Beim Kickaufschlag brauchst du keinen möglichst weit nach hinten geworfenen Ball. Du brauchst einen Ballwurf, den du mit deinem Aufschlagrhythmus verbinden kannst und der einen aufwärts gerichteten Schlägerweg zulässt. Bei Rechtshändern liegt der Treffbereich dafür häufig weiter links als beim geraden Aufschlag; bei Linkshändern entsprechend weiter rechts. Wie weit, lässt sich nicht aus einer pauschalen Uhrzeit oder einer Zentimeterangabe ableiten.
Der folgende Selbstcheck hilft dir, Wurfposition, Höhe und Wiederholbarkeit auseinanderzuhalten. Er richtet sich an Spieler mit einer bereits vorhandenen Aufschlagbewegung. Wenn du den Kickaufschlag erst lernst, sollte ein Trainer den passenden Treffbereich mit dir festlegen. Eine Handyaufnahme zeigt die Bewegung, entscheidet aber nicht allein, welche Veränderung für dich sinnvoll ist.
Erst die Blickrichtung klären: Was heißt links, vorne und hinten?
Hier beziehen sich links und rechts auf den Blick von hinter dem Aufschläger in Richtung Netz. „Weiter vorne“ bedeutet näher zum Netz, „weiter hinten“ weiter vom Netz weg. Gemeint sind Richtungen auf dem Platz, nicht die Vorder- und Rückseite deines seitlich gedrehten Oberkörpers.
Dieser Unterschied löst ein häufiges Missverständnis: Was bei der gedrehten Aufschlaghaltung hinter deinem Rücken liegt, kann auf dem Platz eine seitliche Position sein. Es muss nicht hinter der Grundlinie liegen. Die Trainererklärung von Tomaz Mencinger zu den drei Ballwürfen macht genau auf diese Verwechslung aufmerksam. „Hinter den Kopf“ ist deshalb ohne Blickrichtung und Bewegungsphase keine brauchbare vollständige Anweisung.
Für Linkshänder wird nur die seitliche Orientierung gespiegelt: Aus weiter links wird weiter rechts. Richtung Netz, Höhe und zeitlicher Ablauf bleiben dieselben Bezugsgrößen. Eine von vorne gefilmte Aufnahme vertauscht dagegen das sichtbare Links und Rechts gegenüber der hier verwendeten Rückansicht. Prüfe außerdem, ob eine Aufnahme gespiegelt gespeichert wurde.
Wo Ballwurf und Treffpunkt beim Kick zusammenpassen
Beim Kick soll der Schläger den Ball mit einer deutlichen Aufwärtskomponente treffen können. Der Ball wird dafür häufig näher über der Kopf- beziehungsweise Körperregion kontaktiert als beim geraden Aufschlag. Auch die Trainingsanleitung der LTA zu den Aufschlagarten unterscheidet den weiter vorne orientierten geraden Aufschlag vom stärker über dem Kopf liegenden Kick-Ballwurf. Das beschreibt eine Richtung, keinen starren Punkt für jeden Spieler.
Vergleiche drei verschiedene Momente: das Loslassen aus der Wurfhand, den höchsten Punkt des Balles und den Schlägerkontakt. Sie liegen nicht automatisch übereinander. Außerdem bewegt sich dein Körper währenddessen. Ein Ball, der beim Abwurf vor deinem Kopf liegt, kann beim Treffpunkt näher über ihm erscheinen, weil du dich selbst nach vorne und oben bewegt hast.
