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Tennis Aufschlag Grundlagen: Technik Schritt für Schritt lernen

Ein sicherer Tennisaufschlag entsteht nicht allein durch Kraft. Entscheidend sind ein passender Griff, ein kontrollierter Ballwurf, eine abgestimmte Körperbewegung und ein Treffpunkt oberhalb des Kopfes. Anfänger sollten den Aufschlag deshalb nicht als einzelne Armbewegung betrachten, sondern als Bewegungsablauf, bei dem Beine, Oberkörper, Schulter, Arm und Schläger zusammenarbeiten.

Die Tennis Aufschlag Grundlagen bilden die Basis für einen zuverlässigen ersten und zweiten Aufschlag. Wer die einzelnen Phasen sauber erlernt, kann später gezielt an Geschwindigkeit, Spin und Platzierung arbeiten. Zu Beginn stehen jedoch Kontrolle, Gleichgewicht und ein wiederholbarer Ablauf im Vordergrund.

Tennisspieler beim kontrollierten Aufschlag am hohen Treffpunkt
Tennisspieler beim kontrollierten Aufschlag

Welche Grundlagen gehören zum Tennisaufschlag?

Der Aufschlag ist der einzige Schlag im Tennis, bei dem der Spieler den Ball selbst ins Spiel bringt. Dadurch kann die Bewegung ohne direkten Zeitdruck vorbereitet werden. Gleichzeitig ist der Bewegungsablauf technisch anspruchsvoll, weil Ballwurf, Körperstreckung, Schlägerbeschleunigung und Treffpunkt exakt aufeinander abgestimmt werden müssen.

Zu den wichtigsten Grundlagen des Tennisaufschlags gehören:

  • eine seitlich ausgerichtete Ausgangsstellung
  • ein geeigneter Aufschlaggriff
  • ein kontrollierter und reproduzierbarer Ballwurf
  • eine flüssige Vorbereitung des Schlagarms
  • eine aktive Streckung aus den Beinen und dem Oberkörper
  • ein hoher Treffpunkt vor dem Körper
  • eine natürliche Unterarmdrehung während der Beschleunigung
  • ein kontrollierter Ausschwung in das Spielfeld

Diese Elemente sollten zunächst einzeln verstanden und anschließend zu einer zusammenhängenden Bewegung verbunden werden. Ein sinnvoller Einstieg ist deshalb das schrittweise Erlernen des Tennisaufschlags.

Die richtige Ausgangsstellung

Der Spieler steht hinter der Grundlinie und richtet den Körper seitlich zum Netz aus. Bei einem Rechtshänder steht der linke Fuß vorne, bei einem Linkshänder der rechte. Der vordere Fuß zeigt ungefähr in Richtung des rechten Netzpfostens beziehungsweise bei Linkshändern in Richtung des linken Netzpfostens. Der hintere Fuß steht seitlich versetzt.

Das Körpergewicht ist zu Beginn gleichmäßig oder leicht auf dem hinteren Bein verteilt. Die Knie bleiben locker. Schläger und Ball werden entspannt vor dem Körper gehalten. Eine verkrampfte Ausgangsposition erschwert den flüssigen Übergang in die Schlagbewegung.

Für Anfänger ist ein stabiler Stand wichtiger als eine besonders dynamische Fußbewegung. Erst wenn Ballwurf und Treffpunkt zuverlässig funktionieren, kann die Beinbewegung stärker in den Aufschlag eingebunden werden.

Der passende Griff für den Tennisaufschlag

Für einen technisch sauberen Aufschlag wird in der Regel der Continental-Griff verwendet. Er wird häufig auch als Hammergriff bezeichnet, weil die Hand den Schläger ähnlich hält wie einen Hammer. Die Grundhaltung unterscheidet sich deutlich vom Vorhandgriff, den viele Anfänger zunächst unbewusst verwenden.

Der Continental-Griff erleichtert die Aufwärtsbewegung des Schlägers, die Anpassung der Schlagfläche und die notwendige Drehung des Unterarms. Außerdem bildet er die Grundlage für verschiedene Aufschlagarten wie den geraden Aufschlag, den Slice-Aufschlag und den Kick-Aufschlag.

