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Ballwurf beim Tennisaufschlag: Technik, Position und typische Fehler

Der Ballwurf bestimmt beim Tennisaufschlag, ob der Spieler den Ball in einer stabilen, gestreckten und kontrollierten Körperposition treffen kann. Ein technisch guter Ballwurf steigt ruhig aus der Hand, bleibt in Reichweite des Schlagarms und erreicht seinen höchsten Punkt so, dass der Spieler ohne Ausweichen, Verdrehen oder hektische Korrekturbewegungen aufschlagen kann. Entscheidend sind dabei nicht nur die Höhe, sondern auch die Position vor, neben oder hinter dem Körper, der Zeitpunkt des Loslassens und die Abstimmung mit der gesamten Aufschlagbewegung.

Für einen zuverlässigen Aufschlag muss der Ballwurf wiederholbar sein. Er soll den Bewegungsablauf unterstützen und nicht jedes Mal eine neue Anpassung verlangen. Besonders bei Anfängern und Hobbyspielern entstehen viele Aufschlagfehler nicht durch den Schlägerarm, sondern bereits durch einen unruhigen oder falsch platzierten Ballwurf.

Tennisspieler beim kontrollierten Ballwurf für den Aufschlag auf einem Sandplatz
Tennisspieler beim kontrollierten Ballwurf

Welche Aufgabe hat der Ballwurf beim Aufschlag?

Der Ballwurf schafft den Treffpunkt für den Aufschlag. Er legt fest, wo sich der Ball befindet, wenn Schläger, Schlagarm und Körper ihre Aufwärtsbewegung abschließen. Ein guter Treffpunkt liegt hoch und so weit in Schlagrichtung, dass der Spieler den Ball mit nahezu gestrecktem Schlagarm erreichen kann, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Dabei wird der Ball nicht einfach möglichst hoch geworfen. Die Höhe muss zur Aufschlagbewegung passen. Ist der Ball zu niedrig, bleibt zu wenig Zeit für das Laden der Beine, die Schulterrotation und das Beschleunigen des Schlägers. Ist er deutlich zu hoch, muss der Spieler warten. Dadurch verliert die Bewegung ihren Rhythmus und wird anfälliger für Wind, Nervosität und kleine Abweichungen.

Der Ballwurf beeinflusst außerdem, welche Aufschlagvariante gespielt werden kann. Für einen geradlinigeren ersten Aufschlag liegt der Treffpunkt meist weiter vor dem Körper. Ein Kick-Aufschlag verlangt dagegen eine Position, die dem Spieler eine stärkere Aufwärtsbewegung durch den Ball ermöglicht. Der Ballwurf sollte deshalb immer zur beabsichtigten Flugkurve und zum geplanten Spin passen.

Die Grundlagen des gesamten Bewegungsablaufs werden im Beitrag zum Tennisaufschlag und seiner Technik ausführlich eingeordnet.

Wo sollte der Ball beim Tennisaufschlag stehen?

Die ideale Position lässt sich nicht nur anhand eines festen Punktes auf dem Boden bestimmen. Körpergröße, Aufschlagtechnik, Beinstellung, Beweglichkeit und Aufschlagart verändern den Treffpunkt. Als Grundregel sollte der Ball so stehen, dass der Spieler ihn hoch, leicht vor dem Körper und innerhalb seiner natürlichen Schlagreichweite treffen kann.

Ballposition beim ersten Aufschlag

Bei einem geraden oder leicht angeschnittenen ersten Aufschlag befindet sich der Ball in der Regel vor dem Spieler und auf der Seite des Schlagarms. Bei einem Rechtshänder liegt der Treffpunkt daher leicht rechts von der Körpermitte und vor der Grundlinie. Der Körper bewegt sich nach oben und etwas in den Platz hinein.

Der Ball darf jedoch nicht so weit nach vorne geworfen werden, dass der Spieler hinterherspringen oder den Oberkörper stark abknicken muss. Eine Vorwärtsbewegung gehört zum Aufschlag, sie sollte aber aus dem Beineinsatz und der Rotation entstehen und nicht aus einer Rettungsbewegung zum Ball.