| Aufschlagart | Rückansicht bei Rechtshändern | Seitenansicht | Wichtige Grenze |
| Gerader Aufschlag | Der Treffbereich liegt häufig weiter auf der Schlagarmseite als beim Kick. | Der Kontakt ist stärker zum Netz hin orientiert. | Ein weiter vorgeworfener Ball macht den Aufschlag nicht automatisch schneller. |
| Sliceaufschlag | Der Ballwurf kann dem geraden Aufschlag ähneln; eine kleine seitliche Anpassung ist möglich. | Auch hier liegt der Kontakt üblicherweise in einer nach vorne orientierten Position. | Slice entsteht nicht allein durch einen weit nach rechts geworfenen Ball. |
| Kickaufschlag | Der Treffbereich liegt häufig weiter links als beim geraden oder Sliceaufschlag, näher über der Körperregion. | Häufig weniger weit zum Netz hin als beim geraden Aufschlag. | „Weniger weit vorne“ bedeutet nicht, hinter der Grundlinie nach einem Ball greifen zu müssen. |
Die Tabelle ist eine schematische Orientierung. Für Linkshänder gilt dieselbe Beziehung spiegelbildlich zur anderen Seite. Aufschlagrichtung, Stand, Körperbewegung und individuelle Technik verändern das Bild. Ein zusätzlicher taktischer Vergleich von Kick, Slice und geradem Aufschlag hilft bei der Auswahl im Match; hier geht es gezielt um den Ballwurf.
Dass selbst gute Spieler nicht alle Aufschlagarten aus einem vollkommen identischen Ballwurf spielen, zeigt eine Untersuchung von Carboch und Süss mit zehn rechtshändigen Profis. Bei Kick und Slice unterschieden sich Ballwurfgipfel und Treffposition seitlich, obwohl die Abwurfposition ähnlich war. Untersucht wurden erfolgreiche Aufschläge in bestimmten Richtungen. Daraus folgt weder ein idealer Abstand für dich noch die Forderung, deine Aufschlagarten möglichst auffällig zu unterscheiden.
Ein Treffbereich ist hilfreicher als eine erzwungene Rückenlage
Suche eine Position, in der du den Ball kontrolliert erreichen und den Schwung fortsetzen kannst. Eine natürliche Bewegung von Beinen und Oberkörper gehört zum Aufschlag. Den Rücken absichtlich maximal durchzudrücken oder einem misslungenen Wurf hinterherzuspringen, ist dagegen kein sinnvoller Ersatz für einen passenden Ballwurf.
„Hoch treffen“ bedeutet dabei nicht, Schulter und Ellenbogen in jede denkbare Endstellung zu zwingen. Entscheidend ist der Kontakt innerhalb deiner flüssigen Aufwärtsbewegung. Wenn der Ball nur noch seitlich vom Körper oder im Zurückfallen erreichbar ist, wird nicht der Körper an den Fehlwurf angepasst: Du lässt diesen Wurf aus.
Wie hoch ist hoch genug?
Die passende Wurfhöhe gibt dir Zeit für deinen gewohnten Ablauf, ohne dass du auf den Ball warten oder ihm hektisch hinterherschlagen musst. Betrachte dafür eine vollständige Aufschlagbewegung. Eine angenehme Höhe beim bloßen Hochwerfen kann sich mit Schläger und Beinbewegung anders anfühlen.
Ein niedriger Wurf kann dich zum Beschleunigen zwingen, bevor du bereit bist. Ein unnötig hoher Wurf verlängert die Flugzeit; beim späteren Kontakt kann der Ball schon wieder deutlich sinken. Die Lösung lautet deshalb weder „immer höher“ noch „so niedrig wie möglich“. Prüfe, ob du den gewählten Treffbereich wiederholt zur passenden Zeit erreichst.
Ändere die Höhe zunächst nur in einer kleinen, bewusst wahrnehmbaren Stufe und lass den übrigen Ablauf gleich. Filme einige kontrollierte Aufschläge vor und nach der Änderung. Verbessert sich nur das Gefühl, während du häufiger zu spät kommst oder mehr Würfe abbrechen musst, ist die neue Höhe noch keine bessere Lösung.
Wurfarm und Hand: gleichmäßig führen, nicht nachschnippen
Lege den Ball locker in die Wurfhand und führe den Arm ruhig nach oben. Öffne die Hand so, dass der Ball ohne einen zusätzlichen Stoß aus Fingern oder Handgelenk weiterfliegt. Der Arm darf nach dem Loslassen weiter ansteigen; reiße ihn nicht sofort herunter. Er soll aber auch nicht künstlich bis zum Treffpunkt oben festgehalten werden.
