Ein zweiter Aufschlag muss zuerst den Punkt eröffnen. Er soll dem Gegner aber auch nicht jedes Mal einen bequemen Angriffsball liefern. Der Kick kann beides verbinden: eine Flugkurve mit Abstand zum Netz und einen unangenehmen Absprung. Das macht ihn zu einer möglichen Lösung – nicht automatisch zu deinem sichersten Aufschlag.
Entscheidend ist, was du wiederholen kannst: von beiden Aufschlagseiten, nach einem verschlagenen ersten Aufschlag und mit einem Gegner auf der anderen Seite. Hier findest du einen Trainingsaufbau, mit dem du genau das überprüfst. Er richtet sich an Spieler mit grundlegender Aufschlagtechnik; ein bereits ausgeprägter Kick ist keine Voraussetzung.
Was dein zweiter Aufschlag leisten soll
Nach dem ersten Fehler bleibt dir ein weiterer Versuch. Misslingt auch dieser, verlierst du den Punkt durch Doppelfehler. Taktisch geht es deshalb zunächst um einen verlässlichen Beginn und anschließend um eine möglichst ausgeglichene Situation für den nächsten Schlag. Diese Gewichtung betont auch LTA-Trainer Matt Smith in seinen Hinweisen zum zweiten Aufschlag.
Beurteile Sicherheit deshalb auf zwei Ebenen: Wie oft ist der Aufschlag gültig? Und was kann der Gegner daraus machen? Ein langsam eingeworfener Ball kann zwar im Feld landen, aber häufig einen frühen Angriff ermöglichen. Umgekehrt nützt ein spektakulär abspringender Kick wenig, wenn du dafür regelmäßig den zweiten Versuch verschenkst.
Der Kick ist besonders interessant, wenn du seine Rotation bereits kontrollieren kannst und der Absprung dem konkreten Gegner Schwierigkeiten bereitet. Ist die Bewegung noch unzuverlässig, wirfst du dem Ball häufig hinterher oder brauchst du dafür eine unangenehme Körperposition, bleibt er zunächst ein Trainingsprojekt. Du musst ihn nicht im Wettkampf erzwingen.
Die technischen Voraussetzungen: Bewegung statt Schieben
Für den gezielten Aufbau empfiehlt sich der Continentalgriff, also der gebräuchliche Aufschlaggriff. Dazu gehören ein wiederholbarer Ballwurf, ein erreichbarer Treffpunkt und ein flüssiger Schwung. Die LTA-Anleitung zu den Aufschlagarten verbindet den Kick mit einem aufwärts gerichteten Anteil des Schlägerwegs am Ball. Das Bild des „Bürstens“ beschreibt diesen tangentialen Kontakt; es bedeutet nicht, nur mit dem Handgelenk am Ball entlangzustreichen.
Prüfe zuerst, ob dein Ballwurf beim Kickaufschlag den gewünschten Treffpunkt ermöglicht. Eine extreme Verlagerung nach hinten ist kein Qualitätsmerkmal. Kannst du den Ball nur noch im Rückwärtskippen erreichen, vereinfache die Aufgabe und lass Wurf und Bewegung gemeinsam überprüfen.
Balltempo und Schlägertempo sind nicht dasselbe. Du kannst einen kontrollierteren Ball spielen, ohne den Schläger kurz vor dem Kontakt abzubremsen. Beim Kick wird die Bewegung anders auf Vortrieb und Rotation verteilt. Topspin trägt dazu bei, dass sich die Flugbahn nach unten krümmt. So kann mehr Abstand zum Netz mit einem Ball verbunden werden, der trotzdem im Aufschlagfeld landet. Die physikalische Grundlage beschreibt Rod Cross in seiner Untersuchung zum Kickaufschlag.
Mehr Höhe allein reicht jedoch nicht. Ohne dazu passende Rotation, Abflugrichtung und Geschwindigkeit kann der Ball lang werden. Umgekehrt kann ein gebremster, flacher Schubser im Netz enden. Suche deshalb keinen pauschalen Prozentsatz vom Tempo deines ersten Aufschlags, sondern eine Kombination, die du wiederholen kannst: flüssiger Schwung, erkennbare Flugkurve und genügend Abstand zu den Feldgrenzen.