Ballposition beim zweiten Aufschlag

Bei einem zweiten Aufschlag mit mehr Topspin oder Kick befindet sich der Ball häufig weniger weit vor dem Körper und etwas näher über der Körperachse. Dadurch kann der Schläger stärker von unten nach oben beschleunigt werden. Der Spieler trifft den Ball dennoch nicht direkt über oder hinter dem Kopf, wenn ihn diese Position aus dem Gleichgewicht bringt.

Ein zu weit nach links oder hinter den Körper geratener Ballwurf führt bei Rechtshändern häufig dazu, dass der Rücken stark überstreckt oder der Oberkörper seitlich weggekippt wird. Das erschwert Kontrolle, Geschwindigkeit und eine sichere Landung.

Ballposition beim Slice-Aufschlag

Beim Slice-Aufschlag liegt der Ball meist etwas weiter auf der Schlagarmseite. Dadurch kann der Schläger den Ball seitlich streifen und eine seitliche Rotation erzeugen. Auch hier sollte der Ball nicht so weit nach außen stehen, dass der Spieler die Schulterachse früh öffnet oder nur noch mit dem Arm zum Ball greift.

Die Unterschiede zwischen den Varianten werden im Artikel über Aufschlagarten im Tennis genauer erklärt.

Die richtige Technik beim Ballwurf

Ein kontrollierter Ballwurf beginnt mit einer ruhigen Hand und einer gleichmäßigen Armbewegung. Der Ball liegt locker in den Fingern. Er sollte weder fest in die Handfläche gedrückt noch mit den Fingerspitzen nach oben geschnippt werden. Beide Varianten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Ball dreht oder seitlich aus der gewünschten Linie abweicht.

Ball locker halten

Der Ball wird so gehalten, dass die Finger ihn kontrollieren, ohne ihn zusammenzupressen. Die Handfläche zeigt während der Aufwärtsbewegung überwiegend nach oben. Viele Spieler kommen gut damit zurecht, den Ball eher auf den unteren Fingergliedern und weniger tief in der Handfläche zu tragen.

Arm aus der Schulter anheben

Der Wurfarm sollte sich möglichst ruhig aus der Schulter nach oben bewegen. Der Ellenbogen bleibt dabei vergleichsweise gestreckt. Wird der Ball hauptsächlich durch ein Beugen und Strecken des Ellenbogens geworfen, entstehen leichter unterschiedliche Höhen und seitliche Abweichungen.

Auch das Handgelenk bleibt ruhig. Ein deutliches Abknicken oder Schnippen mit der Hand führt oft zu zusätzlicher Ballrotation. Für den Aufschlag ist jedoch kein drehender Ball erforderlich. Je ruhiger der Ball aufsteigt, desto leichter lässt sich seine Flugbahn einschätzen.

Ball rechtzeitig loslassen

Der Ball wird nicht bis über den Kopf getragen. Das Loslassen erfolgt während der Aufwärtsbewegung ungefähr zwischen Augen- und Stirnhöhe. Der genaue Moment hängt von der Armlänge und vom Bewegungsstil ab. Wichtig ist, dass die Hand nach dem Loslassen weiter nach oben geführt wird. Dadurch bleibt die Bewegung fließend und der Ball wird nicht abrupt aus der Hand gestoßen.

Wurfarm zunächst oben lassen

Nach dem Loslassen bleibt der Wurfarm zunächst gestreckt nach oben gerichtet. Das unterstützt die seitliche Schulterstellung und verhindert, dass der Oberkörper zu früh nach vorne fällt. Erst wenn die Schlagbewegung beginnt, sinkt der Wurfarm ab und wird in die Körperrotation einbezogen.

Ein stabiler Ballwurf steht deshalb immer in Verbindung mit der Trophy Position beim Tennisaufschlag. Wurfarm, Schulterachse, Beine und Schlagarm müssen zeitlich zusammenarbeiten.

Typische Fehler beim Ballwurf

Der Ball dreht sich stark

Starke Rotation entsteht meist, wenn der Spieler den Ball mit den Fingern oder dem Handgelenk nach oben schnippt. Der Ball wird dadurch nicht automatisch unbrauchbar, seine Flugbahn lässt sich aber schwerer kontrollieren. Besser ist eine ruhige Aufwärtsbewegung mit möglichst wenig aktiver Handgelenksarbeit.