Das Bild „anheben statt herausschleudern“ kann helfen, einen ruckartigen Wurf zu beruhigen. Eine entsprechende praktische Anleitung zur gleichmäßigen Hebebewegung verwendet Mencinger in seinem Training. Das ist ein Bewegungsbild, keine Kraft, die nach dem Loslassen noch auf den Ball wirkt. Ein sichtbarer Ballspin kann Anlass sein, die Handöffnung genauer anzusehen; vollständige Rotationsfreiheit ist kein notwendiger Qualitätstest.
Verändere nicht gleichzeitig Griff in der Wurfhand, Armrichtung, Abwurfzeit und Wurfhöhe. Wenn der Wurf nach einer Korrektur besser aussieht, möchtest du wissen, welche Änderung geholfen hat. Bei wiederkehrender Streuung kann ein Trainer unterscheiden, ob das Loslassen, die Armführung oder eine zu früh einsetzende Körperbewegung entscheidend ist.
Der Selbstcheck mit zwei Kameraperspektiven
Stelle die Kamera stabil und außerhalb von Lauf-, Schlag- und Ballwegen auf. Du brauchst den ganzen Körper, die Grundlinie und den höchsten Punkt des Balles im Bild. Nutze nach Möglichkeit die Zeitlupenfunktion bei gutem Licht, aber verlass dich nicht auf einen einzelnen unscharfen Frame. Ein Stativ oder ein sicher befestigtes Telefon ist besser als eine mitwandernde Handkamera.
| Aufnahme | So richtest du sie aus | Darauf achtest du | Typischer Fehlschluss |
| Von hinten | Hinter deiner Aufschlagposition, Blick möglichst parallel zur Längsrichtung des Platzes zum Netz. Grundlinie und Körper vollständig erfassen. | Seitliche Lage bei Abwurf, Ballwurfgipfel und Kontakt; Kopf- und Körperposition im jeweiligen Moment. | Ein nach links versetzter Ball liegt nicht deshalb weiter vom Netz entfernt. Diese Tiefe zeigt die Rückansicht schlecht. |
| Von der Seite | Seitlich der Aufschlagposition, Blick möglichst parallel zur Grundlinie. Ausreichend Abstand für den vollständigen Wurf und Schwung. | Abstand des Balles zur Grundlinie und zum Körper; Wurfhöhe, zeitlicher Ablauf, Ausweichbewegungen. | Eine veränderte Kopfposition ist nicht automatisch ein veränderter Ballwurf. Auch der Körper bewegt sich. |
Mit zwei gleichzeitig laufenden Kameras kannst du denselben Aufschlag aus beiden Ansichten beurteilen. Mit nur einem Telefon filmst du nacheinander vergleichbare kurze Serien. Bezeichne dann nicht zwei unterschiedliche Versuche als zwei Ansichten desselben Balles. Lass Ausgangsposition, Zielrichtung und Schlagart gleich.
Markiere in der Aufnahme gedanklich oder mit der Zeichenfunktion drei Ereignisse: Loslassen, höchster Ballpunkt und Kontakt. Vergleiche mehrere gelungene und misslungene Aufschläge, nicht nur deinen schönsten Treffer. Beurteile nacheinander seitliche Position, Tiefe und Timing. Ein schräger Kamerawinkel oder eine veränderte Vergrößerung kann Unterschiede vortäuschen; ohne Kalibrierung sind die Aufnahmen kein verlässliches Zentimeter-Messsystem.
Ein Ball, den du nach dem Wurf auffangen kannst, befindet sich nicht zwangsläufig im späteren Schlägertreffpunkt. Deine Hand erreicht eine andere Höhe als der Schläger, und beim Auffangen fehlt ein Teil der Aufschlagbewegung. Ebenso wenig zeigt ein Reifen am Boden unmittelbar, wo du den Ball oben treffen solltest. Solche Hilfen können die Streuung sichtbar machen, ersetzen aber nicht den Kontakt im vollständigen Schlag.