Zielzonen: zuerst Reserve, dann Wirkung
Beginne auf beiden Seiten mit einer großzügigen Zone innerhalb des diagonal gegenüberliegenden Aufschlagfeldes. Für die folgenden Übungen eignet sich ein gedachtes Rechteck von etwa zwei Metern Breite und drei Metern Länge, ungefähr mittig im Feld. Diese Maße sind eine Trainingshilfe, keine vorgeschriebene Zielzone. Der Ball darf auch außerhalb dieses Rechtecks gültig sein: Feldtreffer und Zonentreffer werden getrennt notiert.
| Aufschlagseite | Erste Aufgabe | Spätere Variation und Risiko |
|---|---|---|
| Rechts: Einstandseite | Große Innenzone treffen; Richtung nicht unmittelbar an Mittel- oder Seitenlinie legen. | Gegen einen Rechtshänder kann eine Richtung zur Mitte die Rückhand ansprechen. Prüfe dessen tatsächliche Position und Reichweite. |
| Links: Vorteilseite | Dieselbe Reserve im gegenüberliegenden Feld finden; nicht sofort den maximalen Außenwinkel suchen. | Gegen einen Rechtshänder kann eine Richtung nach außen zur Rückhand führen. Ein engeres Ziel erhöht aber die Präzisionsanforderung und öffnet Returnwinkel. |
| Beide Seiten | Nach dem Aufschlag wieder spielbereit werden. | Auch der Körperbereich kann ein Ziel sein. „Auf den Körper“ beschreibt den Weg zum Gegner, nicht eine feste Bodenmarkierung. |
Gegen einen Linkshänder liegen Vorhand- und Rückhandseite andersherum. Das spiegelt aber nicht automatisch deine eigene Flugkurve. Entscheide nach deinem Aufschlag, der gegnerischen Stellung und dem tatsächlich gespielten Return. Eine Rückhand ist außerdem nicht zwangsläufig schwach. Hoher Absprung, kurze Fluglänge oder ein Platzwechsel des Gegners können die Wirkung verändern.
Ausgangstest: zwölf Versuche mit ehrlichem Protokoll
Ziel: einen Ausgangswert für deinen derzeitigen zweiten Aufschlag gewinnen. Du brauchst einen Platz, zwölf vergleichbare Bälle, Papier oder ein Telefon zur Dokumentation und möglichst einen Partner. Markierungen bleiben außerhalb der Lauf- und Landezonen; das Zielrechteck kann auch nur vereinbart werden.
Ablauf: Wärme dich auf und steigere die Aufschlagbewegung allmählich. Spiele anschließend zwölf einzelne zweite Aufschläge von der Grundlinie: sechs rechts und sechs links, abwechselnd. Jeder Versuch beginnt neu mit deiner Vorbereitung. Der Partner beobachtet aus sicherer Position, ohne zu retournieren. Nach sechs Versuchen pausierst du etwa eine Minute und sammelst gemeinsam die Bälle ein.
Notiert bei jedem Versuch die Seite, gültig oder Fehler, gegebenenfalls den Zonentreffer und das Fehlerbild. Unterscheidet Netz, lang, seitlich aus und sonstige Aufschlagfehler. Ergänzt eine kurze Beobachtung zur Bewegung, beispielsweise „Wurf nach hinten“ oder „Schwung abgebremst“. Ein Fußfehler wird nicht zum Treffer, nur weil der Ball im Feld landet.
Auswertung: Teile gültige Aufschläge durch alle gewerteten Versuche und multipliziere mit 100. Acht gültige aus zwölf ergeben rund 67 Prozent. Notiere zusätzlich rechts und links getrennt, damit eine gute Seite die andere nicht verdeckt. Zwölf Versuche sind eine kleine Stichprobe, keine belastbare Matchprognose. Wiederhole denselben Test an einem anderen Tag unter möglichst ähnlichen Bedingungen.
Ein gefangener Ballwurf ohne Schlagversuch und ein zu wiederholender Netzaufschlag zählen nicht als abgeschlossener Versuch; Schläge bei einem Netzaufschlag werden für die körperliche Belastung trotzdem mitgezählt. Die Unterscheidung folgt den ITF-Regeln 19, 20 und 22. Der Solotest misst eine Trefferquote, noch keine Doppelfehlerquote: Es fehlt die vorausgegangene erste Aufschlagchance.
Vom vereinfachten Kontakt zum zweiten Aufschlag im Punkt
Die folgenden Stufen verteilst du auf mehrere Trainingstermine. Sie sind kein Programm, das du vollständig an einem Nachmittag abarbeiten sollst. Wiederholungszahlen, Pausen und Übergangskriterien sind praktische Beispiele dieser Redaktion, keine wissenschaftlich validierten Normwerte. Passe sie mit deinem Trainer an Erfahrung, Belastbarkeit und bisherigen Aufschlagumfang an.