Mit einem ausgeprägten Vorhandgriff zeigt die Schlagfläche häufig zu früh zum Ball. Dadurch wird der Aufschlag eher geschoben als beschleunigt. Eine ausführliche Erklärung bietet der Beitrag zum richtigen Griff beim Tennisaufschlag.

Der Ballwurf als Grundlage für einen konstanten Aufschlag

Der Ballwurf bestimmt wesentlich, ob der Spieler den geplanten Treffpunkt erreichen kann. Der Ball sollte nicht aus dem Handgelenk geworfen werden. Stattdessen bewegt sich der Wurfarm ruhig aus der Schulter nach oben. Die Hand öffnet sich kontrolliert, ohne den Ball mit den Fingern nach oben zu schnippen.

Für einen grundlegenden geraden Aufschlag liegt der Ballwurf leicht vor dem Körper und etwas auf der Seite des Schlagarms. Bei einem Rechtshänder befindet sich der Ball damit ungefähr oberhalb und leicht rechts vor dem Kopf. Der genaue Punkt hängt von Körpergröße, Bewegungsstil und Aufschlagvariante ab.

Der Ball muss nur so hoch geworfen werden, dass genügend Zeit für die Schlagbewegung bleibt. Ein extrem hoher Ballwurf erschwert das Timing und wird stärker durch Wind beeinflusst. Ein zu niedriger Ballwurf führt dagegen häufig zu einem tiefen Treffpunkt und einer verkürzten Bewegung.

Beim Training sollte der Spieler prüfen, ob der Ball ohne Schlag regelmäßig in einem kleinen Bereich vor dem Körper landen würde. Weitere Hinweise liefert der Artikel zum Ballwurf beim Tennisaufschlag.

Der Tennis Aufschlag Bewegungsablauf

Vorbereitung und Ausholbewegung

Ballarm und Schlagarm beginnen die Bewegung möglichst ruhig und abgestimmt. Während der Wurfarm nach oben geführt wird, bewegt sich der Schläger zunächst nach hinten. Die Schultern drehen sich stärker seitlich zum Netz. Der Oberkörper bleibt aufgerichtet, während die Knie leicht gebeugt werden.

In der vorbereitenden Position zeigt der Wurfarm nach oben. Der Schlagarm ist gebeugt und der Schläger befindet sich hinter oder oberhalb der Schulter. Diese häufig als Trophy Position bezeichnete Phase ist kein starres Standbild, sondern ein kurzer Übergang innerhalb der gesamten Bewegung.

Streckung und Schlägerbeschleunigung

Aus der Kniebeugung streckt sich der Körper nach oben und leicht nach vorne. Hüfte und Oberkörper drehen sich in Schlagrichtung. Gleichzeitig fällt der Schlägerkopf hinter dem Körper ab, bevor er nach oben zum Ball beschleunigt wird.

Der Schlagarm streckt sich erst während der Aufwärtsbewegung. Anfänger versuchen häufig, den Arm bereits früh vollständig zu strecken. Dadurch gehen Beweglichkeit und Beschleunigungsweg verloren. Die Streckung sollte als Ergebnis der aufwärtsgerichteten Bewegung entstehen.

Unterarmdrehung und Schlägerfläche

Kurz vor und während des Treffpunkts dreht sich der Unterarm. Diese Bewegung wird als Pronation bezeichnet. Sie sorgt dafür, dass der Schlägerkopf schnell durch den Treffpunkt geführt wird und sich die Schlagfläche passend zum Ball ausrichtet.

Pronation bedeutet nicht, das Handgelenk aktiv nach vorne zu klappen. Das Handgelenk bleibt beweglich, wird aber nicht bewusst gegen den Ball gedrückt. Entscheidend ist die natürliche Drehbewegung des gesamten Unterarms innerhalb der Schlagkette.

Der richtige Treffpunkt beim Tennisaufschlag

Der Ball wird möglichst hoch mit nahezu gestrecktem Schlagarm getroffen. Der Treffpunkt liegt oberhalb des Kopfes und leicht vor dem Körper. Dadurch kann der Spieler den Ball von oben in Richtung Aufschlagfeld beschleunigen, ohne die Bewegung künstlich abzubremsen.

Ein zu weit hinten liegender Ball zwingt den Spieler häufig ins Hohlkreuz. Ein zu weit vorne liegender Ball führt dazu, dass der Oberkörper nach vorne kippt oder der Ball nur noch mit einer verkürzten Armbewegung erreicht wird. Liegt der Ball zu weit seitlich, geht ebenfalls ein Teil der Kontrolle verloren.