Welche Würfe du nicht retten solltest
Die praktische Grenze ist erreicht, wenn du die geplante Bewegung deutlich verlassen musst: einem Ball seitlich nachspringen, rückwärts ausweichen, den Schwung abrupt abbremsen oder eine schmerzhafte Position einnehmen. Nicht jeder ungenaue Wurf ist gefährlich. Aber du musst ihn auch nicht schlagen, nur weil du bereits begonnen hast.
| Beobachtung | Zuerst prüfen | Sinnvolle Reaktion |
| Du weichst vom Netz weg aus, um den Ball noch zu erreichen. | Liegt der Ball in der Seitenansicht tatsächlich zu weit hinten, oder bewegst du den Körper anders als üblich? | Wurf nicht retten. In der nächsten Serie nur Tiefe beziehungsweise Körperbewegung prüfen. |
| Du musst stark zur Seite kippen. | Seitliche Streuung in der Rückansicht; Abwurf und Körperposition getrennt betrachten. | Seitliche Wurfabweichung verkleinern; Tempo und Aufgabe vereinfachen. |
| Du wartest lange oben oder holst erst aus, während der Ball schon fällt. | Wurfhöhe und Rhythmus passen möglicherweise nicht zusammen. | Eine kleine Höhenänderung testen, anschließend sofort mit einigen vollständigen Aufschlägen abgleichen. |
| Der Ballwurf gelingt allein, aber nicht beim Aufschlag. | Unterscheiden sich Vorbereitung, Armtempo oder Körperbewegung zwischen beiden Aufgaben? | Isolierte Wiederholungen verkürzen und wieder mit kontrolliertem Schlägerkontakt verbinden. |
| Schmerzen verändern deine Haltung oder den Schwung. | Kein technischer Selbsttest kann die Ursache zuverlässig diagnostizieren. | Aufschlagtraining abbrechen; deutliche, wiederkehrende oder anhaltende Beschwerden medizinisch abklären lassen. |
Die Regel erlaubt dir, einen misslungenen Wurf auszulassen: Nach ITF-Regel 19, Fall 1 darfst du dich gegen den Schlag entscheiden und den Ball mit Hand oder Schläger auffangen oder aufspringen lassen. Das ist kein Aufschlagfehler. Versuchst du dagegen, den Ball zu schlagen, und verfehlst ihn, zählt dies als Fehler. Ein ausgelassener Wurf verschafft dir nach einem ersten Fehler keinen neuen ersten Aufschlag; du bleibst beim zweiten.
Drei Übungen: beobachten, wiederholen, im Punkt behalten
Die folgenden Umfänge und Erfolgskriterien sind anpassbare Trainingsbeispiele, keine wissenschaftlich festgelegten Grenzwerte. Beginne aufgewärmt und plane die Aufschläge innerhalb deines bestehenden Trainingsumfangs ein. Alle drei Übungen sind kein Pflichtprogramm für eine einzige Einheit. Bei nachlassender Kontrolle verkürzt du die Serie; bei Beschwerden beendest du das Aufschlagtraining.
Isoliertes Werfen ist hier ein kurzer Beobachtungs- und Lernschritt. In einer Untersuchung von Reid, Elliott und Whiteside warfen fünf leistungsstarke Nachwuchsspieler den Ball ohne anschließenden Schlag höher als beim vollständigen geraden Aufschlag. Die kleine Studie untersuchte keinen Kickaufschlag und beweist nicht, dass Wurfübungen nutzlos sind. Sie spricht aber dafür, Änderungen früh wieder im ganzen Schlag zu prüfen.
1. Wurfbeobachtung: Gefühl und Aufnahme vergleichen
Zweck: Herausfinden, ob du vor allem ein seitliches Problem, ein Tiefenproblem oder ein Timingproblem hast.