Erhöhe nicht gleichzeitig Umfang, Tempo und Schwierigkeit. Die Sportmedizinerin Morgan Busko erläutert bei der USTA zur Belastungssteigerung, warum gerade Einsteiger und Wiedereinsteiger Zeit zur Anpassung brauchen. Bei Schmerzen brichst du die Aufschlagübung ab und lässt die Ursache fachlich klären; eine erzwungene Rückenposition wird nicht durch weitere Wiederholungen besser.
Stufe 1: Rotation aus verkürzter Entfernung finden
Ziel und Aufbau: Schlägerkontakt und Flugkurve üben, ohne zunächst die volle Distanz bewältigen zu müssen. Nutze das Material des Ausgangstests. Stelle dich etwa auf die eigene Aufschlaglinie, seitlich der Mittellinie, und spiele diagonal in das gegenüberliegende Aufschlagfeld. Das ist eine Technikübung, kein regelgerechter Matchaufschlag.
Ablauf und Umfang: Beginne mit verkürzter Ausholbewegung, eigenem Ballwurf und ruhigem, durchgehendem Schwung. Spiele zwei Blöcke mit je sechs Bällen; wechsle nach dem ersten Block die Seite und pausiere etwa eine Minute. Der Partner schaut auf Bogen, Kontakt und Balance, nicht auf spektakuläre Sprunghöhe.
Weitergehen: Als erster Orientierungswert können in jedem Block mindestens vier von sechs Bällen mit erkennbar wiederholbarem Kontakt und stabiler Balance im Feld landen. Die Beobachtung zählt mit: Vier zufällige Treffer bei ständig anderem Wurf erfüllen das Ziel nicht. Dieser Wert erlaubt nur den nächsten Lernschritt, nicht den Einsatz als verlässlicher Matchaufschlag.
Vereinfachen: Gelingt der Kontakt nicht, nimm die Richtungsaufgabe zurück und lass den Trainer zunächst Griff und Wurf prüfen. Verlängere die Serie nicht auf unbestimmte Zeit. Erst wenn die Bewegung passt, gehst du in kleinen Schritten zurück; noch nicht gleichzeitig schneller werden.
Stufe 2: Von der Grundlinie eine große Zone bedienen
Ziel und Aufbau: Die Bewegung über die volle Distanz erhalten. Du stehst nun regelgerecht hinter der Grundlinie; der Partner beobachtet weiterhin ohne Return. Verwende zunächst das ganze korrekte Aufschlagfeld als Ziel. Das kleinere Innenrechteck wird nur zusätzlich protokolliert.
Ablauf und Umfang: Spiele zwölf einzelne zweite Aufschläge, sechs pro Seite im Wechsel, mit einer Minute Pause nach sechs Versuchen. Nutze denselben Vorbereitungsablauf wie im Ausgangstest. Nach einem Fehler kommt kein hastiger Reparaturschlag: erst sammeln, Ziel festlegen, neu beginnen.
Weitergehen: Vereinbare mit dem Trainer ein realistisches Trefferziel für beide Seiten. Ein möglicher Arbeitswert sind mindestens fünf gültige von sechs je Seite an zwei getrennten Terminen – bei stabiler Bewegung. Das ist eine gewählte Trainingsschwelle, kein allgemeiner Beleg für Matchreife. Notiere die tatsächlichen Brüche, nicht nur „geschafft“.
Vereinfachen: Geht die Rotation auf voller Distanz verloren, kehre vorübergehend zur zuletzt beherrschten Entfernung zurück. Bleibt die Technik stabil, aber die kleine Zone wird verfehlt, vergrößere das Ziel. Erst danach enger platzieren oder den Gegner einbeziehen.
Stufe 3: Zweiter Aufschlag und erster Schlag danach
Ziel und Aufbau: Prüfen, ob aus dem Aufschlag ein spielbarer Punkt entsteht. Ein Partner steht jetzt zum Return bereit. Entfernt Bodenmarkierungen aus dem Spielfeld und vereinbart die Zielzone nur gedanklich.
Ablauf und Umfang: Spiele zwölf Punkte mit jeweils genau einem Aufschlag in der gewählten zweiten-Aufschlag-Variante. Ein Fehler beendet den Punkt. Nach einem gültigen Aufschlag wird frei weitergespielt; du konzentrierst dich darauf, nach der Landung wieder bereit zu sein. Wechselt die Aufschlagseite nach jedem Punkt und macht nach sechs Punkten etwa zwei Minuten Pause. Danach endet dein Block oder ihr tauscht die Rollen.