Der ideale Treffpunkt entsteht nicht allein durch den Schlagarm. Ballwurf, Beinbewegung, Körperstreckung und Timing müssen zusammenpassen. Der Spieler sollte beim Training deshalb nicht nur beobachten, wo der Ball landet, sondern auch, in welcher Körperposition er getroffen wurde.

Ausschwung und Landung

Nach dem Treffpunkt schwingt der Schläger natürlich weiter. Bei Rechtshändern endet die Bewegung häufig auf der linken Körperseite, bei Linkshändern entsprechend auf der rechten. Der Oberkörper dreht sich zum Spielfeld und das Körpergewicht bewegt sich nach vorne.

Bei einem dynamischen Aufschlag verlässt der Spieler während der Aufwärtsbewegung den Boden und landet auf dem vorderen Bein im Platz. Für Anfänger ist ein Sprung jedoch kein eigenes Trainingsziel. Er entsteht später aus der aktiven Beinstreckung und der Vorwärtsbewegung des Körpers.

Nach der Landung sollte der Spieler das Gleichgewicht schnell wiederfinden und sich auf den nächsten Schlag vorbereiten. Im Match kann unmittelbar ein Return folgen. Ein kontrollierter Abschluss ist daher ebenso wichtig wie die Beschleunigung zum Ball.

Typische Fehler beim Tennisaufschlag

Vorhandgriff statt Continental-Griff

Mit einem Vorhandgriff wird die Schlagfläche häufig direkt zum Ball geführt. Der Aufschlag verliert dadurch an Beweglichkeit, Spin und Beschleunigung. Der Spieler sollte den Griff zunächst ohne Ball kontrollieren und kurze Aufschläge aus reduzierter Bewegung üben.

Unruhiger Ballwurf

Wird der Ball aus den Fingern geschnippt oder seitlich geführt, verändert sich der Treffpunkt bei jedem Versuch. Eine isolierte Ballwurfübung hilft, die Bewegung aus der Schulter zu stabilisieren.

Zu viel Kraft aus dem Arm

Ein harter Aufschlag entsteht nicht durch ein angespanntes Zuschlagen. Wird der Arm zu früh fest, kann der Schlägerkopf nicht frei beschleunigen. Die Bewegung sollte zunächst locker und rhythmisch ausgeführt werden.

Zu niedriger Treffpunkt

Ein gebeugter Schlagarm oder ein zu niedriger Ballwurf verkleinert das mögliche Aufschlagfenster. Der Spieler sollte sich zum Ball strecken und den Kontakt oberhalb des Kopfes suchen.

Fehlende Vorwärtsbewegung

Bleibt das Körpergewicht während des gesamten Aufschlags hinten, fehlt häufig die kontrollierte Beschleunigung in Richtung Aufschlagfeld. Der Ballwurf sollte leicht vor dem Körper liegen, damit die Bewegung nach oben und vorne erfolgen kann.

Tennis Aufschlag für Anfänger trainieren

Anfänger sollten den kompletten Aufschlag nicht sofort mit maximaler Geschwindigkeit spielen. Sinnvoller ist eine methodische Progression. Zunächst werden Griff, Ballwurf und Treffpunkt separat geübt. Anschließend kommen kurze Aufschläge aus geringer Entfernung zum Netz hinzu.

Eine einfache Übung beginnt an der Aufschlaglinie. Der Spieler hält den Schläger im Continental-Griff, wirft den Ball kontrolliert und spielt ihn mit einer verkürzten Bewegung über das Netz. Dabei stehen ein hoher Treffpunkt und eine lockere Unterarmdrehung im Mittelpunkt.

Im nächsten Schritt wird die Entfernung zur Grundlinie vergrößert. Erst danach werden Kniebeugung, Schulterrotation und ein stärkerer Schlägerweg ergänzt. Diese Vorgehensweise erleichtert es Trainern, technische Fehler früh zu erkennen und gezielt zu korrigieren.

Für Kinder und Jugendliche sollte die Übung an Alter, Körpergröße, Ballstufe und Feldgröße angepasst werden. Ein technisch korrekter Bewegungsansatz ist wichtiger als das sofortige Aufschlagen von der regulären Grundlinie. Passende Grundlagen zur Entwicklung junger Spieler bietet der Bereich Kinder- und Jugendtennis.