Material und Aufbau: Schläger, drei Bälle und ein stabil aufgestelltes Telefon. Wähle eine Aufschlagseite und eine große Zielzone. Filme zunächst von hinten. Bälle und Gerät liegen außerhalb des Bewegungsbereichs.
Ablauf: Spiele drei kontrollierte Aufschläge aus deiner üblichen Bewegung; die Aufnahme dient als Ausgangsbild. Wirf danach dreimal aus derselben Vorbereitung, ohne einen Schlag zu versuchen. Fange den Ball nur auf, wenn das bequem möglich ist, sonst lass ihn fallen und sammle ihn anschließend ein. Sage vor dem Ansehen jeweils, wo der Ball deiner Wahrnehmung nach lag. Vergleiche diese Einschätzung mit der Aufnahme. Wiederhole den kleinen Block aus der Seitenansicht.
Umfang und Pause: Insgesamt sechs geschlagene Aufschläge und sechs Würfe ohne Schlag. Zwischen den Aufschlägen etwa 20 Sekunden für Routine und Rückmeldung, zwischen den beiden Blöcken mindestens eine Minute zum Ansehen und Umstellen. Bei Bedarf länger pausieren.
Messkriterium: Notiere für jeden Versuch „seitlich“, „Tiefe“, „Timing“ oder „passend“. Mehrere Einträge sind möglich. Erfolg ist zunächst eine wiederkehrende, nachvollziehbare Beobachtung aus der passenden Ansicht, nicht eine vorgegebene Trefferzahl.
Leichter: Prüfe nur eine Ansicht und eine Frage, etwa die Tiefe. Wenn noch kein kontrollierter Kick gelingt, legt der Trainer den Bewegungsauftrag fest; ein misslungener Einzelversuch wird nicht zur Zielvorlage.
2. Persönliches Zielfenster: einen brauchbaren Bereich wiederholen
Zweck: Den Ball wiederholt durch einen für dich erreichbaren Bereich führen, ohne ihn millimetergenau auf einen Punkt zwingen zu wollen.
Material und Aufbau: Telefon in unveränderter Position, Schläger, drei Bälle und Notizblatt. Leite mit einem Trainer aus mehreren kontrollierten, beschwerdefreien Aufschlägen einen kleinen räumlichen Zielbereich ab. In der Rückansicht betrifft er die seitliche Lage auf deiner üblichen Kontakthöhe; die Seitenansicht prüft die Tiefe. Du kannst das Fenster auf einem Standbild markieren. Keine Stangen, Reifen oder Helferhände in den Schwungweg stellen.
Ablauf: Wirf dreimal ohne Schlag. Beurteile, ob der Ball beim Durchlaufen der üblichen Kontakthöhe im vereinbarten Fenster bleibt. Dieser Wurfcheck ist noch kein Nachweis für einen gelungenen Aufschlag. Spiele anschließend drei kontrollierte Kickaufschläge und prüfe die tatsächlichen Kontakte. Nimm nach dem Block nur eine Änderung vor, beispielsweise eine ruhigere Handöffnung, und wiederhole den Block.
Umfang und Pause: Zwei Blöcke aus je drei Würfen und drei Aufschlägen. Lass zwischen den Schlägen etwa 20 Sekunden und zwischen den Blöcken mindestens eine Minute. Bei der nächsten Einheit kannst du die andere Kameraansicht verwenden; für beide Ansichten müssen nicht zusätzlich alle Wiederholungen verdoppelt werden.
Messkriterium: Notiere getrennt: Würfe im Fenster, tatsächliche Kontakte im Fenster und gültige Aufschläge. Ein mögliches persönliches Etappenziel sind vier von sechs kontrollierten Kontakten im vereinbarten Bereich, ohne deutliche Ausweichbewegung. Das Fenster und die Schwelle dürfen angepasst werden. Wenn nur das Werfen besser wird, der vollständige Schlag aber nicht, ist der Übertrag noch offen.