Auswertung: Zählt gültige Aufschläge und gewonnene Punkte getrennt. Der Partner notiert außerdem, bei welchen Returns du sofort unter Druck gerätst. Bezeichnet Fehler hier als Fehler im Ein-Aufschlag-Spiel, nicht als gemessene Doppelfehler eines normalen Aufschlagspiels.
Weitergehen oder zurück: Für den Übergang bleibt das in Stufe 2 vereinbarte Trefferziel bestehen, nun mit Return und an zwei getrennten Terminen geprüft. Notiert zusätzlich für jeden gültigen Aufschlag: Returnfehler, erster eigener Folgeschlag im Feld oder Folgeschlag nicht gelungen. So wird sichtbar, ob du spielbereit bleibst. Bricht die Bewegung mit dem Returnspieler zusammen, darf er zunächst nur kontrolliert zurückspielen. Bei technischen Problemen gehst du zu Stufe 2 zurück.
Druckaufgabe: erster Fehler, zweiter Versuch, echter Punkt
Jetzt gehören beide Aufschläge zusammen. Ziel ist nicht, besonders hart zu servieren, sondern den Wechsel vom ersten zum zweiten Versuch unter Ergebnisdruck zu üben. Du brauchst einen Partner, drei bis sechs Bälle und ein einfaches Strichprotokoll; der Platz bleibt frei von Markierungen.
Spielregel: Ein Spieler schlägt zwölf Punkte lang auf, abwechselnd von rechts und links. Jeder Punkt beginnt mit einem normalen ersten Aufschlag. Nur nach dessen Fehler folgt der zweite. Danach wird der Punkt ausgespielt; jeder Punkt zählt einmal. Es handelt sich um einen Trainingsblock, nicht um die Aufschlagreihenfolge eines Tie-Breaks.
Legt vorher ein erreichbares Punktziel fest, etwa sechs gewonnene Punkte gegen einen ungefähr gleich starken Partner. Das schafft eine überprüfbare Aufgabe, ohne einen bestimmten Stresspegel zu garantieren. Nach sechs Punkten folgen zwei Minuten Pause und ein Blick ins Protokoll, nach zwölf endet der Block. Keine Strafläufe und keine zusätzlichen Aufschlagserien nach einem Doppelfehler.
Es entstehen höchstens 24 gewertete Aufschlagversuche, Wiederholungen zusätzlich. Wurden wegen vieler Wiederholungen bereits 24 Bälle geschlagen, könnt ihr aus Belastungsgründen vorzeitig stoppen und die tatsächlich abgeschlossenen Punkte auswerten. Der erste Aufschlag bleibt deine normale Matchvariante; absichtliche Erstfehler würden den Test verfälschen.
| Kennzahl | Berechnung | Beispiel: zwölf Punkte |
|---|---|---|
| Erste Aufschläge im Feld | Gültige erste / erste Versuche | 8 / 12 = rund 67 % |
| Zweite Aufschläge im Feld | Gültige zweite / zweite Versuche | 3 / 4 = 75 % |
| Doppelfehler je Aufschlagpunkt | Doppelfehler / gespielte Aufschlagpunkte | 1 / 12 = rund 8 % |
| Fehler bei zweiter Chance | Doppelfehler / zweite Versuche | 1 / 4 = 25 % |
Das Beispiel ist eine Rechenhilfe, kein Zielwert. Vier zweite Aufschläge sind viel zu wenig, um aus 75 Prozent eine stabile Fähigkeit abzuleiten. Wenn alle ersten Aufschläge gültig sind, lautet das Ergebnis für den zweiten „kein Versuch“, nicht „100 Prozent“. Fasse mehrere gleich aufgebaute Blöcke anhand der Treffer- und Versuchszahlen zusammen; bilde keinen ungewichteten Durchschnitt unterschiedlich großer Prozentwerte.
Die interessanteste Beobachtung steht oft neben den Zahlen: Ändert sich nach dem ersten Fehler der Ballwurf? Wird der Schwung kürzer? Wählst du plötzlich eine Linie statt der vereinbarten Zone? Genau dieses Muster wird zur nächsten Trainingsaufgabe. Doppelfehler allein verraten noch nicht, ob Technik, Entscheidung oder Anspannung das Hauptproblem war.
