche beziehungsweise 2,05 Euro für Erwachsene an. Die Satzung bestimmt die Bestandsmeldung zum 1. Januar als Bemessungsgrundlage und den 1. April als Fälligkeit der Jahresbeiträge.

Bei einer Mannschaftsmeldung von der Regionsklasse bis zur Oberliga nennt das Beitragsblatt 60 Euro für eine Erwachsenenmannschaft, 40 Euro für eine Jugendmannschaft und 25 Euro für eine Kleinfeld- oder Midcourtmannschaft. Diese Gebühr schuldet ebenfalls der meldende Verein. Ob und wie ein Verein solche Kosten in seiner Kalkulation berücksichtigt, regelt nicht dieses TNB-Blatt.

Was Eltern aus diesen Zahlen nicht berechnen können

Aus den Verbandsbeträgen lässt sich kein seriöser Jahrespreis pro Kind bilden. Dafür fehlen unter anderem der konkrete Vereinsbeitrag, Trainingsentgelte, Hallenkosten, Trainerstunden, Turnier- und Fahrtkosten sowie mögliche Eigenanteile an einer Förderung. Auch regionale Zuschüsse oder Kostenmodelle können variieren.

Eine scheinbar einfache Summe aus TNB-, Regions- und DTB-Anteil wäre daher irreführend: Sie würde eine Vereinsabgabe in einen direkten Elternpreis umdeuten und zugleich andere tatsächliche Kosten ausblenden.

Wo die öffentliche Datenlage Grenzen hat

Dieses Porträt verwendet bewusst unterschiedliche Datenstände, weil die offiziellen Quellen nicht alle im selben Jahr aktualisiert wurden:

  • Mitglieder- und Vereinszahlen sowie das Beitragsblatt sind für 2026 belegt.
  • Die maßgebliche Satzungsfassung ist vom 3. November 2024.
  • Die öffentlich verlinkten Kaderkriterien tragen den Stand 2025; die aktuelle Kaderseite weicht bei U17 davon ab.
  • Die Eltern-FAQ der TennisBase trägt den Stand Februar 2023.
  • Die Preisliste für Training und Internat trägt den Stand Mai 2025 und ist kein bestätigter Tarif 2026.
  • Die Seite zur C-Trainer-Ausbildung nennt aktuell 840 Euro, weist aber kein eigenes Tarifjahr aus; hier gilt der Abrufstand 6. September 2026.

Nicht öffentlich einheitlich belegt sind insbesondere landesweit geltende Eigenanteile für Regions- oder Kadertraining. Auch die konkrete Aufnahme, der Trainingsumfang und die Kosten an der TennisBase hängen vom Einzelfall ab. Diese Lücken sind kein Beleg dafür, dass keine Kosten entstehen. Sie bedeuten lediglich, dass sich aus den öffentlich zugänglichen Unterlagen kein verlässlicher Einheitspreis ableiten lässt.

Regionale Zwischenebenen sind auch in anderen großen Flächenverbänden üblich, aber rechtlich unterschiedlich ausgestaltet. Beim TNB sind die elf Regionen unselbstständige Einheiten des Landesverbands. Beim Tennis-Verband Niederrhein (TVN) gliedert § 6 der Satzung den Verband dagegen in fünf namentlich aufgeführte, rechtlich selbstständige Bezirke. Daraus folgt weder eine bessere noch eine schlechtere Förderung; der Vergleich zeigt lediglich, warum Zuständigkeiten und Kosten unterschiedlich verteilt sein können.

Was Eltern konkret tun können

1. Mit dem Heimtrainer sprechen. Fragt nach dem aktuellen Entwicklungsstand, nicht nur nach Ergebnissen. Sinnvoll sind konkrete Beobachtungen zu Technik, Bewegung, Spielverständnis, Lernverhalten und Belastbarkeit.

2. Die eigene TNB-Region bestimmen. Die offizielle Regionenübersicht führt zu regionalen Informationen und Ansprechpartnern. Dort lassen sich Sichtungen, Lehrgänge, Voraussetzungen und mögliche Eigenanteile klären.

3. Zuständigkeit und Auswahlweg erfragen. Klärt, wer eine Empfehlung ausspricht, wer über die Teilnahme entscheidet und ob zunächst ein Sichtungs- oder Probetraining vorgesehen ist.

4. Das Gesamttraining abstimmen. Zusätzliche Einheiten sind nur sinnvoll, wenn Heimtrainer, Region und gegebenenfalls Landestrainer dieselben Entwicklungsziele verfolgen und Schule, Erholung sowie Verletzungsprävention berücksichtigt werden.

5. Kosten schriftlich trennen. Lasst euch Vereinsbeitrag, Mannschaftskosten, Regions- oder Kadertraining, Lehrgänge, Reisen und gegebenenfalls TennisBase oder Internat getrennt ausweisen.

6. Offizielle Termine und Ergebnisse dort prüfen, wo sie geführt werden. Für Mannschaften, Tabellen und Ergebnisdienste hilft der nuLiga-Ratgeber bei der Bedienung; verbindlich bleiben die jeweils aktuellen TNB- beziehungsweise tennis.de-Angaben.

Häufige Fragen zum TNB

Ist mein Kind direkt Mitglied im Tennisverband Niedersachsen-Bremen?

Normalerweise nein. Mitglied im TNB ist der Tennisverein oder die Tennisabteilung. Das Kind ist Mitglied seines Vereins. Der Verein meldet die Mitglieder und zahlt die entsprechenden Verbandsabgaben.

Kann ich mein Kind selbst für einen TNB-Kader anmelden?

Die veröffentlichten Kriterien beschreiben Sichtung, Empfehlungen und Nominierungsentscheidungen, keinen automatischen Selbsteintritt. Der sinnvollste erste Ansprechpartner ist der Heimtrainer. Danach kann die zuständige Region erklären, welche Sichtungen oder Lehrgänge aktuell vorgesehen sind.

Sind die TNB-Beiträge zusätzliche Jahresbeiträge für Eltern?

Das Beitragsblatt 2026 richtet sich an Mitgliedsvereine. Wie ein Verein seine eigenen Beiträge und Trainingsentgelte kalkuliert, ist davon zu unterscheiden. Eltern sollten daher die konkrete Vereinsbeitragsordnung prüfen und nicht die Verbandsabgabe als direkten Familienpreis lesen.

Ist die TennisBase Hannover automatisch für jedes geförderte Kind vorgesehen?

Nein. Die TennisBase ist Landesleistungszentrum und Bundesstützpunkt, aber Umfang und Ort einer Förderung hängen von Entwicklungsstand, Auswahl, Kaderstatus und Maßnahme ab. Ein Teil der Arbeit findet dezentral oder in den Regionen statt. Akademie und Internat sind zudem separate Angebote.

Gehört U17 beim TNB zu den Fortgeschrittenen oder zum Übergangskader?

Die offiziellen Quellen sind an dieser Stelle nicht deckungsgleich: Die aktuell abrufbare Kaderseite führt U17 unter Fortgeschrittene, das verlinkte Kriterien-PDF 2025 unter Übergang U17/U18. Für einen konkreten Fall sollte deshalb der aktuelle Status direkt beim TNB geklärt werden.

Wer entscheidet, ob regionales Fördertraining Geld kostet?

Die Regionen können innerhalb der TNB-Struktur eigene Beiträge und Fördermodelle beschließen. Ein öffentliches Beispiel aus Dollart-Ems-Vechte darf nicht automatisch auf andere Regionen übertragen werden. Verbindlich ist das aktuelle Angebot der eigenen Region mit klarer Angabe von Umfang, Förderung und Eigenanteil.

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