Leichter: Fenster vergrößern und zunächst nur die seitliche Lage prüfen. Für die geschlagenen Bälle eine verkürzte, bereits vertraute Aufschlagbewegung nutzen. Ein am Boden liegender Zielring darf höchstens die Wurfstreuung zeigen; seine Position wird nicht zum verbindlichen Schlägertreffpunkt erklärt.
3. Zweiter Aufschlag: dieselbe Entscheidung unter Punktdruck
Zweck: Den kontrollierten Ballwurf und das bewusste Auslassen schlechter Würfe im Punktbeginn behalten.
Material und Aufbau: Ein Partner als Returnspieler, Schläger, Bälle und Notizblatt. Das ganze richtige Aufschlagfeld ist zunächst dein Ziel. Vereinbart sechs einzelne Punkte; in jedem Punkt gilt der erste Aufschlag bereits als Fehler. Du beginnst also jeweils mit genau einem zweiten Aufschlag.
Ablauf: Lege Ziel und Routine vor dem Wurf fest. Wirf wie in der gelungenen Trainingsserie. Passt der Ball nicht in deinen kontrolliert erreichbaren Bereich, entscheidest du dich gegen den Schlag und setzt neu an. Passt er, schlägst du auf und ihr spielt den Punkt aus. Ein verschlagener zweiter Aufschlag ist ein Doppelfehler und beendet diesen Übungspunkt. Netz-Wiederholungen werden nach der üblichen Aufschlagregel wiederholt. Nach drei Punkten wechselt ihr die Aufschlagseite.
Umfang und Pause: Eine Runde umfasst sechs Punkte mit jeweils einem zweiten Aufschlagversuch; ausgelassene Würfe und Netz-Wiederholungen werden zusätzlich gezählt. Lass zwischen den Punkten genug Zeit für Erholung und Routine. Vor einer möglichen zweiten Runde mindestens zwei Minuten pausieren. Keine Zusatzrunden, nur um eine schlechte Quote zu reparieren.
Messkriterium: Notiere gültige zweite Aufschläge von sechs, ausgelassene Würfe und geschlagene Bälle außerhalb des vereinbarten Treffbereichs. Ein Partner kann Letzteres beobachten; im Zweifel hilft die Aufnahme. Gewonnene Punkte kommen als eigener Wert hinzu, sind aber kein reiner Ballwurftest. Weniger abgebrochene Würfe ist nur dann ein Fortschritt, wenn du nicht einfach mehr schlechte Würfe schlägst.
Leichter: Der Partner spielt einen kontrollierten Return und ihr beendet den Ballwechsel nach deinem ersten Folgeschlag. Bei noch unsicherer Technik entfällt zunächst die Punktwertung. Wie Flugkurve und Zielwahl den Kickaufschlag als zweiten Aufschlag ergänzen, vertieft der entsprechende Ratgeber.
Was du in die nächste Einheit mitnimmst
Nimm einen klaren Auftrag mit: etwa „seitliche Streuung prüfen“ statt „den gesamten Kickaufschlag verbessern“. Behalte zunächst Wurfhöhe, Stand und Zielrichtung bei, wenn du die Handöffnung testest. Dokumentiere anschließend, ob dieselbe Verbesserung beim tatsächlichen Schlägerkontakt und im zweiten Aufschlag bestehen bleibt.
Wenn die Wurfposition bereits wiederholbar ist, der Ball aber weiter kaum kickt, muss der Fehler nicht im Wurf liegen. Dann verdienen Griff, Schlägerweg und Kontakt mehr Aufmerksamkeit. Die Bürstenbewegung und der Schlägerweg beim Kickaufschlag sind eine eigene technische Aufgabe. Verschiebe den Ball nicht immer weiter, um ein anderes Problem zu lösen.
Steigere Umfang und Schwierigkeit schrittweise. Gerade nach einer Pause braucht der Körper Zeit für die erneute Belastung; darauf weisen auch die sportmedizinischen Hinweise der USTA zu Überlastungen hin. Eine bessere Wurfposition ist keine Garantie gegen Beschwerden und kein Grund, trotz Schmerzen weiterzutrainieren.