Vier Fehlerbilder – und was du gezielt prüfen kannst
Ein Ball im Netz beweist keine einzelne technische Ursache. Nutze die folgende Tabelle als Ausgangspunkt für Beobachtung, nicht als Ferndiagnose. Ein Trainer oder eine kurze Aufnahme von hinten und von der Seite kann helfen, wiederkehrende Muster zu erkennen. Verändere zwischen zwei kleinen Testblöcken nur einen Schwerpunkt.
| Beobachtung | Mögliche Erklärung | Nächster Prüfauftrag |
|---|---|---|
| Viele Netzfehler | Zu flache Flugbahn, instabiler Treffpunkt oder gebremster Schwung. | Ballwurf und Treffpunkt prüfen; mit großer Zielzone testen, ob die gewohnte Bewegung erhalten bleibt. |
| Viele lange Bälle | Höhe, Vortrieb und Rotation passen nicht zusammen. | Nicht einfach stärker nach unten schlagen. Kontakt und Flugkurve in der vereinfachten Stufe beobachten. |
| Wenig erkennbare Spinwirkung | Kontakt zu frontal, Bewegung abgebremst oder Erwartungen an den Absprung unpassend. | Schlägerweg und Ballflug prüfen. Sprunghöhe allein misst keine Rotation; Belag, Ball und Tempo wirken mit. |
| Ballwurf verändert sich nach Erstfehlern | Vorbereitung wird hektisch oder die Richtung erst während des Wurfs geändert. | Ziel vor dem Wurf festlegen. Nicht passenden Wurf ohne Schlagversuch abbrechen und neu vorbereiten. |
Wenn du dich wegen des zweiten Aufschlags verspannst, ist „mehr Mut“ noch keine brauchbare Korrektur. Formuliere etwas Ausführbares: eine größere Zone, ein vertrautes Bewegungswort oder dieselbe kurze Vorbereitung wie vor einem gelungenen Versuch.
Eine kurze Routine für den zweiten Versuch
Fehler beenden: Registriere knapp, was passiert ist, ohne eine komplette Technikanalyse zu beginnen. Lockere den Griff und atme ruhig aus.
Aufgabe festlegen: Wähle deine vertraute Aufschlagvariante und eine konkrete Zone mit Reserve. Bleibe bei einem einzigen eingeübten Hinweis, etwa „flüssig zur Zone“.
Vorbereiten und ausführen: Nutze deinen gewohnten kurzen Ablauf. Ein unpassender Wurf muss nicht geschlagen werden. Ein Schlagversuch, bei dem du den Ball verfehlst, ist dagegen ein Fehler. Halte die Vorbereitung kurz: Nach dem Erstfehler ist ohne Verzögerung weiterzuspielen; die Routine verschafft keine zusätzliche Auszeit.
Weiterspielen: Mit dem Kontakt endet der Aufschlag, nicht deine Aufgabe. Richte dich auf den Return ein, statt den eigenen Ballflug zu bewerten.
Solche Abläufe brauchen Übung. Eine Interventionsstudie von Lautenbach und Kollegen untersuchte 29 Tennisspieler und ein vierwöchiges Routinen-Training. Die Ergebnisse geben Hinweise auf einen möglichen Nutzen bei Leistungseinbrüchen unter Druck. Die kleine Studie belegt aber weder eine Erfolgsgarantie noch die Wirksamkeit genau des hier vorgeschlagenen Ablaufs.
Wann der Kick ins Match gehört – und was du bis dahin spielst
Entscheide nicht nach dem schönsten Korbtraining. Vergleiche mehrere Termine: Triffst du von beiden Seiten? Bleibt die Bewegung nach Erstfehlern erhalten? Musst du unter Druck plötzlich eine andere Technik erfinden? Und verschafft dir der gültige Kick eine mindestens brauchbare Ausgangslage gegen den Return?
Teste den Kick zunächst in Trainingsmatches neben deiner bisherigen zweiten Variante. Protokolliere beide getrennt und notiere den Gegner sowie besondere Bedingungen. Wechsle die Varianten zwischen vergleichbaren Blöcken, nicht nur dann zum Kick, wenn du ohnehin hoch führst. Das ist ein praktischer Vergleich, kein kontrolliertes Experiment; kleine Unterschiede solltest du nicht überbewerten.
Ist der Kick noch instabil, darf ein kontrollierter Slice, eine vertraute Mischform oder ein moderat gespielter gerader Aufschlag vorerst die zweite Chance übernehmen. Die Wahl hängt von deiner tatsächlichen Kontrolle ab, nicht vom Prestige der Technik. Der Vergleich von Kick, Slice und geradem Aufschlag hilft dir, die unterschiedlichen Aufgaben einzuordnen.
Lege vor dem Match fest, welche Alternative du verwenden kannst. Nach einem einzelnen Doppelfehler musst du nicht sofort wechseln. Wenn sich aber ein deutliches Muster zeigt und deine vorbereitete Korrektur nicht hilft, vergrößere die Zielreserve oder nutze die bereits geübte Alternative. Der technische Aufbau des Kicks geht anschließend im Training weiter.