Erster und zweiter Aufschlag

Beim ersten Aufschlag wird häufig mehr Geschwindigkeit oder eine offensivere Platzierung angestrebt. Der zweite Aufschlag benötigt dagegen eine höhere Sicherheitsreserve. Für Anfänger bedeutet das nicht, den zweiten Ball nur vorsichtig ins Feld zu schieben.

Ein sicherer zweiter Aufschlag sollte ebenfalls mit vollständiger Bewegung gespielt werden. Zusätzlicher Spin kann helfen, den Ball mit größerem Abstand über das Netz zu führen und dennoch im Aufschlagfeld zu platzieren. Slice und Kick sollten jedoch erst aufgebaut werden, wenn Griff, Ballwurf und Treffpunkt grundsätzlich funktionieren.

Eine stabile Grundlage ist wichtiger als frühe Geschwindigkeit

Die Tennis Aufschlag Grundlagen bestehen aus einem wiederholbaren Ballwurf, dem Continental-Griff, einer flüssigen Schlagbewegung und einem hohen Treffpunkt. Erst wenn diese Elemente zuverlässig zusammenspielen, sollten Spieler gezielt an mehr Tempo, Spin und taktischer Platzierung arbeiten.

Ein guter Aufschlag muss im Training nicht nur technisch sauber aussehen. Er muss auch unter Zeitdruck, bei Nervosität und nach längeren Ballwechseln abrufbar bleiben. Deshalb gehört die regelmäßige Verbindung von Technikübungen und realistischen Aufschlagspielen zu einer nachhaltigen Entwicklung.





FAQ: Tennis Aufschlag Grundlagen



  • Welcher Griff eignet sich für den Tennisaufschlag?

    Für den Tennisaufschlag wird in der Regel der Continental-Griff verwendet. Er ermöglicht eine freie Schlägerbeschleunigung, die notwendige Unterarmdrehung und verschiedene Aufschlagarten.

  • Wo sollte der Ball beim Tennisaufschlag getroffen werden?

    Der Treffpunkt liegt möglichst hoch über dem Kopf und leicht vor dem Körper. Der Schlagarm ist beim Kontakt nahezu vollständig gestreckt.

  • Wie hoch muss der Ball beim Aufschlag geworfen werden?

    Der Ball sollte nur so hoch geworfen werden, dass der Spieler die Schlagbewegung ohne Hektik ausführen kann. Ein unnötig hoher Ballwurf erschwert das Timing.

  • Wie lernen Anfänger den Tennisaufschlag am besten?

    Anfänger sollten Griff, Ballwurf und Treffpunkt zunächst einzeln trainieren. Danach wird die Bewegung aus kurzer Distanz aufgebaut und schrittweise bis zur Grundlinie erweitert.

  • Warum sollte der Aufschlag nicht mit einem Vorhandgriff gespielt werden?

    Ein Vorhandgriff schränkt die natürliche Unterarmdrehung ein und führt häufig zu einer geschobenen Bewegung. Dadurch werden Spin, Kontrolle und Beschleunigung begrenzt.

  • Müssen Anfänger beim Aufschlag bereits springen?

    Nein. Der Absprung ist kein eigenes Ziel, sondern entsteht später aus der Beinstreckung und der Aufwärtsbewegung. Zunächst sind Gleichgewicht und Treffpunkt wichtiger.

  • Was ist beim zweiten Aufschlag wichtig?

    Der zweite Aufschlag sollte kontrolliert, aber mit vollständiger Bewegung gespielt werden. Ein höherer Spinanteil schafft mehr Sicherheitsreserve über dem Netz.




Melissa Neumann - Redakteurin bei SchlägerClub.de

Melissa Neumann spielt erfolgreich in der Verbandsliga und trainiert mit Herzblut Kinder im U10-Bereich. Ihre Leidenschaft gilt nicht nur Technik und Taktik, sondern auch dem mentalen Spiel. Mit Erfahrung, Fachwissen und einem feinen Gespür für Praxisnähe gestaltet sie Inhalte, die Spielerinnen und Spieler wirklich weiterbringen – unterstützt durch moderne KI und eigene Erfahrung auf dem Platz.

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