Anfänger suchen den Fehler oft im Arm, obwohl sie den Ball schlicht aus einer schlechten Position schlagen. Gute Beinarbeit bedeutet nicht, möglichst schnell über den Platz zu rennen. Sie soll dich rechtzeitig, im passenden Abstand und mit stabilem Gleichgewicht zum Ball bringen. Je besser das gelingt, desto einfacher werden Vorhand und Rückhand.
Für den Einstieg reichen fünf Bausteine: eine bewegungsbereite Grundstellung, ein passend getimter Split-Step, ein klarer erster Schritt, kleine Anpassungsschritte vor dem Treffer und eine sinnvolle Rückkehrposition. Diese Abfolge lässt sich ohne komplizierte Laufmuster lernen.
Die Grundstellung: bereit statt angespannt
Stelle die Füße ungefähr schulterbreit auf. Die Knie sind leicht gebeugt, der Oberkörper bleibt aufgerichtet und das Gewicht liegt eher auf dem Vorderfuß als auf den Fersen. Halte den Schläger vor dem Körper. Die freie Hand unterstützt am Schlägerhals, bis du weißt, ob Vorhand oder Rückhand gefragt ist.
Die Grundstellung ist kein starres Foto. Du bleibst leicht in Bewegung und kannst in jede Richtung starten. Vermeide es, tief in den Knien zu verharren. Das kostet Kraft und macht dich nicht automatisch schneller. Entscheidend ist, dass du nicht mit gestreckten Beinen und dem Schläger hinter dem Körper auf den nächsten Ball wartest.
Der Split-Step: Timing vor Höhe
Der Split-Step ist ein kleiner Entlastungssprung beziehungsweise ein kurzes Aufsetzen beider Füße. Er hilft dir, aus einer neutralen Position in die Flugrichtung des Balls zu starten. Für Anfänger ist das Timing wichtiger als die Sprunghöhe: Du leitest die Bewegung ein, während der Gegner zum Ball schlägt, und bist beim gegnerischen Treffpunkt bereit, dich abzudrücken.
Ein großer Sprung ist unnötig. Wenn du zu früh landest, wartest du wieder auf dem Boden. Wenn du zu spät springst, fliegt der Ball bereits. Übe deshalb zunächst ohne Schläger. Ein Partner zeigt eine Richtung genau in dem Moment an, in dem du aufsetzt. Du startest mit einem Schritt nach rechts, links, vorn oder hinten.
Der erste Schritt entscheidet über den Abstand
Nach dem Split-Step folgt ein klarer erster Schritt in Richtung Ball. Bei nahen Bällen reicht oft ein seitlicher Schritt. Für größere Distanzen kannst du mit einem Überkreuzschritt schneller Raum gewinnen. Kurz vor dem Schlag werden die Schritte wieder kleiner. Diese Anpassungsschritte verhindern, dass du zu dicht an den Ball läufst oder ihn nur noch im Fallen erreichst.
Ein hilfreiches Bild lautet: Große Schritte bringen dich in die Nähe des Balls, kleine Schritte bringen dich an den Treffpunkt. Bleib dabei so lange wie möglich mit beiden Füßen aktiv. Wer früh einen Fuß festsetzt, kann den Abstand kaum noch korrigieren.
Stabil schlagen, ohne eine Fußstellung zu erzwingen
Im Tennis gibt es offene, halboffene und geschlossene Schlagstellungen. Anfänger müssen daraus kein Vokabeltraining machen. Für den Start genügt die Frage: Kannst du den Ball vor dem Körper treffen und während des Schlags das Gleichgewicht halten? Bei einem langsamen Ball darfst du seitlich zum Netz stehen und das Gewicht kontrolliert nach vorn bringen. Unter Zeitdruck kann eine offenere Stellung sinnvoll sein.
Die Füße dienen der Schlagaufgabe, nicht umgekehrt. Erzwinge daher nicht bei jedem Ball dieselbe Stellung. Wichtig ist, dass Knie, Hüfte und Oberkörper die Bewegung unterstützen und du nicht mit einem großen Ausfallschritt blockierst.
Nach dem Schlag richtig zurückkehren
Nach dem Ausschwung beginnt sofort die Vorbereitung auf den nächsten Ball. Drehe dich wieder zum Spielfeld, nimm den Schläger vor den Körper und bewege dich in eine Position, von der aus du die wahrscheinlichsten Antworten erreichst. Das ist nicht immer die geometrische Platzmitte. Nach einem weit cross gespielten Ball liegt die sinnvolle Rückkehrposition etwas auf der Seite, die du gerade verlassen hast.
Für Anfänger reicht zunächst eine einfache Regel: Spiele deinen Ball, stabilisiere dich und kehre mit kontrollierten Seitwärtsschritten ungefähr zur Mitte der möglichen Winkel zurück. Schaue dabei zum Gegner. Wer sich beim Zurücklaufen komplett vom Netz wegdreht, verliert Ball und Gegner aus dem Blick.
Vier einfache Übungen für Anfänger
- Spiegeln: Ein Partner bewegt sich seitlich in einem kleinen Feld, du spiegelst seine Schritte und hältst den Schläger vor dem Körper.
- Split und Start: Der Partner klatscht und zeigt eine Richtung. Du setzt den Split-Step und startest mit einem klaren ersten Schritt.
- Fangen im Abstand: Ein Partner wirft Bälle seitlich. Du läufst, fängst den Ball vor dem Körper und hältst kurz die Balance.
- Schlagen und zurück: Nach jeder Vorhand oder Rückhand berührst du eine Markierung in deiner Rückkehrzone, ohne hektisch zu sprinten.
Arbeite zunächst in einem kleinen Feld und mit langsamen Bällen. Sobald die Bewegung ruhig bleibt, vergrößerst du die Distanz. Eine passende Verbindung aus Beinarbeit und Treffkontrolle findest du auch in den Tennisübungen für Anfänger.
Typische Fehler und schnelle Korrekturen
- Auf den Fersen warten: Gewicht leicht nach vorn verlagern und die Füße bewegen.
- Zu früh ausholen: Erst Flugrichtung lesen, dann drehen und den Schläger vorbereiten.
- Mit einem Riesenschritt zum Ball: den letzten Meter mit mehreren kleinen Schritten lösen.
- Nach dem Schlag stehen bleiben: Ausschwung beenden, Schläger nach vorn und sofort neu orientieren.
- Immer zur Platzmitte laufen: Rückkehrposition an die möglichen Winkel anpassen.