Grunting bezeichnet im Tennis einen hörbaren Laut, der meist beim Ausatmen rund um den Ballkontakt entsteht. Er kann unbewusst auftreten oder Teil eines gleichmäßigen Atem- und Schlagrhythmus sein. Der Begriff beschreibt das Geräusch, nicht eine eigene Schlagtechnik und auch keine bestimmte Lautstärke.
Ein solcher Schlaglaut ist nicht allein deshalb regelwidrig, weil er deutlich zu hören ist. Für Grunting gibt es keine allgemeine Dezibelgrenze, ab der automatisch eine Strafe folgt. Regeltechnisch wird das Verhalten erst relevant, wenn Offizielle im konkreten Wettbewerb eine tatsächliche, fortgesetzte oder absichtliche Behinderung des Gegners feststellen. Welche Folge daraus entsteht, richtet sich nach dem anwendbaren Regel- und Wettbewerbsrahmen.
Auch die individuelle Funktion darf nicht pauschalisiert werden. Kontrolliertes Ausatmen kann Bewegung und Rhythmus begleiten; daraus lässt sich jedoch weder eine garantierte Leistungssteigerung noch eine bestimmte Wirkung auf den Gegner ableiten. Die Atem- und Lautstärkegewohnheiten einzelner Profis ändern an dieser Regelgrenze nichts.
Vom neutralen Grundbegriff ist Excessive Grunting abzugrenzen. Diese Bezeichnung bewertet einen Laut als übermäßig oder störend, ohne selbst einen universell messbaren Grenzwert festzulegen. Nicht jedes Grunting ist also „excessive“, und nicht jede subjektiv störende Wahrnehmung führt automatisch zu einer Hindrance-Entscheidung. Entscheidend bleibt immer die konkrete Spielsituation.