Der Ball landet hinter dem Körper

Ein Ballwurf hinter die Körperachse zwingt den Spieler häufig in eine Rücklage. Der Schlagarm kann dann zwar noch zum Ball geführt werden, die Kraftübertragung nach vorne wird jedoch erschwert. Zusätzlich steigt das Risiko, dass der Spieler nur mit Schulter und Arm beschleunigt.

Der Ball ist zu weit vorne

Steht der Ball deutlich zu weit im Feld, muss der Spieler hinterherspringen. Der Kopf wandert nach vorne, der Oberkörper kippt und der Schläger erreicht den Ball oft erst im Absinken. Ein leicht vor dem Körper liegender Treffpunkt ist sinnvoll, ein erzwungener Sprung zum Ball dagegen nicht.

Der Ball wird zu niedrig geworfen

Ein niedriger Ballwurf verkürzt die verfügbare Zeit. Die Beine können sich nicht vollständig strecken, der Schläger wird hektisch beschleunigt und der Treffpunkt sinkt ab. Häufig wird der Aufschlag dadurch zu einem Armwurf statt zu einer abgestimmten Ganzkörperbewegung.

Der Ball wird unnötig hoch geworfen

Ein sehr hoher Wurf führt zu einer Wartephase zwischen Vorbereitung und Schlag. Der Spieler verliert Körperspannung und muss den fallenden Ball neu einschätzen. Besonders bei Wind wird der Aufschlag dadurch schwerer kontrollierbar.

Der Kopf wird zu früh abgesenkt

Viele Spieler schauen bereits vor dem Treffpunkt in das gegnerische Feld. Dadurch sinkt häufig auch die vordere Schulter ab. Der Blick sollte bis zum Schlag nach oben zum Ball gerichtet bleiben. Erst nach dem Treffpunkt folgt der Kopf der weiteren Körperbewegung.

Übungen für einen konstanten Ballwurf

Ballwurf ohne Schläger

Der Spieler nimmt seine normale Aufschlagstellung ein und führt nur den Ballwurf aus. Der Ball soll nach dem höchsten Punkt möglichst nahe an der gewünschten Treffzone wieder herunterkommen. Dabei wird beobachtet, ob der Ball vor, neben oder hinter dem Körper landet.

Diese Übung eignet sich besonders, um das Schnippen aus dem Handgelenk zu reduzieren. Der Fokus liegt ausschließlich auf einer ruhigen Armbewegung und einem kontrollierten Loslassen.

Ball auffangen statt schlagen

Der Ball wird hochgeworfen und anschließend mit gestrecktem Arm oberhalb des Kopfes wieder gefangen. Die Übung verdeutlicht, ob der Ball in einer erreichbaren Position steht. Das Auffangen sollte ohne starkes Seitbeugen oder Nachlaufen möglich sein.

Zielmarke auf dem Platz

Eine Markierung kann dem Spieler zeigen, wo der Ball nach einem nicht geschlagenen Wurf landen sollte. Die Markierung liegt nicht exakt am späteren Treffpunkt, hilft aber dabei, die Richtung des Ballwurfs zu kontrollieren. Entscheidend ist, dass die Aufschlagstellung bei jeder Wiederholung gleich bleibt.

Ballwurf mit vollständigem Rhythmus

Sobald der isolierte Wurf stabiler wird, sollte er wieder mit der gesamten Bewegung verbunden werden. Der Spieler führt Vorbereitung, Kniebeugung, Trophy Position und Aufwärtsbewegung aus, schlägt den Ball aber zunächst mit reduzierter Geschwindigkeit. Auf diese Weise wird der Wurf in den individuellen Rhythmus integriert.

Weitere methodische Ansätze bietet der Beitrag zu Übungen für einen besseren Tennisaufschlag.

Den Ballwurf im Match stabilisieren

Im Training wirkt der Ballwurf häufig zuverlässig, während er im Match unruhiger wird. Ursache ist meist nicht eine plötzlich veränderte Technik, sondern ein anderer Bewegungsrhythmus. Nervosität, ein enger Spielstand oder der Wunsch nach mehr Geschwindigkeit führen dazu, dass Spieler den Ball hektischer anheben oder die Aufschlagbewegung beschleunigen.

Eine feste Routine vor dem Aufschlag kann den Ablauf stabilisieren. Dazu gehören eine gleichbleibende Ausgangsstellung, eine bewusste Atmung, eine feste Anzahl an Ballkontakten vor dem Aufschlag und ein klarer Blick auf das Zielfeld. Die Routine sollte kurz und praktikabel bleiben.

Wichtig ist außerdem, einen schlechten Ballwurf nicht schlagen zu müssen. Solange noch kein Schlagversuch ausgeführt wurde, kann der Spieler den Ball auffangen oder fallen lassen und die Bewegung neu beginnen. Besonders beim zweiten Aufschlag ist diese Entscheidung sinnvoller, als einen deutlich falsch platzierten Ball mit einer improvisierten Bewegung zu retten.

Unter Druck hilft ein einfaches technisches Ziel. Statt über mehrere Körperpositionen gleichzeitig nachzudenken, kann sich der Spieler beispielsweise auf einen ruhigen Wurfarm und einen hohen Treffpunkt konzentrieren. Komplexe Korrekturen gehören in das Training, nicht zwischen zwei Punkten eines engen Aufschlagspiels.

Ein zuverlässiger Ballwurf entsteht durch Wiederholbarkeit

Der Ballwurf beim Tennisaufschlag muss nicht spektakulär aussehen. Er muss zur individuellen Bewegung passen und den Ball regelmäßig in eine technisch sinnvolle Treffzone bringen. Ein ruhiger Arm, eine lockere Hand, ein kontrollierter Zeitpunkt des Loslassens und eine klare Verbindung zur Trophy Position bilden dafür die Grundlage.

Wer den Ballwurf verbessern möchte, sollte nicht nur die Höhe beobachten. Ebenso wichtig sind die seitliche Position, der Abstand zum Körper, die Flugbahn und der Rhythmus der gesamten Aufschlagbewegung. Erst wenn diese Faktoren zusammenpassen, kann der Schlagarm frei beschleunigen und der Spieler Geschwindigkeit, Spin und Platzierung zuverlässig kontrollieren.





FAQ: Ballwurf beim Tennisaufschlag



  • Wie hoch sollte der Ball beim Tennisaufschlag geworfen werden?

    Der Ball sollte so hoch steigen, dass er am Treffpunkt noch kontrolliert erreichbar ist und die Aufschlagbewegung ohne Hektik ausgeführt werden kann. Ein unnötig hoher Wurf erzeugt eine Wartephase, ein zu niedriger Wurf verkürzt die Schlagbewegung.

  • Wo sollte der Ballwurf beim ersten Aufschlag liegen?

    Beim ersten Aufschlag liegt der Ball meist leicht auf der Seite des Schlagarms und etwas vor dem Körper. Der Spieler sollte den Ball hoch erreichen können, ohne hinterherzuspringen oder das Gleichgewicht zu verlieren.

  • Warum dreht sich der Ball beim Hochwerfen?

    Eine starke Drehung entsteht häufig durch ein Schnippen mit den Fingern oder dem Handgelenk. Eine ruhige Armbewegung aus der Schulter und ein lockeres Loslassen reduzieren die Rotation.

  • Darf man einen schlechten Ballwurf beim Aufschlag auffangen?

    Ja. Solange der Spieler keinen Schlagversuch ausführt, kann er einen schlecht geworfenen Ball auffangen oder fallen lassen und den Aufschlag neu beginnen.

  • Ist der Ballwurf beim Kick-Aufschlag anders?

    Beim Kick-Aufschlag liegt der Ball häufig weniger weit vor dem Körper und näher über der Körperachse. Dadurch kann der Schläger stärker von unten nach oben durch den Ball beschleunigt werden.

  • Wie kann man den Ballwurf allein trainieren?

    Der Ballwurf kann ohne Schläger aus der normalen Aufschlagstellung geübt werden. Sinnvoll sind Wiederholungen mit Auffangen am hohen Treffpunkt oder mit einer Zielmarkierung für die gewünschte Wurfrichtung.




Melissa Neumann - Redakteurin bei SchlägerClub.de

Melissa Neumann spielt erfolgreich in der Verbandsliga und trainiert mit Herzblut Kinder im U10-Bereich. Ihre Leidenschaft gilt nicht nur Technik und Taktik, sondern auch dem mentalen Spiel. Mit Erfahrung, Fachwissen und einem feinen Gespür für Praxisnähe gestaltet sie Inhalte, die Spielerinnen und Spieler wirklich weiterbringen – unterstützt durch moderne KI und eigene Erfahrung auf dem Platz.

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